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7 Geheimnisse für einen überzeugenden Lebenslauf: So stechen Sie aus der Masse heraus 

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur

Ein moderner Lebenslauf oder CV ist weit mehr als eine Auflistung von persönlichen Daten und beruflichen Stationen. Er ist eine Art Visitenkarte, Ihr erster Eindruck in der Berufswelt. Damit es Liebe auf den ersten Blick wird, sollten Sie den Lebenslauf also nicht nur “eben schnell“ und “irgendwie“ machen, sondern sich genau überlegen, was Sie sagen wollen und wie Sie das ausdrücken. 

Wie ein überzeugender Lebenslauf aussieht, erfahren Sie hier ebenso, wie konkrete Handlungsanweisungen zum Lebenslauf schreiben. Außerdem gehen wir auf viele Fragen ein, die sich Arbeitnehmer beim Bewerbungsprozess stellen. Dazu gehört zum Beispiel, wie Sie Lücken im Lebenslauf erklären und welche moderne Software beim Recruiting genutzt wird und natürlich, wie Sie Ihren Lebenslauf für die neue Technik optimieren können. 

Lebenslauf schreiben: Warum es mehr sein muss als eine Liste von Daten

Sein wir ehrlich: Bewerbungsschreiben verfassen macht nur wenig Spaß und für viele von uns ist einen Lebenslauf schreiben eine lästige Nebentätigkeit, mit der wir möglichst schnell fertig werden wollen. Früher hat vielleicht eine Auflistung der beruflichen Stationen ausgereicht, heute erhalten Personaler aber oft zahlreiche Bewerbungen auf vakante Stellen. 

Sehen Sie einen Lebenslauf also nicht als eine reine Datenübermittlung an. Es ist Ihr erster Eindruck in einer Flut aus Bewerbungen und Ihre Chance, sich direkt von der Masse abzuheben. Er bietet Ihnen damit auch die Chance, sich selbst klarer zu definieren und Ihre Qualitäten hervorzuheben. Sie können sich sogar ein wenig kreativ ausleben und den Lebenslauf schreiben kann so beinahe Spaß machen. Wenn Sie Hilfe beim Layout und eine Anregung bei der Erstellung suchen, finden Sie hier bei uns Lebenslauf-Vorlagen und Hilfestellungen. 

Geheimnis 1: Lebenslauf Aufbau – Die Headline und das Layout

Sie müssen kein Grafikdesign studieren, aber der erste Eindruck ist nicht inhaltlich, sondern visuell. Das bedeutet, dass eine grafisch ansprechende Ausarbeitung Pflicht ist. Ein ansehnliches Layout und eine prägnante Überschrift vermitteln direkt einen professionellen und überzeugenden Eindruck.

Headline und Kurzprofil – Ihre persönliche Überschrift

Was macht Sie als Bewerber und als Menschen aus und welchen Mehrwert bringen Sie dem Unternehmen im Zusammenhang mit der ausgeschriebenen Stelle? Verfassen Sie als Eröffnung eine passende Headline, die Ihre Qualifikation zusammenfasst, anstatt “Lebenslauf“ als Überschrift zu wählen. 

Darunter sollte sich eine Art “Lebenslauf in Kurzfassung“ befinden. Schreiben Sie etwa drei bis vier Sätze, die Sie und Ihren Mehrwert für die Position reflektieren. Dieser Kurztext gibt dem Personaler einen klaren Eindruck darüber, ob Sie grundsätzlich interessant für die Stelle sind, und motiviert ihn, die Berufserfahrung im Lebenslauf zu lesen, anstatt den ganzen CV auf den Ablagestapel zu werfen. 

