Schlosser gehört zu den klassischen Handwerksberufen. Aber: Was macht man als Schlosser? Wie läuft die Ausbildung als Schlosser ab? Wie hoch ist das Schlossergehalt? Alles, was Sie über das Berufsbild des Schlossers wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was macht ein Schlosser? Aufgaben und Arbeitsalltag
Zuerst einmal ist es wichtig klarzustellen, dass “Schlosser” heute kein offizieller Berufstitel mehr ist. Der Volksmund nutzt diese Bezeichnung zwar weiterhin, meint aber meistens den offiziellen Nachfolger “Metallbauer”. Im Namen “Metallbauer” steckt auch schon eine Menge an Informationen über den Arbeitsalltag drin. Denn Schlosser bearbeiten hauptsächlich Metall. Folgende Aufgaben kommen unter anderem auf Schlosser in ihrem Berufsalltag zu:
- Ver- und Bearbeiten von Metallen.
- Zuschneiden, Schweißen und Bohren von Metallteilen.
- Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten.
- Anlagen und Maschinen montieren.
- Technische Zeichnungen lesen und umsetzen.
Die tatsächlichen Aufgaben eines Schlossers hängen immer von dem Einsatzgebiet und dem jeweiligen Unternehmen ab, für das er tätig ist. Es dreht sich aber immer um die Arbeit mit Metallen.
Wie sich der Arbeitsalltag je nach Branche unterscheidet
Als Schlosser bzw. Metallbauer finden Sie in der Regel in einer dieser beiden Branchen eine Anstellung:
- Im Handwerk oder auf dem Bau.
- In der Industrie.
Die Aufgaben, die Ihren Berufsalltag bestimmen, unterscheiden sich, je nachdem, in welcher der Branchen Sie tätig sind, teilweise erheblich. Wenn Sie für einen Handwerksbetrieb tätig sind, werden Sie im Normalfall häufig auf Baustellen oder in Privathaushalten eingesetzt und arbeiten an Projekten wie beispielsweise dem Treppenbau. In der Industrie geht es eher um große Stahlkonstruktionen und in der Regel werden Sie in einer Werkstatt oder Industriehalle arbeiten und wenig bis gar nichts mit Endkunden zu tun haben.
Welche Voraussetzungen sollten angehende Schlosser mitbringen?
Wenn Sie überlegen, eine Schlosserausbildung zu machen, brauchen Sie keinen gesetzlich festgelegten Schulabschluss mitzubringen. In der Praxis setzen viele Betriebe aber einen Hauptschulabschluss oder sogar einen Realschulabschluss voraus. Wichtiger als der jeweilige Schulabschluss ist bei der Ausbildung zum Schlosser aber noch die persönliche Eignung. Folgende Fähigkeiten sollten Sie mitbringen, um einen Ausbildungsplatz zu finden und die Lehre erfolgreich zu bestreiten:
- Körperliche Fitness und Belastbarkeit – Die Arbeit als Schlosser kann körperlich anstrengend sein und Sie sollten belastbar genug sein, um damit kein Problem zu haben.
- Ein grundlegendes handwerkliches Geschick – wie bei allen Handwerksberufen – ist von Vorteil; zwei linke Hände sind von Nachteil.
- Ein grundlegendes technisches Verständnis.
- Eine sorgfältige Arbeitsweise – Metall wird häufig weiterverarbeitet und eine präzise Arbeitsweise ist daher von großer Wichtigkeit.
- Teamfähigkeit – Als Schlosser arbeiten sie meistens im Team und müssen in der Lage sein, sich mit Kollegen abzustimmen.
- Ein Interesse an Metall und Maschinen.
Sie müssen natürlich nicht alle Fähigkeiten eines gelernten Schlossers mitbringen, um eine Ausbildung in diesem Bereich anzutreten, ein grundlegendes Interesse sollte aber da sein. Wenn dieses Profil zu Ihnen passt, finden Sie bei Jooble viele Ausbildungsplätze zum Schlosser.
Ausbildung zum Schlosser: Ablauf und Inhalte
Die Voraussetzungen, um die Lehre anzutreten, kennen Sie nun. Was erwartet Sie aber in der Ausbildung zum Schlosser? Wie in Deutschland üblich, findet auch die Schlosser-Ausbildung dual statt. Das bedeutet, dass Sie einen Teil der Ausbildung in der Berufsschule und einen Teil im Betrieb verbringen. Die Schlosser Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3,5 Jahre (Metallbauer). Folgende Inhalte werden Ihnen während Ihrer Lehre unter anderem nähergebracht:
- Techniken zur Metallbearbeitung.
- Das Lesen und Verstehen von technischen Zeichnungen.
- Den Umgang und die Identifikation von Werkstoffen und Materialien.
- Verschiedene Schweißverfahren.
- Technische Mathematik.
Auch Arbeitsschutz und die Maschinen- und Anlagentechnik sind im Normalfall Teil Ihrer Schlosser-Ausbildung. Am Ende der Ausbildung legen Sie vor der IHK Ihre Gesellenprüfung ab und erhalten den Gesellenbrief.
