In Deutschland gab es 2024 circa 2,5 Millionen Verkehrsunfälle. Bei etwa 350.000 kam es dabei auch zu einem Personenschaden. Wenn es zu Verkehrsunfällen, Stürzen im Haushalt, einer Überdosis an Drogen oder Alkohol oder anderen medizinischen Notfällen kommt, sind oft auch Rettungssanitäter im Einsatz. Heute sprechen wir über die Rettungssanitäter Ausbildung, das Rettungssanitäter Ausbildung Gehalt, den Unterschied zwischen Rettungssanitätern und Notfallsanitätern und vieles mehr. Am Ende dieses Artikels werden Sie eine klare Vorstellung von dem Berufsbild und den damit verbundenen Rahmenbedingungen haben und ziemlich genau wissen, ob Rettungssanitäter der richtige Job für sie ist.
Rettungssanitäter werden: Für wen eignet sich die Ausbildung?
Rettungssanitäter unterstützen das medizinische Fachpersonal bei der Erstversorgung von verletzten Personen und bereiten den Transport in ein Krankenhaus vor. Außerdem fahren Rettungssanitäter Menschen zum Beispiel auch außerhalb von Notfallsituationen zu Behandlungen. Wenn Sie Rettungssanitäter werden wollen, ist es daher wichtig, dass Sie keine Berührungsängste mit erkrankten Personen haben, in stressigen Situationen ruhig bleiben und ein grundsätzliches Interesse an Medizin und Organisation mitbringen. Außerdem sind Sie oft im direkten Kontakt mit Menschen und es ist von Vorteil, wenn Sie sich wohl dabei fühlen, ein kurzes Gespräch zu führen und vielleicht hin und wieder ein paar aufmunternde Worte zu finden.
Unterschiede zwischen Rettungssanitäter und Notfallsanitäter
Auch wenn Rettungssanitäter und Notfallsanitäter oft gemeinsam im Einsatz sind, unterscheiden sich beide Berufe deutlich voneinander. Bei Notfallsanitätern handelt es sich um voll ausgebildetes medizinisches Fachpersonal. Notfallsanitäter können und dürfen eigenständig die medizinische Erstversorgung von Patienten übernehmen und tragen in vielen Situationen die medizinische Verantwortung. Rettungssanitäter hingegen unterstützen Notfallsanitäter und Mediziner bei ihrer Arbeit, sind aber keine examinierten medizinischen Fachkräfte.
Voraussetzungen für die Ausbildung zum Rettungssanitäter
Welche Ausbildung braucht man als Rettungssanitäter? Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen, um die Qualifizierungsmaßnahme zum Rettungssanitäter antreten zu dürfen?
- Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein (in einigen Fällen 17).
- Sie müssen im Normalfall mindestens einen Hauptschulabschluss mitbringen.
- Wenn Sie im Besitz eines Führerscheins sind, ist das von Vorteil. Es ist aber nicht zwingend vorgeschrieben.
- Sie müssen gute Deutschkenntnisse aufweisen können.
- Sie müssen körperlich gesund und belastbar sein.
- Sie sollten in hektischen und stressigen Situationen in der Lage sein, einen kühlen Kopf zu bewahren.
- Sie müssen vor Ausbildungsbeginn einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren.
- Sie müssen in der Regel ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und sollten dementsprechend keine relevanten Vorstrafen haben.
- Bereitschaft zur Schichtarbeit sollte bei Ihnen gegeben sein.
Die akademischen Zugangsbedingungen sind relativ gering. Sie brauchen aber definitiv eine Reihe an persönlichen Eigenschaften, um als Rettungssanitäter arbeiten zu können. Mitunter haben Sie es mit echten medizinischen Notfällen zu tun, es ist nicht auszuschließen, dass Sie mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen und die Arbeit kann hektisch und stressig sein. Aus unserer Erfahrung mit vielen ähnlichen Stellenprofilen können wir sagen, dass sich lange nicht jeder Mensch für die Arbeit als Rettungssanitäter eignet. Die Menschen, die aber bereit sind, sich der körperlichen und mentalen Herausforderung zu stellen und grundsätzlich Freude an der Tätigkeit haben, empfinden sie oft als befriedigend und haben das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
Ablauf der Ausbildung zum Rettungssanitäter
Wie läuft die Ausbildung zum Rettungssanitäter ab? Zuerst müssen wir erwähnen, dass die Ausbildung nicht bundesweit genormt ist. Sie unterscheidet sich dementsprechend von Bundesland zu Bundesland. Dennoch ist der Ablauf vielfach ähnlich:
- Rettungssanitäter Ausbildung Dauer: Normalerweise umfasst die Qualifikation zum Rettungssanitäter etwa 520 Ausbildungsstunden.
- 160 Stunden davon sind in der Regel Theorie, zusätzlich machen Sie ein Praktikum in einer Klinik und auf einer Rettungswache.
- Sie lernen Inhalte und Arbeitsweisen im Zusammenhang mit rechtlichen Voraussetzungen, Hygienemaßnahmen, Kommunikation und natürlich medizinischen Themen kennen.
- Am Ende des Ausbildungsganges steht eine Abschlussprüfung.
Es kann natürlich nicht schaden, wenn Sie bereits erste Erfahrungen und Kenntnisse im medizinischen Bereich mitbringen, wenn Sie die Ausbildung antreten. Aber auch ohne Vorerfahrungen haben Sie gute Chancen, die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren, wenn Sie das nötige Interesse und die Motivation mitbringen.