Das Layout: Klarheit, Lesbarkeit und ein Hauch von Persönlichkeit

Wählen Sie ein unaufdringliches und schlichtes, aber einprägsames Design. Dabei sollten Sie Schriftarten wie Calibri nutzen, die schnörkellos, aber edel daherkommen. Die Schriftgröße darf zwischen 10 und 12 variieren, wobei der Text angenehm lesbar sein muss. Weitere Faktoren sind: 

  • Lebenslauf Aufbau: Nutzen Sie Überschriften und Absätze, um ein angenehmes Leseerlebnis zu gewährleisten.
  • Weißräume: Lassen Sie ausreichend Freiräume zwischen verschiedenen Textabsätzen. Das entzerrt den Text und macht damit das Lesen angenehmer und übersichtlicher. 
  • Kontrastfarbe: Akzentuieren Sie, wenn es zu Ihnen passt, gerne einzelne Textpassagen wie Überschriften mit Farbe. Das kann edel wirken und die Bewerbung optisch aufwerten. 

Ideal ist das optische Ergebnis, wenn es Sie als Person repräsentiert, schlicht, edel und professionell wirkt und gleichzeitig ins Auge fällt und Interesse weckt. 

Lebenslauf Tipps 2: So wird Ihr Lebenslauf vom ATS erkannt

Sie sind vermutlich auf diesen Artikel gestoßen, weil Sie “Wie schreibt man eine Bewerbung?”, “Lebenslauf schreiben“ oder “Lebenslauf Lücken erklären“ bei Google gesucht haben, korrekt? Im digitalen Zeitalter kommen Keywords eine besondere Aufgabe zu und das ist auch beim Lebenslauf so. 

Was ist ein ATS und warum ist es wichtig?

“ATS“ steht für “Applicant Tracking System“ und bezeichnet eine Software, die bei der Vorauswahl von Bewerbern von Unternehmen eingesetzt wird. Diese Software sortiert die Lebensläufe anhand von bestimmten Keywords. Das Unternehmen berücksichtigt also nur die Lebensläufe, die entsprechende Keywords beinhalten, und sortiert die anderen aus, obwohl diese vielleicht die Qualifikationen mitbringen, die gesucht werden. 

Die richtigen Keywords finden und integrieren

Die Nutzung von ATS bedeutet für Sie, dass Sie Ihren Lebenslauf anpassen und die entsprechenden Keywords bedienen sollten. Sie wissen natürlich nicht genau, welche Keywords von dem jeweiligen Unternehmen präferiert werden. Anhand folgender Schritte können Sie jedoch passende Keywords ausmachen: 

  • Lesen Sie das Stellenangebot aufmerksam durch und analysieren Sie, welche Formulierungen der Arbeitgeber bezüglich der Rolle und der Qualifikationen nutzt. 
  • Überprüfen Sie, ob diese Begriffe in Ihrem Lebenslauf bedient werden. Wenn nicht, bauen Sie sie ein. 

Bauen Sie bitte nicht zwanghaft Keywords in den Lebenslauf ein. Diese sollten organisch wirken und nicht den Eindruck machen, als wären Sie gewollt erwähnt. 

Geheimnis 3: Lebenslauf Lücken erklären – Lücken in Gold verwandeln

Das Schreiben vom Lebenslauf für Quereinsteiger fällt oft besonders schwer, denn wie füllt man einen Lebenslauf aus, wenn man nicht den typischen Weg gegangen ist und der Lebenslauf die eine oder andere Lücke aufweist? 

Wie Sie Sabbaticals, Elternzeit oder Jobwechselpausen richtig darstellen

Zu den wichtigsten Lebenslauf-Tipps gehört, dass Sie Lücken im Lebenslauf nicht als solche darstellen sollten. Zeigen Sie stattdessen, dass es sich nicht um verlorene Zeit handelt, sondern die Palette der Soft Skills im Lebenslauf erweitert wurde und Sie wichtige Erfahrungen gesammelt haben. 

Zu diesem Zweck sollten Sie in Ihrem Lebenslauf zum Beispiel “Elternzeit“ aufführen, anstatt diesen Bereich freizulassen. Heben Sie zu dem hervor, was Sie in dieser Zeit getan haben, um zu zeigen, dass Sie eben ganz sicher nichts gemacht haben. Schämen Sie sich außerdem unter gar keinen Umständen für Ihre Erfahrungen, sondern gehen Sie selbstbewusst mit sogenannten Lücken um, die Sie besonders machen. 

