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Bildungsweg im Lebenslauf: So präsentieren Sie Ihre Schullaufbahn, das Studium und die Weiterbildungen richtig

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 13 min

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern”, sagte Nelson Mandela. Die Bildung ist aber auch der entscheidendste Aspekt Ihres Lebenslaufs. Wie Sie Ihre Bildung im Lebenslauf darstellen, wie Sie das Studium im Lebenslauf zur Geltung bringen und alles, worauf Sie sonst achten sollten, wenn es um die Darstellung Ihres Bildungswegs im Lebenslauf geht, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Wo gehört die Bildung im Lebenslauf hin?

Bildung definiert sich laut der Bundeszentrale für politische Bildung wie folgt: “Bildung bezeichnet den allgemeinen, breiten, die Persönlichkeit formenden Prozess des Lernens und Erfahrens, der Aufnahme von Wissen und der Fähigkeit zur Selbstreflexion.“ Im beruflichen Rahmen hingegen meinen wir in der Regel eher den konkreten Stand der Ausbildung und das Erlernen von allgemeinen oder fachspezifischen Fähigkeiten, wenn wir von Bildung sprechen, wobei auch persönliche Qualitäten in Form von Soft Skills gefragter sind als je zuvor. 

Was umfasst der Abschnitt „Bildung“ im Lebenslauf und warum ist er wichtig?

Im Abschnitt “Bildung” stellen Sie im Lebenslauf Ihren schulischen und beruflichen Ausbildungsstand dar. Diese Art von Zertifikaten, Lebenslauf und Abschlüsse können relevant sein: 

  • Schulabschluss.
  • Hochschulabschluss Lebenslauf.
  • Berufsausbildung. 
  • Weiterbildungen und Online-Zertifikate. 

Geben Sie in Ihrem Lebenslauf idealerweise drei bis sechs Bildungsstationen an. Diese sollten nach Relevanz für die angestrebte Stelle sortiert werden. Je länger ein Abschluss in der Vergangenheit liegt, desto weniger relevant ist er für die aktuelle Bewerbung. Nehmen Sie nur solche Bildungszertifikate in Ihren Lebenslauf auf, die relevant für Ihre aktuelle Bewerbung sind. 

Für wen ist Bildung im Lebenslauf besonders wichtig?

Wo im Lebenslauf Bildung aufgeführt werden sollte und welche Wichtigkeit der Bildungsstand in Bezug auf die Bewerbung hat, hängt stark davon ab, wo Sie in Ihrem Berufsleben derzeit stehen. Besonders wichtig ist der Bildungsweg Lebenslauf für: 

  • Berufseinsteiger. Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zum Beispiel haben in aller Regel noch keine relevanten Berufserfahrungen, die sie vorweisen können. Für sie ist der bisherige Bildungsweg ein entscheidender Indikator, der Arbeitgebern signalisiert, dass sie für eine bestimmte Stelle geeignet sind.
  • Quereinsteiger. Wenn Sie den Berufszweig wechseln möchten und bislang keine Praxiserfahrungen im neuen Sektor gesammelt haben, kann der Lebenslauf der Weiterbildung ein wichtiger Faktor sein. 
  • Gerade für Berufseinsteiger, die vorher nie einen Lebenslauf geschrieben haben, kann das Verfassen eines ansprechenden CVs anspruchsvoll sein. Bei Jooble haben wir passende Vorlagen für Sie, die Ihnen bei der Arbeit helfen.

Weniger wichtig sind der Bildungsabschluss Lebenslauf und die Ausbildung im Lebenslauf hingegen für: 

  • Menschen mit viel Berufserfahrung in einem ähnlichen oder demselben Beruf. Hier zählen Arbeitszeugnisse und tatsächliche Erfahrungen mehr, als es Abschlüsse tun. 

Wenn Sie Berufseinsteiger sind oder einen neuen Karrierepfad einschlagen, ist es sinnvoll, die Bildung weit oben im Lebenslauf zu platzieren. Wenn Sie hingegen ein “alter Hase” sind, übertrumpfen Erfahrung und nachweisbarer Erfolg den Bildungsstand und selbiger sollte weiter unten aufgeführt werden. 

Schulbildung – der Einstieg in die Berufswelt

Am Anfang eines jeden Berufslebens steht die Schulbildung. In Deutschland haben laut aktuellen Statistiken 37 Prozent der Bevölkerung ein Abitur, 24 Prozent die mittlere Reife und 26 Prozent einen Hauptschulabschluss erworben. 

Wann ist die Schulbildung im Lebenslauf relevant?

