Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) arbeiten circa 56 Prozent der Studierenden neben dem Studium. Der Anteil liegt laut der Studie um fast 20 Prozent höher als noch 2015; die Tendenz ist also klar steigend. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa geht sogar davon aus, dass fast 75 Prozent der Studenten (2020) einen Job neben dem Studium haben. Ob 56 oder 75 Prozent – das Thema ist relevant und der größere Teil der Studierenden ist nebenbei auch berufstätig.
Alles, was Sie als Werkstudent oder Studierender mit Minijob wissen müssen, erfahren Sie hier. Wir sprechen über das Studentenjob-Gehalt, machen den Werkstudent vs. Minijob-Vergleich und klären die rechtlichen Rahmenbedingungen auf, die Sie beachten müssen, wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Studium einer Arbeitstätigkeit nachgehen.
Die 3 Jobmodelle für Studenten im Überblick
Es gibt verschiedene Beweggründe, warum Studenten zusätzlich zu ihrer akademischen Ausbildung nebenbei arbeiten. Zum einen kann ein Studentenjob Karriere frühzeitig fördern, denn die Studierenden sammeln bereits frühzeitig wichtige Praxiserfahrungen. Zum anderen gibt es natürliche finanzielle Anreize, die zur Arbeitsaufnahme verleiten. Je nach Fokus und Lebensmodell gibt es somit mehr oder weniger passende Jobmodelle für Studenten.
Modell 1: Der Werkstudent – Studium und Praxis vereint
Werkstudenten arbeiten neben dem Studium in einer Branche, die in Bezug zum Studiengang hat, den sie belegen. Damit gewinnen sie bereits erste praktische Einblicke und Erfahrungen für das zukünftige Berufsleben. Folgendes ist charakteristisch für diese Wahl:
- Der Werkstudent Stundenlohn ist oft höher, als das Einkommen, das als Minijobber erzielt werden kann.
- Die Werkstudentenversicherung ändert sich durch die Arbeitsaufnahme nicht, solange das Studium weiterhin die Hauptbeschäftigung darstellt. Das bedeutet, dass die studentische Krankenversicherung weiterhin ausreicht und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen.
- Stellenangebote, die sich explizit an Werkstudenten richten, finden Sie bei Jooble.
Ein Beschäftigungsmodell als Werkstudent bietet einen guten Mix aus finanziellen Vorzügen und wichtigen Berufserfahrungen, die der späteren Karriere zuträglich sein können. So arbeiteten laut Statistiken aus dem Jahr 2020 auch immerhin knapp ein Drittel der berufstätigen Studenten als Assistenz im wissenschaftlichen Betrieb oder als Doktoranden an der Universität.

Modell 2: Der Minijob – Die 556-Euro-Grenze
Miete, Lebensmittel, Urlaub, Party – das alles kostet Geld. Während laut Umfragen 36 Prozent der Studenten Berufserfahrung zu sammeln als wichtigen Grund für die Jobaufnahme anführen, gaben 63 Prozent an, auf das Einkommen angewiesen zu sein. Die finanziellen Aspekte sind also oftmals entscheidend, auch weil Bafög bei Hochschulstudenten nur etwa 16 Prozent des Lebensunterhalts ausmacht. Wenn es vornehmlich ums Geld geht, ist für viele der Minijob die richtige Wahl. Das ist in Bezug auf Minijobs zu beachten:
- Seit dem 01.01.2025 liegt die Minijob-Steuergrenze, sprich: der maximale Verdienst, bei 556 Euro.
- Zwei Minijobs gleichzeitig sind möglich; das Gesamteinkommen darf aber 556 Euro im Monat nicht überschreiten.
- Eine Minijob-Krankenversicherung müssen Sie nicht abschließen, wenn Sie studentisch versichert sind. Sie bezahlen zwar grundsätzlich Beiträge zur Rentenversicherung, können sich davon aber befreien lassen.
- Die Berufsaufnahme ist häufig unbürokratisch und ohne große Vorerfahrungen möglich. Dafür besteht selten ein direkter Bezug zu dem Studium, das Sie absolvieren.
Ein Minijob ist die richtige Wahl für Sie, wenn Sie neben dem Studium ein Extraeinkommen generieren wollen und sich einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt wünschen, ohne dabei relevante Vorerfahrungen in dem von Ihnen gewählten akademischen Feld zu sammeln.
Modell 3: Die duale Ausbildung/das duale Studium – Lernen und Geld verdienen
Gerade, wenn Sie karriereorientiert sind, kann ein duales Studium eine gute Wahl sein. Sie arbeiten bereits während des Studiums aktiv in einem Betrieb mit und kassieren dabei ein nennenswertes Einkommen, das oftmals reicht, um davon zu leben. Das sind die Besonderheiten an einem dualen Studium:
- Sie sind ein regulärer, sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer und zahlen entsprechend Steuern und Sozialabgaben.
