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Ausbildung zum Maler und Lackierer: Alles zum Gehalt und Berufsbild

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 8 min

Maler und Lackierer gehört zu den klassischen Handwerksberufen und wie der Volksmund sagt: “Das Handwerk hat einen goldenen Boden.” In Maler und Lackierer Jobs haben Sie oft die Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Wie das geht? Als Maler und Lackierer sehen Sie deutlich die Ergebnisse Ihrer Arbeit, sind ein wichtiger Bestandteil der Pflege und Instandhaltung von Gebäuden und können sich in Maßen gleichzeitig kreativ ausleben. Wie die Maler- und Lackierer-Ausbildung abläuft, was für Aufgaben im Berufsalltag auf Sie warten, wenn Sie sich für diese Laufbahn entscheiden, und alles über das Maler- und Lackierer-Gehalt erfahren Sie in diesem Artikel! 

Was macht ein Maler und Lackierer im Berufsalltag?

Das Maler- und Lackiererhandwerk hat deutschlandweit 2024 fast 20 Milliarden Euro umgesetzt. Das unterstreicht eindrucksvoll, dass die Berufsgruppe von großer Bedeutung ist und es eine konstant hohe Nachfrage nach ihren Leistungen gibt. Aber welche Aufgaben übernehmen Maler und Lackierer eigentlich genau? 

  • Maler und Lackierer streichen Wände und Decken im Innen- und Außenbereich. 
  • Außerdem entfernen sie Tapeten und tragen selbige auf. 
  • Sie tragen Farben und Lack auf Fassaden und andere Untergründe auf. 
  • Sie renovieren Fassaden. 
  • Maler und Lackierer verputzen Gebäude. 
  • Sie schützen Materialien wie Beton, Holz oder Metall vor Rost und Ähnlichem. 
  • Sie schleifen und grundieren Untergründe. 
  • Mitunter sind Maler und Lackierer auch in der Denkmalpflege im Einsatz. 
  • Sie wenden dekorative Techniken an, um Wände oder Fassaden optisch ansprechender zu gestalten. 

Wie Sie aus dieser Beschreibung sicher unschwer entnehmen können, umfasst die Tätigkeit als Maler und Lackierer viel mehr Aufgaben als das reine Streichen von Wohnzimmern oder Ähnliches und damit ist Ihre Arbeit selbst in Krisenzeiten unverzichtbar. Außerdem haben verschiedene Betriebe unterschiedliche Schwerpunkte und die Palette der Tätigkeiten, die Sie als Maler und Lackierer ausführen können, ist ähnlich breit wie die Farbpalette, mit der Sie arbeiten.

Wie läuft die Ausbildung zum Maler und Lackierer ab?

Um Handwerksgeselle zu werden, müssen Maler und Lackierer eine Berufsausbildung absolvieren. Am Ende dieser Ausbildung erhalten Sie den Titel “Maler und Lackierer”. Wie die Ausbildung Maler und Lackierer genau abläuft, erfahren Sie in diesem Abschnitt. 

Dauer und Ausbildungsform

Im Normalfall dauert eine Ausbildung zum Maler und Lackierer drei Jahre. Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel, wenn Sie einen höherwertigen Schulabschluss (in der Regel ein Abitur) mitbringen, oder sich in der Berufsschule und im Betrieb als besonders geeignet erweisen, kann die Ausbildung verkürzt werden. Wie aus der Beschreibung bereits hervorgeht, findet die Ausbildung zum Maler und Lackierer, wie in Deutschland üblich, dual statt. Das bedeutet, dass Sie den praktischen Teil Ihrer Ausbildung im Betrieb absolvieren, während Ihnen in der Berufsschule theoretische Grundlagen beigebracht werden. Typische theoretische Inhalte, die in der Berufsschule vermittelt werden sind zum Beispiel: 

  • Farbenlehre. Das umfasst zum Beispiel die Wirkung bestimmter Farben und welchen Effekt es hat, Farben zu kombinieren. 
  • Materialkunde. Hier lernen Sie zum Beispiel etwas über die Besonderheiten von bestimmten Farben, Lacken, Putzen und Spachtelmassen. 
  • Technisches Zeichnen und Arbeitsplanung. Sie lernen, Skizzen, Bauzeichnungen und Ähnliches anzufertigen, benötigte Materialmengen zu berechnen und vieles mehr. 
  • Grundlagen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes. 