Wie lange die Ausbildung tatsächlich dauert
Wie lange dauert eine Ausbildung zum Rettungssanitäter? Zuerst einmal sei erwähnt, dass es sich beim Qualifizierungslehrgang zum Rettungssanitäter nicht um eine klassische duale Ausbildung handelt, sondern eben um einen Qualifizierungslehrgang. Wie oben bereits ausgeführt, umfasst der Lehrgang in der Regel mehr oder weniger 520 Stunden. Die Antwort auf die Frage: “Wie lange dauert die Ausbildung zum Rettungssanitäter?” hängt dann davon ab, ob Sie den Kurs in Vollzeit oder in Teilzeit/berufsbegleitend absolvieren. Bei einem Vollzeitkurs können sie mit drei bis vier Monaten rechnen, bei einem Teilzeitkurs hingegen kommt es auf die tatsächlichen Wochenstunden an. Je nachdem, wie viele Stunden pro Woche Sie lernen bzw. arbeiten, kann der Kurs etwa zwischen sechs und zwölf Monaten dauern.

Ausbildungskosten und Finanzierungsmöglichkeiten
Was kostet eine Ausbildung zum Rettungssanitäter? Der Kurs ist in der Regel nicht kostenlos und der Bildungsträger verlangt eine Gebühr. Diese kann je nach Anbieter und Bundesland variieren, bewegt sich im Normalfall aber in einem Rahmen von 1500 bis 3500 Euro. Gerade dann, wenn Sie die Ausbildung selbst finanzieren, lohnt es sich oft, die Kosten der verschieden Bildungsträger zu vergleichen. Zu den Kursgebühren können weitere Kosten für das Führungszeugnis, einen Erste-Hilfe-Kurs, die Lernmaterialien und Ähnliches hinzu kommen. Es gibt allerdings viele Fälle, in denen Sie als Kursteilnehmer die Kosten nicht selbst tragen müssen. Das kann zum Beispiel in folgen Fällen zutreffen:
- Die Bundeswehr finanziert derartige Ausbildungen häufig, wenn Sie sich auf Zeit verpflichten.
- Die Agentur für Arbeit kann im Rahmen von Umschulungen oder Qualifizierungsmaßnahmen zum Beispiel in Form eines Bildungsgutscheins für die Kosten aufkommen.
- Einige Arbeitgeber finanzieren die Ausbildung.
- Mitunter bieten auch Hilfsorganisationen kostenlose Lehrgänge an.
Über 90 Prozent der aktiven Rettungssanitäter gaben bei einer Befragung an, dass in ihrem Unternehmen ein Mangel an Rettungssanitätern besteht. Das bedeutet, dass die Nachfrage das Angebot überwiegt und Sie sich genau informieren sollten, bevor Sie entscheiden, den Lehrgang aus eigener Tasche zu finanzieren. In den meisten Fällen haben Sie nämlich gute Chancen, dass die Kosten von Dritten übernommen werden.
Gehalt während und nach der Ausbildung
Was verdient man als Rettungssanitäter in der Ausbildung? Da es sich, wie beschrieben, bei der Qualifizierung zum Rettungssanitäter nicht um eine reguläre duale Ausbildung handelt, besteht kein Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. In der Praxis werden Sie während der Ausbildung also meistens nicht bezahlt. Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber entsendet werden, wird das Gehalt jedoch normalerweise auch während des Lehrgangs weitergezahlt und wenn die Agentur für Arbeit die Maßnahme bezahlt, erhalten Sie oft weiterhin Lohnersatzleistungen.
Gehalt nach der Ausbildung
Während die Antwort auf die Frage “Wie viel verdient ein Rettungssanitäter in der Ausbildung?” für viele also ernüchternd sein dürfte, bekommen Sie nach der Ausbildung natürlich ein reguläres Gehalt. Unsere jahrelange Erfahrung mit dem Berufsbild Rettungssanitäter und die Auswertung vieler Stellenangebote auf Jooble hat ein durchschnittliches Jahresgehalt von 37.158 Euro ergeben. Das entspricht einem monatlichen Gehalt von 3096 Euro brutto. Das tatsächliche Gehalt unterscheidet sich je nach Arbeitgeber, Region und anderen Faktoren. Ein wichtiger Faktor, der das Gehalt maßgeblich beeinflusst, sind Zuschläge. Als Rettungssanitäter arbeiten Sie oftmals am Wochenende, in der Nacht und an Feiertagen. Das hat zur Folge, dass Sie im Regelfall abgabenfreie Zuschläge für die entsprechenden Schichten bekommen. Wenn Sie also besonders häufig nachts oder am Wochenende arbeiten, kann Ihr Gehalt deutlich höher ausfallen.
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Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Wir haben bereits erwähnt, dass es einen Personalmangel bei Rettungssanitätern gibt. Für fähige Fachkräfte gibt es also fast immer einen Job und Sie müssen sich dahingehend aktuell wenig Sorgen machen. Häufig finden Sie eine Anstellung bei Rettungsdiensten, Krankenhäusern, Feuerwehren oder Hilfsorganisationen. Wenn Sie jedoch mehr Verantwortung übernehmen und beruflich aufsteigen möchten, bietet der Lehrgang als Rettungssanitäter auch dafür eine solide Grundlage. Die naheliegendste Weiterbildung ist die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und Sie bekommen tiefergehende medizinische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Ganz grundsätzlich beginnen viele Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind, ihre Karriere im Rettungsdienst. Der Einstieg ist relativ niedrigschwellig, Sie bekommen einen echten Eindruck von der Praxis und lernen eine breite Palette an medizinischen Grundlagen kennen. Wenn Sie Rettungssanitäter werden, haben Sie also alle Chancen, sich weiter zu qualifizieren und beruflich aufzusteigen.