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Gehaltserhöhung richtig formulieren: Argumente für Gehaltserhöhung

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur

Aktuell liegt das Durchschnittsgehalt Deutschlands bei 52.159 Euro. Oft können Sie bei einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung eine Lohnerhöhung bekommen. Wenn Sie Ihren Marktwert ermitteln und geschickt darstellen, steigen die Chancen an, dass Sie auf monetär mehr Wertschätzung erfahren. 

Wie Sie richtig verhandeln, wie Sie sich auf die Verhandlungen vorbereiten und wie Sie gegebenenfalls mit einer Ablehnung umgehen, erfahren Sie hier.  

Die Vorbereitung: Argumente für Gehaltserhöhung

Gehen Sie nicht unvorbereitet in eine Gehaltsverhandlung. Als Erstes sollten Sie Ihren Gehaltswunsch definieren. Als Anhaltspunkt dafür können durchschnittliche Gehälter in Ihrem Berufsfeld dienen. Wenn Ihr Gehalt unter dem Durchschnittswert liegt, kann das helfen, um eine Gehaltserhöhung fordern zu können. 

Grundsätzlich sollten Sie aber Gründe aufführen können, warum Sie mehr Mehrwert für das Unternehmen bringen, als es Ihr Gehalt reflektiert. Dafür sollten Sie zum Beispiel erfolgreiche Projekte auflisten und den Erfolg anhand von Zahlen beziffern können. Auch positive Kundenfeedbacks und andere Erfolge können eine höhere Gehaltsvorstellung rechtfertigen. Reflektieren Sie also Ihre bisherige Arbeitsleistung und arbeiten Sie heraus, wie Sie welchen Mehrwert für das Unternehmen geschaffen haben. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Letztes Jahr sind die Löhne im Durchschnitt um 5,3 Prozent angestiegen, die Chancen sollten also grundsätzlich gut sein. Dennoch glauben circa 43 Prozent der Arbeitnehmer, dass ihr Gehalt mindestens um zehn Prozent angehoben werden sollte. Aber wann Gehaltserhöhung? Folgende Argumente für Gehaltserhöhung sind gute Anlässe, um das Netto-Gehalt neu zu verhandeln: 

  • Gehaltsverhandlung nach Probezeit – Das Ende der Probezeit ist ein guter Anlass, um das Gehalt neu zu verhandeln. 
  • Angepasstes Gehalt nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projektes. Ein großer Unternehmenserfolg rechtfertigt ein höheres Gehalt.  
  • Neue Rolle (Beförderung) – Eine Beförderung bringt oft automatisch eine Gehaltsanpassung mit sich.´Wenn das nicht geschieht, können Sie proaktiv nach einer Erhöhung des Gehalts fragen. 
  • Gehaltserhöhung Inflation – Wenn sich die Löhne in der Branche allgemein ändern, können Sie auch um eine Gehaltserhöhung bitten. 
  • Im Rahmen eines jährlichen Mitarbeitergesprächs – Wenn Sie auf eine positive Entwicklung verweisen können, ist ein jährliches Mitarbeitergespräch ein guter Anlass, um über Ihr Gehalt zu verhandeln.

Suchen Sie im Zweifelsfall das Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter und bringen Sie Ihre Argumente vor. Andernfalls bietet sich an, ein regelmäßiges Entwicklungsgespräch für Ihre Gehaltsverhandlung zu nutzen, wenn ohnehin eines ansteht. 

Sammeln Sie stichhaltige Argumente: Ihre Erfolge zählen

Listen Sie Ihre Erfolge auf und verweisen Sie auf den Mehrwert, den Sie Ihrem Unternehmen bringen. Zeigen Sie auf, mit welchen Maßnahmen Sie ein bestimmtes Projekt erfolgreich gestaltet haben und welcher Vorteil für das Unternehmen daraus konkret entstanden ist. Ein benennbarer Wert und Vorteil bringt Ihnen immer eine bessere Position, als ein vages Gefühl, mehr wert zu sein. Sammeln Sie also so viele belastbare und nachweisbare Zahlen wie möglich und bringen Sie diese im Gespräch für Ihre Zwecke ein.