Die Schulbildung ist immer dann besonders relevant, wenn keine Berufserfahrung oder ein beruflicher bzw. akademischer Abschluss vorliegen. Wenn Sie also gerade die Schule abgeschlossen haben und sich um eine Ausbildungsstelle bewerben, sollten Sie unbedingt die Schule im Lebenslauf angeben. Je mehr berufliche Erfahrung vorliegt, desto mehr rückt die Schulbildung im Lebenslauf jedoch in den Hintergrund. Wenn Sie jahrelange Berufserfahrung mitbringen oder hochwertige Hochschulabschlüsse vorzuweisen haben, können Sie auf die Angabe der Schulbildung im Lebenslauf auch gänzlich verzichten. 

Sollte man die Abschlussnote (z. B. Abiturnote) angeben?

Abschlussnoten können im Lebenslauf aufgeführt werden, es besteht aber kein Zwang dazu. Wenn Sie also eine sehr gute Durchschnittsnote haben und daraus einen Vorteil ziehen können, ergibt es Sinn, diese mitanzugeben. Wenn Sie hingegen mit Ach und Krach Ihren Abschluss gemacht haben, empfiehlt es sich eher, die Abschlussnote nicht anzugeben. 

Wie nennt man Leistungskurse oder Schwerpunkte korrekt?

Was für die Abschlussnote gilt, trifft ebenso auf die Schwerpunkte und Leistungskurse zu: Sie können angegeben werden, es besteht aber keine Pflicht. Wenn Sie diese angeben, empfiehlt es sich, diese als Unterpunkte aufzuführen. Sie können eine Formulierung wie: “Leistungskurse Mathematik und Englisch” oder “Abitur mit sprachlichem Profil” wählen. 

Berufsausbildung und Fachschule

In den meisten Berufen ist die Berufsausbildung der bevorzugte Weg, um die Fähigkeiten zu erlernen, die Sie zur Ausübung der Tätigkeit benötigen. Wenn Sie eine Ausbildung absolviert haben, die Sie zur Ausübung des Berufes qualifiziert, auf den Sie sich bewerben, wird diese oft auch höher eingeschätzt als beispielsweise ein artfremdes Studium, auch wenn ein Hochschulabschluss allgemein als höherwertig gilt. 

Wie stellt man eine abgeschlossene Berufsausbildung richtig dar?

Um zu zeigen, dass Sie Ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, sollten Sie in dem entsprechenden Eintrag alle relevanten Eckdaten aufführen. Dazu gehören: 

  • Die Berufsbezeichnung und die Art des Abschlusses. 
  • Der Ausbildungsbetrieb, bei dem Sie die Ausbildung absolviert haben. 
  • In welchem Zeitraum und an welchem Ort Sie Ihre Berufsausbildung absolviert haben. 
  • Der Inhalt Ihrer Ausbildung und die Schwerpunkte, auf die in Ihrer Ausbildung Wert gelegt wurde. 
  • Wenn daraus ein Vorteil entsteht: Die Abschlussnote und ggf. Auszeichnungen und besondere Verdienste, die Sie während Ihrer Ausbildung bekommen haben. 

Führen Sie konkret auf, welche Fähigkeiten Sie erworben haben, und nennen Sie Beispiele, wie Sie diese im Rahmen Ihrer Ausbildung nutzen konnten, um aufzuzeigen, dass Sie etwas von Ihrem Handwerk verstehen. Je konkreter das Erlernte dargestellt wird, desto kompetenter und qualifizierter wirken Sie für Ihren potenziellen zukünftigen Arbeitgeber. 

Wie gibt man eine nicht abgeschlossene Ausbildung an?

Nicht jede Ausbildung endet mit einem erfolgreichen Abschluss. Oftmals haben Sie dennoch wichtige Fähigkeiten erlernt und sind auch ohne Abschluss und staatliche Prüfung qualifizierter als jemand, der keine Berufserfahrung mitbringt. Um auch ohne Abschluss im Lebenslauf Profit aus Ihrer Ausbildung zu schlagen, gehen Sie wie folgt vor: 

  1. Wählen Sie keine negativen Formulierungen wie “abgebrochen” oder “vorzeitig beendet”. 
  2. Stellen Sie stattdessen dar, wie lange Sie die Ausbildung absolviert haben und was Sie dabei gelernt haben. 
  3. Nennen Sie gerne eine Begründung, warum Sie die Ausbildung nicht beendet haben. Das ist zwar keine Pflicht, aber gute Gründe können Ihre Entscheidung nachvollziehbarer machen. 