Eine Ausbildung zum Maler und Lackierer befähigt Sie somit nicht nur praktisch dazu, den Beruf auszuüben, sondern macht Sie zu einer echten Fachkraft mit großer Expertise, die versteht, was Sie tut. 

Ausbildungsgehalt – Wie viel verdient man während der Ausbildung?

Ein großer Vorteil einer praktischen Berufsausbildung gegenüber zum Beispiel einem Studium oder einer schulischen Ausbildung ist, dass Sie von Ihrem Ausbildungsbetrieb ein Ausbildungsgehalt bekommen. Dieses ist im Normalfall gestaffelt, sodass Sie im dritten Ausbildungsjahr mehr verdienen als im ersten. Wie hoch ist aber das Ausbildung Maler und Lackierer Gehalt? Wir von Jooble haben für alle Ausbildungsjahre einen akkumulierten Mittelwert von jährlich 16.217 Euro brutto errechnet. Das Maler und Lackierer Gehalt netto in der Ausbildung hängt auch von Faktoren wie der Steuerklasse und den konkreten zu entrichtenden Beiträgen zur Sozialversicherung ab. Sie können aber ungefähr mit 12.000 Euro netto im Jahr, sprich 1.000 Euro netto im Monat, rechnen. Das Ausbildungsgehalt reicht damit zwar nicht für ein Leben in Saus und Braus, im Gegensatz zu vielen Altersgenossen, die beispielsweise noch zur Schule gehen, haben die Lehrlinge aber bereits ein nennenswertes Einkommen. Häufig verdienen Sie ein höheres Maler und Lackierer Ausbildung Gehalt, wenn Ihr Ausbildungsbetrieb nach Tarif bezahlt. In diesem Fall gilt zumeist der Tarifvertrag IG Bau. Größere Unternehmen sind in aller Regel tarifgebunden, Kleinbetriebe sind es oftmals eher nicht.

Gehalt nach der Ausbildung

Die eine Frage ist “Was verdient ein Maler und Lackierer in der Ausbildung?”. Die Ausbildung dauert aber nur drei Jahre und danach warten viele weitere Berufsjahre auf Sie. Die noch wichtigere Frage lautet daher also “Wie viel verdient man als Maler und Lackierer nach der Ausbildung?”. Also: Wie viel verdient ein Maler und Lackierer, wenn er ausgelernt hat? 

  • Unser Jooble-Durchschnittswert liegt aktuell bei 35.202 Euro jährlich. Das entspricht einem Stundenlohn von 17,26 Euro. 
  • Der Mindestlohn in der Branche liegt 2025 bei 15,55 Euro in der Stunde. Zum 01.01.2026 steigt er auf 16,13 Euro.
  • Der Tariflohn liegt in Ostdeutschland bei 19,10 Euro stündlich und in Westdeutschland bei 19,42 Euro in der Stunde. Dieser Tariflohn wird von der IG Bau regelmäßig neu verhandelt. 

Wir raten Ihnen anhand dieser Zahlen, im Idealfall einen Betrieb zu wählen, der nach Tarif bezahlt, da eine tarifgebundene Bezahlung in der Regel höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen verspricht. Unter 15,55 Euro pro Stunde werden Sie allerdings unter keinen Umständen verdienen und die Arbeit in kleineren Betrieben hat auch ihre Vorteile. Das Arbeitsklima wird hier nämlich oft als familiärer wahrgenommen. 