Kennen Sie Ihren Marktwert

Jede Branche hat unterschiedliche Gehaltsstrukturen. Laut Erhebungen des statistischen Bundesamts ist das Jahresgehalt im Bereich “Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen” derzeit zum Beispiel bei 90 652 Euro, während das Gastgewerbe durchschnittlich nur 38 722 Euro abwirft. Machen Sie sich mit den durchschnittlichen Gehältern in Ihrer Branche und in Ihrer Region vertraut. Die Durchschnittsgehälter unterscheiden sich zum Beispiel zwischen Ost und West und Nord und Süd teils massiv. 

Die Gehaltsvorstellung festlegen: der Zielbetrag und die Verhandlungsspanne

Setzen Sie sich ein klares Verhandlungsziel und entwickeln Sie eine Spanne, in der Ihre Zielsumme der unteren Hälfte der angebotenen Spanne ist. Wenn Sie also 50.000 Euro jährlich anstreben, können Sie 55.000 bis 50.000 als Verhandlungsbereich anbieten. Im Normalfall bewegt sich eine Gehaltserhöhung im Bereich zwischen fünf und zehn Prozent, wenn die Gehaltserhöhung an einen großen Erfolg Ihrerseits gebunden ist, kann auch eine hohe Gehaltserhöhung (15 bis 20 Prozent) zu rechtfertigen sein. Wenn Sie hoch pokern, sollten Sie allerdings gute Argumente auf Ihrer Seite haben. 

Das Gehaltsgespräch: So bleiben Sie souverän

Es ist verständlich, wenn Sie ein bisschen nervös sind, wenn das Gespräch und die Verhandlungen über das Gehalt anstehen. Es ist aber wichtig, dass Sie einen souveränen Eindruck machen und sich freundlich, respektvoll und selbstbewusst geben. 

Die richtige Kommunikation: Selbstbewusst und sachlich auftreten

Personalmitarbeiter sind meist geschult und haben eine gewisse Menschenkenntnis. Achten Sie auf folgende Faktoren, um alle wichtigen Ebenen zu bedienen: 

  • Körperhaltung 
  • Tonlage 
  • (Positive) Wortwahl 

Gemäß dem berühmten Axiom “Man kann nicht nicht kommunizieren“ drücken Sie unbewusst immer etwas aus. Machen Sie sich daher bewusst, was Sie sagen wollen, und übernehmen Sie selbst die Kontrolle über Ihre Wirkung. 

Antworten auf die typischsten Fragen des Chefs

Chefs und Personalmitarbeiter sind oft darauf geschult, gute Ausreden zu finden, warum Sie ihnen Ihre Wünsche nicht erfüllen können. Lassen Sie sich also nicht so einfach abwimmeln. Bleiben Sie freundlich und zuvorkommend, aber wissen Sie, was Sie wollen und lassen Sie das Gegenüber nicht so einfach ausweichen, 

Wenn mangelndes Budget als Grund aufgeführt wird, dass Sie keine Gehaltserhöhung bekommen können, sollten Sie einen Termin erfragen, zu dem die Bedingungen anders sind. Wenn der Zeitpunkt hinterfragt wird, zudem Sie nach der Gehaltserhöhung fragen, führen Sie Ihre jüngsten Erfolge auf. Sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie bereits ein hohes Gehalt haben, prüfen Sie, ob das korrekt ist. Wenn Sie nicht überdurchschnittlich verdienen, weisen Sie darauf hin. Wenn doch, verweisen Sie auf Ihren Mehrwert für das Unternehmen, um eine weitere Gehaltserhöhung zu rechtfertigen. Auf jeden Versuch, auszuweichen, gibt es einen guten Konter. Bereiten Sie sich auf verschiedene Szenarien durch und spielen Sie sie für sich durch, dann können Sie nichts schockieren. 

