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Dreher Beruf: Aufgaben, Ausbildung und Verdienst in der Zerspanung

· 7 min

Als Dreher arbeiten Sie mit Metall und Maschinen und verarbeiten Werkstücke aus Aluminium, Stahl und anderen Werkstoffen. Die Arbeit ist dabei nicht zwangsläufig körperlich, sondern es gibt auch sehr technische Tätigkeiten, die in dieses Berufsfeld fallen. Fragen wie “Was macht ein Dreher?”, “Was ist ein Dreher?”, “Was ist ein CNC-Dreher?” und “Was verdient ein Dreher in Deutschland?” beantworten wir in diesem Artikel. 

Dreher, CNC-Dreher oder Zerspanungsmechaniker – wo liegt der Unterschied?

Der Beruf Dreher existiert in dieser Form offiziell eigentlich nicht mehr. Die Bezeichnung wird in der Praxis aber weiterhin verwendet und meint zumeist den Zerspanungsmechaniker mit Schwerpunkt Drehen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, Werkstücke auf einer Drehmaschine zu bearbeiten. Diese Werkstücke können zum Beispiel aus Messing, Aluminium, Stahl oder Kunststoff sein. Während die Maschinen früher per Hand betrieben wurden, werden sie heute häufig mit Geräten mit CNC-Software ausgetauscht. “CNC” steht für “Computerized Numerical Control”. Diese führt die Arbeit wie programmiert selbstständig extrem präzise aus. CNC-Dreher programmieren zusätzlich zu den Tätigkeiten des Drehers auch die Software und passen die CNC Programme an. Zerspanungsmechaniker, Dreher und Ähnliches werden aber oft synonym verwendet. Folgende Schwerpunkte haben alle diese Berufsbezeichnungen gemeinsam:

  • Maschinen einrichten, bedienen und warten. 
  • Werkstücke einspannen und austauschen. 
  • Maße kontrollieren und dokumentieren. 
  • Werkzeuge auswählen und wechseln. 

Dreher arbeiten oft in der Autoindustrie, im Maschinenbau oder in metallverarbeitenden Industrien. Besonders häufig arbeiten Sie aber in industriellen Betrieben. Der Beruf des Drehers existiert somit offiziell nicht mehr, ist in der Praxis aber weiterhin ein geläufiger Begriff und wird oft synonym zu Zerspanungsmechanikern oder CNC-Drehern verwendet, wobei alle Bezeichnungen andere Schwerpunkte mit sich bringen. Nur weil heute moderne Technik eingesetzt wird, heißt das übrigens nicht, dass der Job keine Belastungen mit sich bringen würde. Die Arbeit ist durch schwere Werkzeuge und Werkstücke oft dennoch körperlich anstrengend, die Maschinen sind oft laut und nicht selten arbeiten Zerspanungsmechaniker im Schichtbetrieb. In vielen Betrieben wird teilweise rund um die Uhr gearbeitet und wer sich geregelte Arbeitszeiten wünscht, muss sich seinen Arbeitgeber in dieser Branche genau aussuchen. 

Welche Ausbildung führt in den Beruf?

Wenn Sie beruflich Werkstücke verarbeiten möchten, ist die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker die beste und sicherste Wahl. Idealerweise sollte der Fokus auf Dreh- und Frästechnik liegen. Es handelt sich bei der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker um eine klassische duale Ausbildung. Die Regeldauer der Ausbildung beträgt 3,5 Jahre. Bei besonders guten Leistungen in der Berufsschule und in der Praxis im Betrieb können Sie die Ausbildung unter Umständen auf drei Jahre oder sogar weniger verkürzen. Sie brauchen per Gesetz nicht zwingend einen bestimmten Schulabschluss mitzubringen, um den Beruf erlernen zu dürfen. In der Praxis erwarten viele Betriebe aber einen Realschulabschluss oder mindestens einen guten Hauptschulabschluss. Zu den typischen Ausbildungsinhalten gehört dann Folgendes: 

  • Sie lernen die unterschiedlichen Werkstoffe und Materialbegebenheiten kennen und zu unterscheiden. Das ist wichtig, um sie fachgerecht be- und verarbeiten zu können. 
  • Sie lernen technische Zeichnungen zu lesen und zu verstehen. 
  • Sie lernen verschiedene Techniken zum Fräsen, Drehen und Bohren kennen. 
  • Sie werden über Arbeitssicherheit belehrt. 
  • Sie lernen, die notwendigen Maschinen zu bedienen und ggf. zu programmieren. 
  • Sie lernen Fertigungsanlagen zu warten. 

