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Die Probezeit erfolgreich meistern: Tipps für die ersten Monate im neuen Job

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 10 min

Rund 50 Prozent der Befragten gaben bei einer Studie an, in der Probezeit unter besonderem Stress zu stehen und sich beobachten zu fühlen und klar, ein erster Arbeitstag und ein neuer Job sind aufregend. Damit Sie die Probezeit erfolgreich meistern und sich möglichst gut dabei fühlen, hilft es, die Rahmenbedingungen zu kennen und zu wissen, was Probezeit genau bedeutet und was erlaubt ist und was nicht. In diesem Artikel machen wir Sie fit für die Probezeit und beantworten Ihnen alle dringenden Fragen rund um die Kündigungsfrist Probezeit, die ersten Tage im neuen Job und vieles mehr. 

Was bedeutet Probezeit wirklich?

Während aktuell über 40 Prozent der Beschäftigten seit über zehn Jahren für dasselbe Unternehmen arbeiten, kommt es auch immer wieder zu Wechseln des Arbeitgebers und der Karrieren. Viele fragen sich “Wie überstehe ich die Probezeit?” und “Wie verhalte ich mich in der Probezeit?”. Lassen Sie uns schauen, was Sie erwartet! 

Rechtliche Grundlagen: Was erlaubt ist und was nicht

Die Probezeit ist eine Art Testphase, die auf einen bestimmten Zeitraum von maximal sechs Monaten begrenzt ist. Das Probezeit-Recht regelt alles, was für Sie in dieser Zeit juristisch relevant ist. 

  1. Probezeit Kündigung – Eine Kündigung in der Probezeit kann beidseitig mit einer Frist von zwei Wochen erfolgen. Es müssen, anders als bei einer regulären Kündigung, keine Gründe dafür angegeben werden, wenn Sie in der Probezeit kündigen oder gekündigt werden (§ 622 Abs. 3 BGB). 
  2. Probezeit Gehalt – Auch in der Probezeit gelten alle Arbeitsrechte, die Sie im Beschäftigungsverhältnis genießen. Das bedeutet, dass Sie in der Probezeit normalerweise den vollen Lohn kassieren. Es ist aber nicht unüblich, dass Arbeitnehmer nach der Probezeit Gehalt neu verhandeln. In der Probezeit ist eine Gehaltserhöhung hingegen unüblich. 
  3. Probezeit Urlaub – Sie generieren ab Ihrem ersten Arbeitstag anteilig Urlaubsansprüche. Der Arbeitgeber kann jedoch festlegen, dass Sie erst nach einer bestimmten Frist, zum Beispiel nach der Probezeit, Urlaub nehmen können. Das stützt sich u. a. auf § 4 BUrlG. 
  4. Krank in Probezeit – Die Lohnfortzahlung besteht auch in der Probezeit weiter. Legen Sie bei Krankheit in der Probezeit ein ärztliches Attest vor. Versuchen Sie zu viele kleine Ausfälle zu vermeiden, um kein schlechtes Bild abzugeben. 

Sie sind also zusammengefasst ab dem ersten Arbeitstag Inhaber sämtlicher Arbeitsrechte und stehen unter deren Schutz. Beim Kündigungsschutz gelten gesonderte Regelungen und der Urlaub kann bis nach der Probezeit zurückbehalten werden. Wenn Sie krank werden, sollten Sie sich ein ärztliches Attest holen. 

Erwartungen klären: Was Vorgesetzte und Kollegen von Ihnen erwarten

Kollegen in der Probezeit: Mögen Sie mich? Wie gehen Sie mit einem Fehler in der Probezeit um und wie beurteilen mich die Vorgesetzten? Häufig steht zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter ein erfahrener Kollege bereit, der Ihnen gerne alles zeigt. Finden Sie für sich oder im Gespräch trotzdem heraus: 

  • Wie ist die Arbeits- und Unternehmenskultur im Team? 
  • Was wird als gute Leistung eingestuft? 
  • Gefällt es Ihnen oder fehlt Ihnen etwas? 

Der letzte Punkt ist ebenso entscheidend, wie die vorherigen. Denken Sie bitte auch an sich und finden Sie für sich heraus, ob Sie sich wohlfühlen, oder ob Sie etwas brauchen, um besser arbeiten zu können. Wenn Sie feststellen, dass Sie nicht glücklich sind, empfehlen wir, frühzeitig zu reagieren. Suchen Sie den Dialog und versuchen Sie die Umstände anzupassen. Wenn Sie sich partout nicht wohlfühlen, sollten Sie lieber einen neuen Job suchen, als in dem Alten zu verbleiben. 

Vorbereitung ist alles: Die ersten Wochen planen

In den Wochen rund um den Start in den neuen Job ist viel los. Sie müssen in der Regel die Vertragsunterlagen ausfüllen, vielleicht schon Passwörter für Zugänge festlegen und sich mental auf die neue Aufgabe präparieren. Während circa ⅓ der befragten Arbeitgeber schon vor dem ersten Arbeitstag wieder Kündigungen erhalten haben, können Sie von Tag 1 an glänzen. Hier finden Sie nützlich Probezeit Tipps, die Ihnen die Einarbeitung erleichtern werden. 