Ehrenamtliche Arbeit und Weiterbildung als Lückenfüller

Wenn Sie Zeit zu überbrücken haben, macht es immer einen positiven Eindruck, wenn Sie die Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten, Projekte oder Weiterbildung nutzen. Diese Art von Engagement macht eine Übergangszeit zu einem Highlight im Lebenslauf und Sie können viele neue Skills erlernen und neue Erfahrungen machen, ohne dass der Druck mit dem im Berufsalltag zu vergleichen wäre. 

Lebenslauf Tipps 4: Leistungsorientierte Formulierungen 

Viel zu häufig geht es im Lebenslauf nur darum, welche Aufgaben an Sie gestellt wurden. Für Ihren potenziellen Arbeitgeber ist aber noch bedeutend wichtiger, welche Ergebnisse dabei erzielt wurden. Um alle Aspekte umfassend zu bedienen, können Sie sich an der STAR-Methode orientieren. 

Von Aufgaben zu Erfolgen: Nutzen Sie die STAR-Methode

“STAR” steht für: 

  1. Situation
  2. Task
  3. Action 
  4. Result 

Daraus ergibt sich, dass Sie Ihre Berufserfahrungen idealerweise so darstellen, dass ersichtlich ist, in welcher Situation Sie für welche Aufgabe verantwortlich waren, was Sie konkret getan haben und welchen Mehrwert Sie damit schaffen konnten. 

H3: Branchenspezifische und metrische Beispiele

Anstatt in Ihrem Lebenslauf nur zu schreiben, dass Sie Marketingmanager waren, könnten Sie beispielsweise schreiben: “Marketingmanager mit Schwerpunkt auf Social-Media-Marketing. Erhöhung der Reichweite von 72 Prozent innerhalb von 12 Monaten bei Instagram und TikTok“. Solche Art von Beispielen und Erfolgsnachweisen lassen sich in verschiedenen Branchen dem jeweiligen Schwerpunkt der Tätigkeit anpassen. 

Geheimnis 5: Die unterschätzten Details –Sprachkenntnisse, Soft Skills und Hobbys im Lebenslauf

Softskills und Hobbys im Lebenslauf sind laut einer Umfrage unter Personalern Bereiche, die die Beachtung der Recruiter bekommen. Es ergibt also durchaus Sinn, Ihre Qualitäten und Persönlichkeit in diesem Bereich für Sie zu nutzen. 

Welche Hobbys gehören in den Lebenslauf?

Hobbys im Lebenslauf sind kein Muss, können aber den Ausschlag geben und Sie besonders interessant machen. Erwähnen sollten Sie Hobbys wie sportliche Aktivitäten, kreative Tätigkeiten und solche, bei denen Sie Fähigkeiten erlernen und gebrauchen, die auch im Berufsleben nützlich sind oder die zur Firmenpolitik passen. 

Soft Skills richtig präsentieren

Soft Skills sind in der täglichen Zusammenarbeit einer der wichtigsten Aspekte. Sie sollten in Ihrem Lebenslauf nicht einfach einen Soft Skill wie “Teamfähigkeit“ angeben und möglichst viele auflisten. Stattdessen sollten Sie erläutern, wo Sie diesen erlernt und eingesetzt haben. Idealerweise können Sie dabei auf frühere berufliche Projekte verweisen. 

Sprachkenntnisse korrekt einstufen

Unsere Welt ist global wie nie zuvor und Sprachkenntnisse sind in vielen Branchen erforderlich. Um Ihre Sprachkenntnisse einschätzen zu können, setzen Recruiter auf die Skala des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens. Hierbei werden ihre Fähigkeiten zwischen A1 und C2 eingestuft, wobei jede Stufe durch bestimmte Fähigkeiten charakterisiert wird. Geben Sie Ihre Sprachkenntnisse bitte in diesem Format an, damit diese berücksichtigt werden. 