Wie immer gilt, dass Sie sich auf Ihre Ressourcen konzentrieren sollten, nicht auf Ihre Schwächen. Nutzen Sie also das gewonnene Wissen und die erworbenen Fähigkeiten, anstatt sich auf den Fakt zu konzentrieren, dass Sie keinen Abschluss erworben haben.

Hochschulabschluss und Studium

In einigen Fällen (zum Beispiel als Arzt) ist ein Hochschulabschluss verpflichtend, um einen bestimmten Beruf auszuüben. Grundsätzlich ist ein akademischer Abschluss aber immer ein Vorteil und Sie sollten Ihren Bachelor im Lebenslauf bzw. Master im Lebenslauf auf jeden Fall aufführen. Auch ein abgebrochener Lebenslauf ist meist nicht wertlos, solange Sie dabei Bildung erlangt haben. Formulieren Sie den Studienabbruch-Lebenslauf in diesem Fall positiv und stellen Sie dar, was Sie gelernt haben und ggf. in welchen anderen Fachbereich Sie gewechselt sind. 

Welche Angaben sind bei einem Hochschulabschluss Pflicht?

Die Angaben, die dringend bezüglich Ihres Studiums im Lebenslauf gemacht werden sollten, unterscheiden sich nicht wirklich von denen, die für eine abgeschlossene Ausbildung relevant sind. Führen Sie also auf: 

  1. Welchen Studiengang Sie belegt und welchen Abschluss Sie gemacht haben. 
  2. An welcher Hochschule und an welchem Ort Sie studiert haben. 
  3. In welchem Zeitraum Sie Ihr Studium absolviert haben. 
  4. Ob Sie Ihr Studium bereits abgeschlossen haben oder der Abschluss noch bevorsteht. 
  5. Welche Praxiserfahrungen Sie während Ihres Studiums bereits erlangt haben. 

Abermals können Sie Ihre Abschlussnote mitangeben, wenn Sie sich daraus einen Vorteil erhoffen. Bei schlechteren Bewertungen empfehlen wir hingegen, darauf zu verzichten. Wenn Sie mehrere Abschlüsse (Bachelor und Master) haben, sollten Sie diese nach Wertigkeit sortieren, nicht chronologisch. Der Masterabschluss sollte also im Lebenslauf über dem Bachelorstudium stehen. 

Sollte man das Thema der Abschlussarbeit erwähnen?

Es kann durchaus sinnvoll sein, das Thema Ihrer Abschlussarbeit im Lebenslauf zu nennen. Das ist dann der Fall, wenn es im Zusammenhang mit der Stelle steht, auf die Sie sich aktuell bewerben, oder wenn Sie in den wissenschaftlichen Betrieb und die Forschung einsteigen wollen. 

Weiterbildungen, Zertifikate und Online-Kurse

Heutzutage verändert sich die Berufswelt laufend und es ist ganz normal, dass Sie auch innerhalb eines Berufslebens einmal den Berufszweig wechseln. Außerdem ist es wichtig, sich laufend fortzubilden und an entsprechenden Kursen, ob online oder offline, teilzunehmen. Was Weiterbildungen, Zertifikate und Online-Kurse angeht, gilt Folgendes: 

  • Für den Lebenslauf sind fachspezifische Online-Kurse, Lebenslauf und Weiterbildungen relevant, die Sie dazu befähigen, die ausgeschriebene Stelle (besser) auszuüben. 
  • Sehr kurze oder artfremde Kurse und Weiterbildungen sollten Sie nicht aufführen. 
  • Wenn Sie sehr viele derartige Programme besucht haben, wählen Sie die relevantesten aus und überfrachten Sie Ihren Lebenslauf nicht mit einer endlos langen Liste. Drei bis fünf Kurse und Weiterbildungen sind in aller Regel genug, um Motivation und Fachkompetenz zu unterstreichen. 
  • Geben Sie Abschlüsse von renommierten Institutionen bevorzugt an, wenn Sie zum Beispiel mehrere Trainings mit ähnlichen Inhalten absolviert haben. 
  • Bei langen Kursen, mit viel Inhalt, ist es sinnvoll, den Stundenumfang und/oder Länge des Kurses aufzuführen. 
  • Der Eintrag im Lebenslauf sollte aus dem Titel des Kurses bzw. des Abschlusses und dem Zeitraum bestehen, indem Sie die Weiterbildung durchgeführt haben. Ggf. kann auch eine wichtige Fähigkeit genannt werden, die Sie erlernt haben. 