Welche Fachrichtungen und Spezialisierungen es gibt
Die Ausbildung lässt sich in die Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau einteilen und jeder dieser Fachbereiche hat jeweils etwas unterschiedliche Schwerpunkte. Zusätzlich können Sie sich teilweise innerhalb der Fachrichtungen spezialisieren und auch z.B. Zusatzqualifikationen für bestimmte Schweißtechniken erwerben und sich auf deren Anwendung spezialisieren.

Gehalt als Schlosser: Ausbildung, Berufseinstieg und Erfahrung
Kommen wir zum Schlossergehalt. Bei Jooble haben wir ein allgemeines, deutschlandweites Durchschnittsgehalt für Schlosser von 43.015 Euro im Jahr berechnet. Das entspricht 3585 brutto im Monat und 21,09 Euro in der Stunde. Bei diesem Wert handelt es sich aber um einen reinen Durchschnitt, der sich aus der Analyse vieler Stellenangebote aus ganz Deutschland zusammensetzt. Das Gehalt kann zum Beispiel abhängig von der Region, in der Sie tätig sind, variieren. Während beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg tendenziell hohe Löhne gezahlt werden, sind selbige in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt eher geringer. Weitere spezifische Informationen hierzu finden Sie in unserem Gehaltsvergleich von Jooble. Hier können Sie auch ganz genau gucken, wie hoch das Durchschnittsgehalt für einen Schlosser in einer bestimmten Stadt oder in einem Bundesland ist.
Berufserfahrung
In den allermeisten Branchen ist Berufserfahrung ein entscheidender Faktor für das Gehalt. Mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung verdienen Sie im Normalfall deutlich mehr als Berufseinsteiger. So ist es auch, wenn Sie sich als Schlosser verdingen. Während Sie als Berufseinsteiger eher ein monatliches Bruttogehalt von voraussichtlich 2500 bis 3000 Euro erwarten können, sind es mit über zehn Jahren Erfahrung mitunter mehr als 4000 Euro pro Monat. Dazwischen gibt es natürlich weitere Abstufungen, die sich nach Ihrer tatsächlichen Berufserfahrung richten.
Ausbildungsgehalt nach Lehrjahr
Das Schlosser-Ausbildungsgehalt ist natürlich geringer als der Lohn, den die ausgelernten Fachkräfte bekommen. Außerdem gibt es auch je nach Lehrjahr Unterschiede im Schlossergehalt in der Ausbildung. Im ersten Jahr können Sie mit einem Ausbildungsgehalt als Schlosser von 775 bis 1.140 Euro rechnen, im zweiten Ausbildungsjahr sind es ca. 840 bis 1.200 Euro, im dritten Ausbildungsjahr schon etwa 915 bis 1.260 Euro und im vierten Ausbildungsjahr erwartet Sie ein Gehalt von circa 970 bis 1.330 Euro.
Unterschiede nach Branche
Je nachdem, ob Sie für einen Handwerks- oder Industriebetrieb arbeiten, unterscheiden sich die Gehälter teilweise erheblich. Im Normalfall können Sie im Handwerk weniger hohe Löhne erzielen. Der Grund hierfür ist, dass Industriebetriebe häufig nach Tarifvertrag bezahlen. Dafür wird die Arbeit in Industriebetrieben vielfach als weniger interessant empfunden und Aufgaben neigen dazu, wiederholt anzufallen.
Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Für die Ausübenden der klassischen Handwerksberufe gibt es in der Regel zwei typische Karrierewege:
- Techniker oder technischer Fachwirt.
- Meistertitel.
Der Meistertitel qualifiziert Sie zum Beispiel dazu, sich selbstständig zu machen oder Personalverantwortung zu übernehmen. Und sowohl als Techniker als auch als Meister können Sie mehr organisatorische Aufgaben und Verantwortung übernehmen und mit einem höheren Gehalt rechnen. Als Metallbauer können Sie sich auch zusätzlich zum Schweißfachmann fortbilden und bleiben so der praktischen Arbeit erhalten, können aber trotzdem spezialisierter und oft besser bezahlt arbeiten.
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Lohnt sich der Beruf des Schlossers heute noch?
In der Metall- und Elektrobranche fehlten 2021/2022 deutschlandweit ungefähr 110.000 Fachkräfte. Die Nachfrage ist dementsprechend groß und Sie werden im Normalfall schnell eine Arbeit finden. Auch die Bezahlung in der Branche ist im Vergleich zu anderen Handwerksberufen relativ hoch und mit der Weiterbildung zum Meister oder Techniker haben Sie reelle Aufstiegschancen. Überdies haben Sie die Wahl, ob Sie Ihre Zukunft eher im Bau und Handwerk oder in der Industrie sehen, und können damit auch auf marktbedingte Änderungen reagieren. Sie haben also zusammengefasst einen relativ zukunftssicheren Job mit guten Anstellungschancen, Aufstiegsmöglichkeiten und Branchenauswahl. Natürlich ist Schlosser ein anspruchsvoller, mitunter körperlich anstrengender und manchmal eintöniger Beruf, dennoch lohnt sich eine Ausbildung als Schlosser bzw. Metallbauer für diejenigen, die sich diese Art von Arbeit vorstellen können und Interesse an Maschinen und Metall haben, somit weiterhin.