4-Tage-Woche? Was für viele wie ein unwirkliches Versprechen aus einer fernen Zukunft klingt, ist vielerorts längst Realität. So wurde 2024 in vielen Unternehmen testweise eine 4-Tage-Woche, oft mit vollem Gehaltsausgleich, durchgeführt. Die Ergebnisse der sechsmonatigen Studie waren dabei rundum positiv. 81 Prozent der deutschen Vollzeitbeschäftigten stehen der Vier-Tage-Woche auch optimistisch gegenüber, es ist also alles bereitgestellt für die 4-Tage-Woche Deutschland und flexiblere Arbeitszeitmodelle.
Was die 4-Tage-Woche ist, wie sie sich auf die Produktivität auswirkt und ob es bereits Berufe mit 4-Tage-Woche gibt, erfahren Sie hier. Außerdem erfahren Sie, warum Unternehmen 4-Tage-Woche anbieten und welche 4-Tage-Woche Vorteile und 4-Tage-Woche Nachteile es gibt. Lehnen Sie sich also kurz zurück und genießen Sie die Zukunft!
Was ist die 4-Tage-Woche wirklich? Modelle im Vergleich
Mit der 4-Tage-Woche werden Arbeitszeitmodelle bezeichnet, bei denen die wöchentliche Regelarbeitszeit in vier Tagen abgeleistet wird. Innerhalb dieser Definition gibt es aber entscheidende Unterschiede.
40 Stunden in 4 Tagen: Das komprimierte Arbeitsmodell
Rein rechtlich dürfen Sie bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten, solange Sie in einem Langzeitdurchschnitt den Wert von acht Stunden pro Werktag nicht überschreiten (§ 3 ArbZG). Manche Arbeitgeber bieten den Arbeitnehmern daher an, ihre Arbeitszeit von 40 Stunden an vier Wochentagen zu verrichten und zum Ausgleich drei volle Tage Wochenende zu genießen.
Weniger Stunden, gleiches Gehalt: Der New-Work-Ansatz
Natürlich ist die 4-Tage-Woche mit weniger Stunden bei vollem Gehalt der bevorzugte Ansatz der meisten Arbeitnehmer. So gaben über 60 Prozent von ihnen an, dass sie dieses Modell präferieren würden. Die Arbeitnehmer sind aber nicht faul: Nur 6,5 Prozent gaben in derselben Studie an, dass sie an dem zusätzlichen freien Tag “nichts“ machen wollen. In den Testdurchläufen stieg die Produktivität der Beschäftigten zudem sogar an. Unternehmen können also eventuell die Produktivität steigern, während die Mitarbeiterzufriedenheit wächst.
Vorteile und Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
In Belgien ist die 4-Tage-Woche seit 2022 gesetzlich Pflicht. Auch die Unternehmen, die in Deutschland an der letzten großen Testreihe teilgenommen haben, wollten die 4-Tage-Woche überwiegend weiter beibehalten. Ganze 39 Prozent gaben an, die flexible Arbeitszeit gleich beizubehalten; weitere 34 Prozent verlängerten die Testphase.
Das Plus an Lebensqualität: Bessere Work-Life-Balance und mehr Freizeit
Die Vorteile der 4-Tage-Woche liegen eigentlich auf der Hand:
- Bessere Work-Life-Balance – Sie haben mehr Freizeit und können sich besser erholen. Im Gegenzug sind Sie in der verbleibenden Arbeitszeit vermutlich produktiver und motivierter. Mitarbeiter, die an der Studie zur 4–Tage-Woche teilgenommen haben, berichten vielfach von weniger Stress und einer verbesserten körperlichen, wie mentalen Gesundheit.
- Für Arbeitgeber sind vor allem die steigende Attraktivität bei potenziellen Bewerbern und die Zufriedenheit der eigenen Belegschaft interessant. So gaben bei der Auswertung einer Studie 89 Prozent der Unternehmen an, die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber sei ein wichtiger Grund gewesen, warum sie das Modell angedacht haben. Außerdem ist die Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt für die Arbeitgeberseite. So können langfristig auch der Krankenstand und die Fluktuation reduziert werden.
Das Risiko: Weniger Gehalt oder mehr Stress?
Nicht immer entspricht das 4-Tage-Woche-Gehalt Ihrem Regelgehalt. Manche Unternehmen behalten einen Teil des Lohns ein, wenn Sie sich für die reduzierte Arbeitszeit entscheiden. Für die Arbeitgeberseite bedeutet die 4-Tage-Woche, dass Sie Ihren Mitarbeitern vertrauen müssen und verstehen müssen, dass die Produktivität nicht zwangsläufig sinkt, wenn die Arbeitszeit es tut.

Für welche Branchen ist das Modell realistisch?