- Nicht selten werden Absolventen eines dualen Studiums nach ihrem Abschluss vom Betrieb übernommen.
- Der zeitliche Aufwand eines dualen Studiums ist hoch und Teilnehmer an einem solchen Programm müssen meist Abstriche im privaten Bereich machen.
- Bei Jooble finden Sie zahlreiche Karrierechancen und duale Studiengänge.
Ein duales Studium ist attraktiv, wenn Sie bereits während des Studierens ein nennenswertes Einkommen erzielen und sich bestmöglich auf Ihre spätere Karriere vorbereiten wollen.
Der große Rechts-Check: Soziale Sicherheit und Steuern
Unabhängig von der Art des Beschäftigungsverhältnisses sind Sie verpflichtet, die rechtlichen Normen in Bezug auf Steuern und Sozialabgaben einzuhalten. Welche Regelungen aber genau gelten, unterscheidet sich je nach Art der Anstellung.
Die 20-Stunden-Regel: Das A und O für Werkstudenten
Als Werkstudent unterliegen Sie der Werkstudent-20-Stunden-Regel. Das bedeutet, dass Sie pro Woche nicht mehr als 20 Stunden im Betrieb arbeiten dürfen. In den Semesterferien dürfen Sie mehr Wochenstunden arbeiten, solange Sie die Wochenarbeitszeit von 20 Stunden nicht mehr als 26 Wochen im Jahr überschreiten. Entscheidende Bedingungen dafür, dass ein Arbeitsverhältnis den Charakter einer Anstellung als Werkstudent bekommt und behält ist, dass die Tätigkeit einen direkten Zusammenhang mit Ihrem Studienfach hat, Sie ein Vollzeitstudium bestreiten und Sie nicht bereits länger als 25 Semester studieren.
Kranken- und Pflegeversicherung: Wer zahlt was?
Im Hinsicht auf die Kranken- und Pflegeversicherung gelten für die verschiedenen Beschäftigungsarten unterschiedliche Regelungen.
- Werkstudenten sind in aller Regel entweder privat kranken- und pflegeversichert oder können bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über ihre Eltern familienversichert werden. Dieses Versicherungsverhältnis ändert sich nicht, wenn Sie eine Stelle als Werkstudent annehmen.
- Minijobs sind von Sozialversicherungsabgaben befreit, wenn es ein bestehendes Versicherungsverhältnis im Rahmen des Studiums gibt.
- Wenn Sie dual studieren, gehen Sie einer sozialversicherungspflichtigen Stelle nach und müssen dementsprechend auch Abgaben leisten.
Steuervorteile: Wie bleibe ich unter der Steuergrenze?
Der Steuerfreibetrag beträgt in Deutschland 2025 12.096 Euro. Minijobs sind aufgrund der Einkommensgrenze also grundsätzlich steuerbefreit. Anders als bei Minijobs gibt es keine festgelegte Werkstudent Gehaltsgrenze. Wenn Sie als Werkstudent jährlich mehr als 12.096 Euro verdienen, sind Sie verpflichtet, Einkommenssteuer zu zahlen. Diese wird dann direkt vom Arbeitgeber an die Steuerbehörden abgeführt und von Ihrem Bruttoeinkommen abgezogen. Wenn bei Ihnen eine Werkstudent Minijob Kombination vorliegt, wird das Einkommen aus beiden Tätigkeiten zusammengerechnet. Beträgt das Gesamteinkommen aus allen Tätigkeiten mehr als 12.096 Euro, fällt eine Einkommenssteuer an.
Rentenversicherungspflicht: Die Regeln für Minijobs und Werkstudenten
Wenn Sie einen Minijob haben, zahlen Sie grundsätzlich Beiträge zur Rentenversicherung. Sie können aber beantragen, dass Sie hiervon befreit werden. Als Werkstudent hingegen, sind Sie verpflichtet, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Der reguläre Arbeitnehmeranteil beträgt 9,3 Prozent. Wenn das Einkommen weniger als 556 Euro im Monat beträgt, gelten dieselben Regeln, wie bei einem regulären Minijob. Wenn Ihr monatliches Einkommen sich im Bereich zwischen 556,01 und 2000 Euro brutto bewegt, gelten je nach tatsächlichem Einkommen niedrigere Sätze.
Gehalt und Verdienstgrenzen: Ihr Geld-Plan
Das Gehalt ist natürlich ein entscheidender Faktor für alle Arbeitnehmer und gerade Studenten sind oft auf das zusätzliche Einkommen angewiesen. So ist für etwa 22 Prozent der Studenten der Nebenjob die Haupteinnahmequelle.
Der Stundenlohn-Vergleich: Werkstudent vs. Minijob
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt in Deutschland seit dem 01.01.2025 12,82 Euro brutto pro Stunde. Dieser Mindestlohn gilt auch für Werkstudenten und Minijobber. Häufig bewegen sich die gezahlten Vergütungen in diesem Bereich, wobei Werkstudenten je nach Branche auch höhere Stundensätze erzielen können.