Das Onboarding: 7 Tipps für die ideale Einarbeitung

Sehen Sie das Onboarding nicht als nervig Pflicht an. Nutzen Sie es für folgendes: 

  1. Lernen Sie etwas über die Unternehmenskultur und Ihr neues Arbeitsumfeld.
  2. Lernen Sie Maschinen, Softwares oder andere Arbeitsgeräte kennen. 
  3. Schauen Sie sich konkrete Techniken ab, die alte Hasen anwenden. 
  4. Lernen Sie die betriebsspezifischen Abläufe kennen. 
  5. Lernen Sie Ihre Kollegen kennen.
  6. Stellen Sie dafür viele Fragen, selbst dann, wenn Sie sich dabei manchmal dumm vorkommen mögen. So lernen Sie alles Wichtige und zeigen Ihre Motivation, die neue Stelle zu erlernen. 
  7. Machen Sie sich eigenständig Aufzeichnungen und Notizen, um später effizienter arbeiten zu können. 

Wenn Sie diese Probezeit Checkliste beherzigen, werden Sie sicher vom Betrieb übernommen, denn die meisten Unternehmen investieren Geld in Ihre Einarbeitung und verfolgen nicht das Ziel, Sie in der Probezeit zu kündigen. 

Ziele setzen: So zeigen Sie Initiative und Engagement

Zeigen Sie sich motiviert und lernwillig. Geben Sie sich dazu offen im Umgang mit Kritik. Es ist normal, dass Sie am Anfang Fehler machen und Sie können im Grunde nur dazulernen. Wenn Sie positiv auffallen wollen, können Sie folgendes tun: 

  • Verbessern Sie einen Prozess ein bisschen, mit dem Sie in Kontakt kommen. 
  • Übernehmen Sie Ihr erstes kleines Projekt. 
  • Entwickeln Sie besonders tiefgehende Fähigkeiten in bestimmten Prozessen. 

Die Probezeit ist nicht nur eine Zeit, in der Sie “beurteilt” werden, sondern auch eine, in der Sie schnell Aufmerksamkeit auf sich lenken und sich rasant verbessern können. 

Erfolgsstrategien für den Alltag

Der erste Eindruck ist weiterhin entscheidend und wir bilden uns innerhalb von kürzester Zeit ein Urteil über unsere Mitmenschen. Schaffen Sie sich das passende Mindset, um überall sofort als Gewinn wahrgenommen zu werden. 

AspektEmpfehlung
Kommunikation: Aktiv zuhören und proaktiv handelnSetzen Sie Feedback um. Fragen Sie proaktiv, wenn Sie Fragen haben. Berichten Sie über Ihre Lernfortschritte. Bieten Sie Hilfe an, auch wenn es außerhalb Ihres eigentlichen Feldes liegt.
Fehlerkultur: So gehen Sie professionell mit Fehlern umMachen Sie sich klar, dass Kritik in diesem Rahmen nicht persönlich ist und Ihrem beruflichen Fortkommen dient. Machen Sie sich auch klar, dass Fehler passieren und geben Sie die Ihrigen lieber zu, als Sie zu verschweigen. Lernen Sie aus Fehlern und dokumentieren Sie eine bessere Lösung, um zukünftige Fehler zu vermeiden. 
Soziale Integration: Beziehungen zu Kollegen aufbauenGehen Sie von sich aus auf Kollegen zu. Zeigen Sie Wertschätzung für deren Arbeit. Nehmen Sie Einladungen zu Team-Events u. Ä. an. 

Zu den häufigsten Fehlern in der Probezeit gehört, dass die Neulinge zu zurückhaltend sind und nicht aktiv auf andere zugehen oder auf Anweisungen warten. Wenn Sie sich aktiv und proaktiv verhalten und die Bereitschaft zeigen, zu lernen, werden Sie im neuen Umfeld sicher schnell angenommen. 

Der Härtetest: Probleme und Krisen meistern

Im Leben und auch in der Probezeit läuft nicht immer alles glatt. Wie gehen Sie nun aber tatsächlich mit Kritik um und was passiert, wenn es eskaliert?

Umgang mit Kritik: Konstruktives Feedback nutzen

Wenn Sie ein konstruktives Feedback bekommen, können sie daraus lernen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und springen Sie über Ihren Schatten, wenn nötig. Hören Sie zu und rechtfertigen Sie sich nicht. Fragen Sie nach, wie Sie sich verbessern können. Setzen Sie die Ratschläge um und verbessern Sie Ihre Arbeit. 