Ob die 4-Tage-Woche realisierbar ist, hängt stark von dem jeweiligen Job und dem Geschäftsfeld ab. In einigen Branchen ist das Modell längst Praxis, in anderen lässt sich nur schwerlich eine 4-Tage-Woche verhandeln, ganz egal, wie gut die Pilotprojekte 4-Tage-Woche laufen. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass es zunehmend mehr Stellen gibt, bei denen eine 4-Tage-Woche angeboten wird. Waren es 2022 bei einer Erhebung noch 1300 Unternehmen, sind es 2024 schon 4200 Firmen gewesen, die die 4-Tage-Woche als Benefit anbieten.
Vom IT-Sektor bis zum Handwerk: Wo die 4-Tage-Woche bereits funktioniert
In vielen Berufen ist die 4-Tage-Woche, auch aufgrund des Fachkräftemangels, längst Alltag. Gute Chancen auf eine 4-Tage-Woche haben Sie unter anderem in diesen Bereichen:
- 4-Tage-Woche IT – Im IT-Bereich wird oft mit einer 4-Tage-Woche geworben.
- 4-Tage-Woche Handwerk – Im Handwerk wurden bei derselben Studie knapp 4.100 Stellen registriert, die mit der 4-Tage-Woche als Bonus vermerkt sind.
- Dienstleistungsbereich. Im Marketing, als Berater und in anderen Dienstleistungsberufen gibt es oft eine 4-Tage-Woche.
Auch im Kreativbereich und in anderen Branchen gibt es viele Stellen, die eine 4-Tage-Woche ermöglichen.
Berufe, in denen eine Umsetzung schwierig ist
In einigen Berufen bzw. für einige Berufsgruppen wird eine 4-Tage-Woche eher keine Umsetzung finden. Dazu gehören:
- Einzelhandel
- Gastronomie
- Öffentlicher Dienst
- Beschäftigte in der Produktion
- Menschen im Schichtdienst.
In diesen Bereichen findet eine Bewerbung 4-Tage-Woche häufig eher keinen Anklang, Ausnahmen bestätigen aber natürlich die Regel. Wenn Sie einen neuen Job suchen, können Sie bei uns 4-Tage-Woche in das Suchfeld eingeben und so Anzeigen herausfiltern, die diese Option sicher beinhalten.
Der Weg zur 4-Tage-Woche: Praktische Tipps für deine Bewerbung
Wenn Sie einen Job mit 4-Tage-Woche suchen, können Sie sich direkt auf einen bewerben, bei dem die Option in der Stellenanzeige mit angegeben ist. Wenn das nicht der Fall ist, müssen Sie das Gespräch selbst zu diesem Thema lenken. Wie und wann Sie das am besten tun, erfahren Sie hier!
Wie und wann Sie das Thema im Bewerbungsgespräch ansprechen
Sprechen Sie die 4-Tage-Woche am besten nicht im ersten Vorstellungsgespräch an. Wenn das Interesse des Arbeitgebers an Ihnen konkreter wird, ist es ein guter Zeitpunkt, um das Gespräch zu diesem Thema zu lenken. Achten Sie dabei auf Folgendes:
- Formulieren Sie die Bitte als Vorschlag, nicht als Forderung.
- Bereiten Sie sich auf den Termin vor und gehen Sie Ihre Argumente und Begründung im Kopf durch.
Je nachdem, wie wichtig die 4-Tage-Woche Ihnen ist, ist es eventuell sinnvoll, Stellenangebote gleich nach der Option auf 4-Tage-Woche zu filtern.
Argumente, die Ihren Arbeitgeber überzeugen
Es gibt gute Argumente und es gibt weniger gute Argumente. Möchten Sie einen Vergleich?
| Gute Argumente für eine 4-Tage-Woche | Schlechte Argumente für eine 4-Tage-Woche |
| Die 4-Tage-Woche wirkt sich positiv auf die Produktivität aus. | Ich habe am Freitag doch eh immer einen Kater. |
| Durch mehr Erholung kommt es zu weniger Krankheitsausfällen. | Die 4-Tage-Woche ist viel moderner. |
| Das Unternehmen wird durch die 4-Tage-Woche als Arbeitgeber attraktiver. | Ich will lieber fernsehen. |
Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor und kennen Sie Ihre Argumente, dann wartet eine spannende Verhandlung auf Sie.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Fazit: Ist die 4-Tage-Woche das nächste große Ding?
Die 4-Tage-Woche ist eine tolle Neuerung, die unser Arbeitsleben flexibler und angenehmer gestalten kann. Sie ist aber selbstredend auch nicht die Lösung für alles. Dennoch scheint die 4-Tage-Woche eine Innovation zu sein, die für alle Seiten positive Aspekte hat und zu einer höheren Zufriedenheit und weniger Stress bei Arbeitnehmern führt. Das ist grundsätzlich zu befürworten und wir freuen uns auf weitere Pilotprojekte und eine größere Zahl an Firmen, die den Schritt wagen und 4-Tage-Woche-Jobangebote bei Jooble inserieren.