Denken Sie immer daran: Es geht darum, fachspezifische Kompetenzen Lebenslauf korrekt und ansprechend darzustellen, nicht darum, möglichst viele Qualifikationen zu nennen, die möglicherweise wenig mit der angestrebten Tätigkeit zu tun haben. Wählen Sie also die passenden Fortbildungen und stellen Sie Klasse über Masse, dann werden Sie Ihren Bildungsweg richtig angeben.

Bildungslücken oder Wechsel: So formulieren Sie sie positiv

Ob es um den Fachschul-Lebenslauf, den Fernstudium-Lebenslauf, die Ausbildung oder das Hochschulstudium geht: Wechsel und Maßnahmen ohne Abschluss können Vorteil oder Nachteil sein, je nachdem, wie Sie sie darstellen. Das gilt auch für Lücken im Lebenslauf. Achten Sie auf diese Dinge, um aus einem möglichen Nachteil eine Ressource zu machen: 

  1. Stellen Sie dar, was Sie gelernt haben, nicht, was Sie nicht getan haben. Auch wenn Sie möglicherweise eine Zeit lang nicht in einem Beschäftigungsverhältnis waren, haben Sie in der Regel nichts gemacht. Egal ob Reisen, Elternzeit oder Selbstfindung – das alles vermittelt Ihnen Kompetenzen und kann Sie sogar von der Masse abheben. 
  2. Formulieren Sie immer positiv und zeigen Sie Ihre Motivation für Wechsel und Abbrüche auf. Oftmals ist die Motivation für eine neue Erfahrung viel interessanter, als die Lücke selbst und sollte in den Fokus gestellt werden. 
  3. Wenn Sie beispielsweise Bildung im Ausland erworben haben, ist das mitnichten eine Lücke oder ein Nachteil. Führen Sie im Falle eines Abschlusses die Originalnote aus dem entsprechenden Land auf und stellen Sie dar, welche Bewertung das deutsche Äquivalent ist. 

Nicht jeder Lebenslauf verläuft linear und das ist glücklicherweise mittlerweile kein generelles Problem bei der Jobsuche mehr. Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken und die erworbenen Skills und vermeiden Sie, solche Zeiten als Lücken darzustellen. 

Design-Tipps für den Bildungsbereich im Lebenslauf

Der Bildungsbereich im Lebenslauf sollte keine Autobiografie sein, sondern einen kurzen prägnanten Eindruck über Ihren bisherigen Bildungsweg vermitteln. Der Recruiter sollte in etwa zehn Sekunden wissen, welchen Bildungsstand Sie mitbringen. Diese Empfehlungen helfen Ihnen, eine optisch und inhaltlich überzeugende Darstellung zu realisieren: 

  1. Bevorzugt stellen Sie Ihre Bildkunststationen tabellarisch dar. Alternativ ist auch das Blockformat denkbar. 
  2. Stellen Sie Ihren Bildungsweg anti chronologisch dar. Die länger zurückliegenden Ereignisse sollten also unten stehen. 
  3. Passen Sie die Bildungseinträge dem Job an, auf den Sie sich bewerben und führen Sie immer die passendsten auf. 
  4. Passen Sie überdies auch den Anteil an, den der Bildungsteil an Ihrem Lebenslauf hat. Berufseinsteiger sollten diesem Bereich etwas mehr Raum gewähren, erfahrene Fachkräfte haben andere Vorzüge, die oft überwiegen. 

Gestalten Sie diesen Bereich Ihres Lebenslaufes logisch und übersichtlich. Heben Sie besonders relevante Erfahrungen hervor und nennen Sie nicht zu viele Unterpunkte, sondern fokussieren Sie sich aufs Wesentliche. 

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Fazit

Die Bildung ist ein entscheidender Faktor, der Ihre Bewerbung interessant und ansprechend macht. Wählen Sie gezielt aus, welche Punkte Sie in den Mittelpunkt stellen und individualisieren Sie Ihren Lebenslauf entsprechend der Stellenausschreibung und der darin genannten Keywords. Lücken und Ausbildungen ohne Abschluss müssen kein Nachteil sein, sondern können sogar zu Ihrem Vorteil werden. Stellen Sie hierfür dar, was Sie gelernt haben und ggf. warum Sie sich für einen anderen Weg entschieden haben und lenken Sie möglichst wenig Aufmerksamkeit auf den fehlenden Abschluss. Halten Sie den Bildungsteil außerdem prägnant und übersichtlich und wählen Sie nur die relevanten Stationen, anstatt unzählige Fortbildungen und Kurse aufzuzählen. Wenn Sie all das beherzigt haben, sollten Sie gleich jetzt mit der Bewerbungsphase beginnen und sich auf eine von zahlreichen passenden Stellen auf Jooble bewerben. Viel Erfolg!