Voraussetzungen und wichtige Fähigkeiten

Ein bestimmter Schulabschluss wird bei Malern und Lackieren nicht zwingend vorausgesetzt. In der Praxis haben aber die meisten Lehrlinge einen Hauptschulabschluss. Hilfreich ist, wenn Sie ein Grundverständnis für Mathematik und Chemie mitbringen, höhere Mathematik und Kurvenberechnung oder Ähnliches wird aber kaum erforderlich sein. Dafür gibt es einige Faktoren, die Ihnen helfen, einen Ausbildungsplatz zu finden und die Ausbildung schließlich auch erfolgreich abzuschließen. Dazu gehören: 

  • Schwindelfreiheit und Höhensicherheit – Oftmals arbeiten Maler und Lackierer auf Gerüsten und Leitern und es ist wichtig, dass Ihnen die Höhe keine Bauchschmerzen bereitet. 
  • Kreativität – Maler und Lackierer ist einer der kreativsten Handwerksberufe und es ist von Vorteil, wenn Sie eine kreative Ader mitbringen. 
  • Gute Umgangsformen – Teamfähigkeit und ein guter Kundenumgang sind wichtig und werden vorausgesetzt. Sie sollten dennoch auch in der Lage sein, Arbeit selbstständig zu erkennen und auch in Einzelarbeit zu erledigen. 
  • Eine gewissenhafte und sorgfältige Arbeitsweise – Es ist von großer Wichtigkeit, dass Sie eine echte und eigenständige Motivation dafür mitbringen, Aufgaben genau und qualitativ hochwertig fertigzustellen. 
  • Handwerkliches Geschick – Maler und Lackierer ist ein Handwerksberuf. Mit zwei linken Händen werden Sie es tendenziell eher schwer haben, wobei es mit der richtigen Motivation natürlich kaum etwas gibt, was sich nicht lernen ließe. 
  • Motivation und Einsatzbereitschaft – Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass Sie Lust haben, in diesem Beruf zu arbeiten und sich nicht davor scheuen, sich die Hände schmutzig zu machen. 
  • Körperliche Belastbarkeit – Die Arbeit als Maler und Lackierer ist körperlich belastend. Sie sollten daher fit und gesund sein und sich gerne körperlich betätigen. 

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie nicht alle Punkte bereits vollständig erfüllen. Von Auszubildenden wird nur selten erwartet, dass Sie bereits an Tag eins alles können. Unverzichtbar ist aber der Wille, die benötigten Fähigkeiten zu erlernen. 

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Karrierechancen nach der Ausbildung

Wenn Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben, ist der normale nächste Schritt die Arbeit als Handwerksgeselle. Sie haben dann die Wahl zwischen verschiedenen Betrieben, die häufig unterschiedliche Schwerpunkte haben. Somit können Sie Erfahrungen sammeln, die zu Ihren Interessen passen und bei Jooble finden Sie viele Maler und Lackierer Stellenangebote in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Wenn Sie aber feststellen, dass Sie höher hinaus wollen und die Tätigkeit als Geselle Sie nicht vollständig erfüllt, gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese Wege können Sie beispielsweise einschlagen: 

  • Sie können die Meisterschule besuchen. Der Titel als Malermeister wiederum befähigt Sie dazu, verschiedene Rollen einzunehmen. 
  • Als Meister dürfen Sie Azubis ausbilden, eine Führungsposition in einem Unternehmen einnehmen oder einen eigenen Handwerksbetrieb eröffnen. 
  • Sie können Bauleiter oder Vorarbeiter in einem Betrieb werden. 
  • Sie können sich beispielsweise auf die Restauration von Gebäuden spezialisieren. Hierfür werden häufig Zusatzqualifikationen benötigt. 
  • Zudem können Sie in Kombination mit einem höheren Schulabschluss ein Studium absolvieren und in andere Arbeitsbereiche wie Architektur, Bautechnik oder Ähnliches vorstoßen. 

Kommen wir noch einmal zu dem alten Sprichwort “Das Handwerk hat einen goldenen Boden” zurück. Eine Ausbildung zum Maler und Lackierer bietet Ihnen eine solide Grundlage für Ihre weitere berufliche Laufbahn und qualifiziert Sie zudem zu praktischen und notwendigen Arbeiten. Außerdem werden Sie vermutlich immer einen Job finden und der Lehrberuf kann Sie höchstwahrscheinlich auch in Zeiten von Rationalisierung, künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0 langfristig ernähren und wirtschaftlich absichern. Wenn Ihr Interesse geweckt ist, zögern Sie nicht länger. Auch 2026 gibt es viele freie Ausbildungsplätze und das Handwerk wartet schon auf Sie!