Der Beruf wird immer digitaler und der Umgang mit moderner Software und digitalen Fertigungsplänen wird immer wichtiger. Auch Kenntnisse im Bereich Robotik und Industrie 4.0 sind für Ihre berufliche Zukunft Gold wert, wenn Sie Dreher werden. Während der Fokus früher also mehr auf dem Handwerk lag, entwickelt sich das Berufsfeld mittlerweile in Richtung technischer Berufe und eine gewisse Affinität und das damit verbundene Geschick im Umgang mit moderner Technik sind dringend erforderlich. 

Wie viel verdient ein Dreher?

Laut unseren Erhebungen verdienen Dreher deutschlandweit aktuell durchschnittlich 40,455 Euro im Jahr. Dabei handelt es sich um eine Bruttoangabe und mehr um einen Richtwert, denn um eine verbindliche Zahl. Das tatsächliche Gehalt wird unter anderem von diesen Aspekten beeinflusst: 

  1. In welchem Unternehmen arbeiten Sie? Gerade Industriebetriebe zahlen oft gute Gehälter, der Lohn unterscheidet sich aber von Betrieb zu Betrieb. 
  2. Welche Qualifikationen und Spezialisierungen bringen Sie mit? Je qualifizierter und spezialisierter Sie sind, desto höher können die Löhne ausfallen. 
  3. Wie viel Berufserfahrung bringen Sie mit? Erfahrene Facharbeiter verdienen, gerade, wenn nach Tarif bezahlt wird, im Normalfall deutlich besser als Neulinge und Berufseinsteiger. Erfahrung lohnt sich also und häufig steigt Ihr Gehalt bei längerer Betriebsmitgliedschaft automatisch an. 
  4. Wo wohnen Sie bzw. wo ist Ihr Arbeitsplatz? In Großstädten sind höhere Löhne üblich als in Flächenregionen und auch die geografische Lage hat einen Einfluss auf die Höhe der Gehälter. 

Was verdient ein CNC-Dreher? CNC-Dreher verdienen oft etwas besser als herkömmliche Dreher. Außerdem haben Sie bessere Zukunftsaussichten, wenn Sie sich frühzeitig mit technischen und digitalen Lösungen vertraut machen. Zusatzqualifikationen wirken sich grundsätzlich positiv auf das Gehalt aus. 

Welche Zukunft hat der Beruf in Zeiten der Automatisierung?

Apropos Zukunftsaussichten: Wie steht es um die Zukunft? Was macht ein Dreher in der Zukunft? Die Digitalisierung hat starken Einfluss auf die Branche und Robotik und andere Computerlösungen verändern den Arbeitsalltag von Dreher erheblich. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Sie als Dreher bzw. Zerspanungsmechaniker werden arbeitslos oder haben keine berufliche Zukunft. Denn moderne Maschinen können zwar viele Arbeitsschritte automatisiert ausführen, diese Maschinen müssen aber bedient, gewartet und programmiert werden und das Berufsfeld transformiert sich daher eher, als dass es ausstirbt. Aktuell sichert der Fachkräftemangel die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ohnehin, aber auch die Tatsache, dass Zerspanungsmechaniker in Zukunftsbranchen wie Raum- und Luftfahrt und der Medizintechnik eingesetzt werden, sorgt für gute Aussichten für die berufliche Zukunft. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich mit neuen Techniken vertraut machen und lernen, mit ihnen umzugehen. 