Wenn der Chef unzufrieden ist: Lösungswege finden

Der Vorgesetzte spielt gerade in der Probezeit eine gewichtige Rolle. Er entscheidet letztlich, ob Sie weiterbeschäftigt werden oder nicht. Wenn der Vorgesetzte also unzufrieden ist, sollten Sie das als Warnsignal begreifen. Suchen Sie das Gespräch und bringen Sie die Gründe in Erfahrung. Bieten Sie ggf. Lösungen an. Manchmal liegt dem Problem auch ein Missverständnis zugrunde und Sie können es einfach klären. Grundsätzlich darf auch mangelnde Sympathie in der Probezeit ein Kündigungsgrund sein (nicht als schriftliche Begründung, aber die braucht es eben ohnehin nicht). In der Praxis passiert das in professionellen Unternehmen aber selten, da diese auf Gewinnmaximierung bedacht sind und fachliche Entscheidungen verlangen. 

Kündigung in der Probezeit: Rechtliche Schritte und finanzielle Aspekte

Eine Kündigung in der Probezeit ist von beiden Seiten mit einer Frist von zwei Wochen ohne die Nennung von Gründen möglich. Das gibt Ihnen einerseits die volle Flexibilität, den Job selbst zu wechseln, wenn Sie sich zu unwohl bei der Arbeit fühlen, schafft für den Arbeitgeber aber auch eine Möglichkeit, Sie ohne Abfindung oder lange Fristen zu entlassen. Hier die wichtigsten Dinge, die zu beachten sind, wenn Sie in der Probezeit gekündigt werden oder kündigen: 

  1. Wenn Sie kündigen: Suchen Sie vorher Rücksprache mit dem Arbeitgeber und versuchen Sie, die Bedingungen ggf. zu verbessern. Wenn andere Gründe ausschlaggebend sind oder keine Besserung erzielt werden kann, sollten Sie sich zuerst eine neue Stele suchen. Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Sie bei einer eigenen Kündigung ohne besondere Gründe zwölf Wochen lang nicht. 
  2. Bei Kündigung durch den Arbeitgeber sollten Sie sich umgehend bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden, um mögliche Sperrfristen zu umgehen. 
  3. Der entstandene Urlaubsanspruch bleibt bestehen und muss gewährt oder ausbezahlt werden. 

Wenn Sie eine Kündigung in der Probezeit erhalten oder nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen sind, dass Sie eine neue Stelle suchen, finden Sie auf Jooble tausende von passenden Stellen!

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Die letzten Wochen der Probezeit: Evaluierung und Ausblick

Das Ende der Probezeit ist in jedem Fall ein Wendepunkt. In der Regel werden Sie übernommen und beginnen nun Ihren eigentlichen Berufsalltag. Wie der Übergang am besten klappt, erfahren Sie hier. 

Das Feedback-Gespräch: So bereiten Sie sich vor

Zumeist gibt es am Ende der Probezeit ein Feedback-Gespräch mit dem Vorgesetzten. Machen Sie sich zur Vorbereitung bewusst, in welchen Bereichen Sie sich besonders stark entwickelt haben und wo Sie Ihre Stärken und Schwächen sehen. Machen Sie sich klar, inwieweit Sie die versprochenen Rechte bekommen und die erwarteten Pflichten erfüllt haben. In der Regel wird es sich bei dem Feedback-Gespräch um eine kurze Beglückwünschung handeln, wenn Ihr Vorgesetzter Sie nicht bereits vorher darauf hingewiesen hat, dass es größere Schwierigkeiten gibt. 

Gehaltsverhandlung: Wann und wie Sie über eine Gehaltserhöhung sprechen

Innerhalb der Probezeit bekommen Sie normalerweise keine Gehaltserhöhung. Das Ende der Probezeit ist also der erste sinnvolle Zeitpunkt, um über das Gehalt zu verhandeln. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrer Branche üblich ist, finden Sie bei Jooble eine praktische Auflistung. Wenn Sie eine Gehaltserhöhung wünschen, sollten Sie selbstbewusst Ihren Mehrwert für das Unternehmen darstellen und ggf. nach klaren Zielen fragen, die eine Gehaltserhöhung zufolge haben.  

Bestätigung und Karriereplanung

Das Feedback-Gespräch ist außerdem eine Gelegenheit, um über Ihren zukünftigen Karriereweg im Unternehmen zu sprechen. Wenn Sie konkrete Ideen haben, wohin Sie sich entwickeln möchten, bereiten Sie sich dementsprechend auf das Gespräch vor und machen Sie klar, warum Sie für diese Rolle geeignet wären. Betonen Sie dabei, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen in dieser Position bringen können. Einigen Sie sich mit Ihrem Vorgesetzten, wenn möglich, auf festgelegte Ziele und holen Sie sich möglichst verbindliche Informationen darüber, was Sie tun müssen, um für Ihre Wunschposition in Betracht gezogen zu werden. Dokumentieren Sie dann Ihr Vorankommen für das nächste Entwicklungsgespräch und bleiben Sie hartnäckig.