Die Jahresgrenze und der unvorhergesehene Mehrverdienst
Bezüglich der Jahresgrenzen müssen wir zwischen steuerlichen Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen unterscheiden. Während der Steuerfreibetrag für alle Menschen in Deutschland bei 12.096 Euro pro Jahr liegt, unterscheidet sich die Reglung bezüglich der Sozialversicherungsabgaben zwischen Minijobbern und Werkstudenten. Werkstudenten sind unabhängig von der Höhe des Einkommens von der Beitragszahlung für Kranken- und Pflegeversicherung befreit, zahlen aber unter Umständen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Minijobs hingegen sind befreit von Sozialversicherungsabgaben. Sollten Sie die Einkommensgrenze von 6672 Euro pro Jahr allerdings überschreiten, sind Sie regulär zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen verpflichtet. Um eine unerwartete Abgabelast zu verhindern, sollten Sie Ihr Einkommen im Blick behalten und die jeweiligen Freigrenzen nicht überschreiten.

Der Karriere-Kick: Vom Job zum Traumjob
Tätigkeiten als Werkstudent sind keine reine Einnahmequelle, sondern auch eine Möglichkeit, um frühzeitig praktische Erfahrungen in Ihrem zukünftigen Berufsfeld zu sammeln. Auf diese Dinge sollten Sie achten, um den größten Nutzen aus Ihrer Nebentätigkeit zu ziehen:
- Dokumentieren Sie Ihre Tätigkeiten und nehmen Sie sie in Ihren Lebenslauf auf.
- Erbitten Sie ein Arbeitszeugnis.
- Pflegen Sie einen guten Kontakt zum Unternehmen. Eventuell finden Sie hier nach dem Studium Ihre erste richtige Festanstellung.
Wenn Sie bereits wissen, in welcher Branche Sie langfristig arbeiten möchten, ist es sinnvoll, in diesem Bereich nach einem Werkstudentenjob zu suchen. Je früher Sie spezialisierte praktische Erfahrungen sammeln und je mehr diese zu Ihrer angestrebten Laufbahn passen, desto besser stehen die zukünftigen Karrierechancen.
Bewerbung und Jobsuche
Wenn Sie einen Job antreten möchten, müssen Sie sich in aller Regel auf die Stelle bewerben und durchlaufen einen Auswahlprozess. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Werkstudentenstellen und Minijobs nicht von anderen Formen der Beschäftigung.
Wo finden Sie Minijobs und Werkstudentenstellen?
Recruiting findet heute überwiegend auf Jobportalen im Internet statt. 74 Prozent der Unternehmen nutzen solche Portale, um Stellenausschreibungen zu veröffentlichen. Bei Jooble finden Sie zahlreiche Stellen, die speziell für Werkstudent ausgeschrieben sind und eine große Auswahl an Minijobs. Schauen Sie sich einfach um und wählen Sie aus einer schier endlosen Zahl von Angeboten das passendste für sich aus.
Anschreiben-Muster für den Werkstudentenjob
Natürlich gibt es ein Bewerbung Werkstudent Muster. Auf folgendes sollten Sie beim Anschreiben achten:
- Stellen Sie einen klaren Zusammenhang zwischen der Stelle und den Fähigkeiten, die Sie im Studium erworben haben, her.
- Zeigen Sie Ihre Motivation auf und machen Sie klar, warum Sie sich auf die Stelle bewerben.
- Verweisen Sie auf die relevanten Anhänge, wie den Lebenslauf und die Qualifikationsnachweise.
- Halten Sie sich kurz und stellen Sie Ihren Mehrwert für das Unternehmen anhand von konkreten Beispielen dar.
Als Werkstudent haben Sie in der Regel noch wenig Berufserfahrung und praktische Referenzen vorzuweisen. Umso wichtiger ist es, dass Ihre Motivation klar ersichtlich ist und dass Sie aufzeigen, dass Sie mit Ihrem Studium die Grundlagen für eine erfolgreiche Ausübung der Tätigkeit geschaffen haben.
Checkliste: Vor der Unterschrift – Das muss im Vertrag stehen
Ein Arbeitsvertrag ist ein rechtlich bindendes Dokument und muss bestimmte Punkte zwingend abdecken. Dazu gehören:
- Sozialversicherungsstatus: Handelt es sich um einen Minijob, Midi-Job oder eine Werkstudententätigkeit?
- Stundenlohn.
- Arbeitszeit und Urlaubsanspruch.
- Kündigungsfrist, Dauer der Probezeit und ggf. Befristung des Vertrags.
Sie sollten nur dann einen Vertrag unterschreiben, wenn alle wichtigen Eckpunkte darin aufgeführt werden. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Sie eine negative Erfahrung machen und schlimmstenfalls sogar mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.