Welche Zusatzqualifikationen die Karriere fördern

Die Berufsausbildung bietet Ihnen eine solide Basis, um im Beruf zu bestehen. Wenn Sie aber mehr wollen und sich weiterbilden möchten, gibt es auch dafür zahlreiche Möglichkeiten. Natürlich ist es aktuell besonders gefragt, wenn Mitarbeiter mit CNC-Programmierung arbeiten können und im Umgang mit ihr erfahren sind. Sie können sich aber auch im Bereich CAD/CAM weiterbilden oder sich im Bereich Qualitätsmanagement weiterbilden. Langfristig können Sie eine Karriere als Techniker oder als Meister der Maschinentechnik anstreben und somit deutlich höhere Löhne erzielen. 

Karrierewege in der Metall- und Fertigungsindustrie

Es gibt mehrere Richtungen, in die Sie Ihre Karriere hin entwickeln können, wenn Sie die Ausbildung als Zerspanungsmechaniker absolviert und Berufserfahrungen gesammelt haben. Sie können beispielsweise eine Schicht- oder Teamleitung übernehmen und somit direkt Einfluss auf die Organisation der Abläufe und Personalfragen nehmen. Wenn Sie lieber technisch als organisatorisch arbeiten möchten, kann die Arbeit als CNC-Programmierer eine passende Alternative sein. Wenn Sie sich langfristig von der Arbeit mit Werkstücken wegentwickeln möchten, können Sie technischer Fachwirt oder staatlich geprüfter Techniker werden. Wenn Sie sich selbstständig machen oder sich selbst ausbilden möchten, ist hingegen der Titel als Industriemeister Metall notwendig. Hierfür besuchen Sie die Meisterschule. Mit dem erfolgreichen Absolvieren einer Meisterschule verfügen Sie über das Recht zu lehren und können weitere spannende Aufgaben übernehmen.

Worauf Sie bei der Jobsuche achten sollten: Eine Checkliste

Bevor Sie sich auf eine Stelle als Zerspanungsmechaniker bewerben, schauen Sie sich das Stellenangebot genau an. Achten Sie auf folgende Punkte, um den richtigen Arbeitgeber zu finden:

  • Schichtarbeit und Zulagen: Wird Schichtarbeit gefordert? Prüfen Sie, ob in der Anzeige explizit Schichtzulagen (für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsarbeit) oder eine tarifliche Vergütung erwähnt werden.
  • Technik und Maschinenpark: Mit welchen Anlagen wird gearbeitet? Achten Sie auf Begriffe wie “CNC”, “CAD/CAM” oder “Automatisierung”. Moderne Betriebe setzen auf aktuelle Technik, was für Ihre eigene Lernkurve entscheidend ist.
  • Weiterbildungsangebote: Investiert der Betrieb in seine Mitarbeiter? Gute Arbeitgeber bieten interne Schulungen oder die Kostenübernahme für externe Fortbildungen (z.B. Meisterschule oder Spezialisierungen) an.
  • Arbeitsumfeld und Ergonomie: Wird auf Arbeitssicherheit und körperliche Entlastung geachtet? Fragen Sie ggf. im Vorstellungsgespräch nach Hebehilfen oder ergonomischen Arbeitsstationen.
  • Tarifbindung: Fragen Sie nach, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Das ist oft ein Indikator für faire Gehälter, festgeschriebene Urlaubsansprüche und transparente Arbeitsbedingungen.

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Lohnt es sich, Dreher zu werden? 

Zerspanungsmechaniker ist ein Beruf im Wandel. Aber einer, der Zukunft hat. Wenn Sie im technischen Bereich versiert sind, gerne Werkstücke verarbeiten wollen und an Automatisierungs- und Robotertechnik interessiert sind, finden Sie ein spannendes Berufsfeld vor. Die Löhne variieren, sind gerade in der Industrie und bei Tarifbindung aber relativ hoch. Die Aufstiegschancen sind gut, auch wenn mitunter zusätzliche Qualifikationen erworben werden müssen. Natürlich kann die Arbeit aber auch als eintönig oder belastend wahrgenommen werden und ist nicht für jeden geeignet. Wenn Sie jedoch fast immer sicher einen Job finden wollen und sich im industriellen Arbeitsumfeld wohlfühlen, treffen Sie eine gute Wahl.