Geheimnis 6: Lebenslauf Foto: ja oder nein? 

Lebenslauf Foto: ja oder nein? Diese Frage ist nicht verpflichtend zu beantworten, trotzdem gaben bei Umfragen 19 Prozent der Personaler in Deutschland an, Bewerbungen ohne Foto direkt auszusortieren.

Der kulturelle Aspekt in Deutschland

Dass ein Bewerbungsfoto oftmals noch als obligatorisch wahrgenommen wird, ist speziell im deutschsprachigen Raum verbreitet. International ist es hingegen oft unüblich, Bewerbungsfotos zu übersenden. Informieren Sie sich bei Bewerbungen auf Stellen im Ausland gerne noch einmal spezifisch über die dortigen Gepflogenheiten. Bei Bewerbungen auf Stellen in Deutschland empfehlen wir, ein Bewerbungsfoto beizufügen, auch wenn es nicht verpflichtend ist und keinen Unterschied machen sollte. 

Tipps für ein professionelles Bewerbungsfoto

Wenn Sie ein Bewerbungsfoto beifügen, sollten Sie auf einiges achten: 

  • Belichtung, Schärfe etc. Gehen Sie am besten zu einem professionellen Fotografen und achten Sie auf qualitativ hochwertige Bilder. 
  • Kleidung – Treten Sie gepflegt und professionell in Erscheinung. 
  • Format – Das Bild sollte im Hochformat geschossen sein. Sie sollten bis zur Brust abgebildet sein. 
  • Hintergrund – Halten Sie es simpel und neutral. 
  • Gesichtsausdruck und Körperhaltung – Seien Sie offen und freundlich und gleichzeitig selbstbewusst. 

Ihr Foto drückt idealerweise aus, dass Sie eine vertrauenswürdige und qualifizierte Person sind, die eine Bereicherung für das Team ist. 

Geheimnis 7: Wie schreibt man eine Bewerbung? Lebenslauf als Storytelling-Tool

Ein Lebenslauf ist im besten Fall mehr als eine tabellarische Lebenslaufvorlage und eine lose Sammlung von Berufsstationen. Erzählen Sie stattdessen Ihre Geschichte und zeigen Sie den roten Faden auf, der Sie schließlich zu Ihrer neuen Position führt. 

Vom Lebenslauf zur Karrieregeschichte

Der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell hat das Konzept der Heldenreise entwickelt, das besagt, dass jede Geschichte, jeder Mythos und jede popkulturelle Erzählung auf demselben Muster aufbaut beziehungsweise archetypischen Abläufen folgt. Erzählen Sie Ihre Geschichte und personalisieren Sie Ihren Lebenslauf so, dass er zu Ihnen und Ihrer Reise passt. Heben Sie besondere Erfolge ruhig auch optisch hervor und leiten Sie so die Aufmerksamkeit auf die relevanten Punkte. Achten Sie darauf, dass der rote Faden erkennbar ist, der Sie und Ihre Geschichte ausmacht. Belassen Sie es dabei nicht nur bei der Theorie, sondern treten Sie aktiv in Kontakt mit möglichen Arbeitgebern und passen Sie den Lebenslauf ggf. entsprechend Ihrer Erfahrungen und der Rückmeldungen immer wieder an.  

Der letzte Feinschliff: Das Korrekturlesen

Rechtschreibfehler und fehlerhafte Grammatik wirken unprofessionell und gerade im deutschsprachigen Raum sind sie unbedingt zu vermeiden. Lesen Sie daher bitte den Lebenslauf, jedes Anschreiben und ggf. Motivationsschreiben noch einmal gegen, bevor Sie es versenden, und verbessern Sie, wenn nötig. Wenn alles fertig ist, gilt es in Deutschland als üblich, eine Lebenslauf-Unterschrift darunterzusetzen und somit die Richtigkeit der Angaben zu bestätigen. Diese kann ggf. auch digital sein.