Mögliche Alternativen zur direkten Gehaltserhöhung

Wenn das Unternehmen Ihnen keine Gehaltserhöhung im klassischen Sinne gewähren will, können Sie vielleicht einen anderen geldwerten Vorteil aushandeln. Manchmal sind Firmen, was finanzielle Zuwendung angeht, zurückhaltend, zeigen sich aber in anderen Bereichen kooperativ. Mögliche Formen der Zuwendung wären zum Beispiel: 

  • Einmalige Bonuszahlungen 
  • Zukünftige Gehaltserhöhungen 
  • Firmenanteile und Gewinnbeteiligungen 
  • Sachwerte wie ein Dienstwagen 
  • Zusätzliche Urlaubstage 
  • Flexiblere Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, remote zu arbeiten 

Lassen Sie sich nur auf ein Angebot ein, das Ihnen auch einen tatsächlichen Mehrwert bietet, und machen Sie keine Kompromisse, mit denen Sie sich nicht wohlfühlen. Seien Sie aber gleichzeitig kooperativ und nehmen Sie ein gutes Angebot an, auch wenn es nicht exakt so ist, wie Sie es erwartet haben. Mit einem guten Deal sollen sich am Ende beide Seiten wohlfühlen, finden Sie also eine passende Lösung für alle Beteiligten. 

Nach dem Gespräch: Die nächsten Schritte zum Gehaltswunsch

Mündliche Absprachen sind ein guter erster Schritt und manchmal schwierig zu bekommen. Rechtlich bindend ist die Gehaltserhöhung aber nur, wenn Ihnen eine schriftliche Bestätigung vorliegt. Wenn Ihnen die Gehaltserhöhung also zugesagt wird, sollten Sie möglichst zeitnah eine schriftliche Bestätigung einholen und sich somit absichern. 

Die Zusage und das Dankschreiben

Wenn Ihnen eine Gehaltserhöhung schriftlich angeboten wird, sollten Sie dieses Angebot auch schriftlich bestätigen und somit formal annehmen. Außerdem gehört es sich, dass Sie sich für das Vertrauen bedanken. Zeigen Sie, dass Sie das Unternehmen und das Entgegenkommen schätzen und dass Sie bereit sind, Ihre zusätzliche Motivation für das Erreichen der gemeinsamen Ziele zu nutzen. 

Was tun bei einer Absage?

Eine Absage ist nicht zwangsläufig eine dauerhafte Niederlage. Wichtig ist, dass Sie die richtigen nächsten Schritte wählen und positiv bleiben. Finden Sie heraus, was Sie tun müssten, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Lassen Sie sich zusagen, dass Sie eine Gehaltserhöhung bekommen, wenn Sie die genannten Kriterien erfüllt haben. Dann sollten Sie alles daran setzen, die Zielvorgaben zu erfüllen, denn nun liegt es in Ihrer Hand, die Gehaltserhöhung zu bekommen. Auch eine konkrete, in Zahlen zu benennende Zielmarke im Zusammenhang mit einem Projekt ist eine verbindliche Vereinbarung, die eine zukünftige Gehaltserhöhung ermöglicht. Es kann zudem einen Versuch wert sein, eine andere Form von Vorteil wie mehr Urlaubstage oder Ähnliches vorzuschlagen. Sollte das alles keinen Erfolg bringen, erfragen Sie, wann eine erneute Verhandlung denkbar ist. Werden Sie nicht aufdringlich und akzeptieren Sie im Zweifel auch ein Nein, lassen Sie sich aber nicht verschrecken und machen Sie klar, dass Sie bereit sind, die nötigen Schritte zu gehen, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Wenn es in Ihrem aktuellen Job tatsächlich keine Chance auf eine Gehaltserhöhung gibt, finden Sie bei Jooble viele passende Stellen, wo Sie Ihren Marktwert prüfen können.