Heilerziehungspfleger ist ein Beruf zwischen den Welten. Als Heilerziehungspfleger können Sie entweder pädagogisch oder pflegerisch-medizinisch arbeiten und arbeiten außerdem in einem Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Hilfestellung. Das bedeutet, dass Sie ein intensiver und abwechslungsreicher, aber auch herausfordernder Arbeitsalltag erwartet. Wenn Sie sich fragen, wie die Heilerziehungspflegeausbildung abläuft, oder “Was macht ein Heilerziehungspfleger?”, “Wie viel verdient man als Heilerziehungspfleger?” und “Wie werde ich Heilerziehungspfleger?” – Sie sind hier richtig, denn dieser Artikel wird Ihnen einen Überblick darüber verschaffen, was es bedeutet, Heilerziehungspfleger zu werden und zu sein.
Was macht ein Heilerziehungspfleger?
Was machen Heilerziehungspfleger denn nun eigentlich? Und wo kann man als Heilerziehungspfleger arbeiten? Heilerziehungspfleger arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen und helfen ihnen dabei, ein selbstbestimmtes und unterstütztes Leben zu führen. Der tatsächliche Berufsalltag kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob der Fokus mehr auf die Pflege oder auf die pädagogischen Aspekte gelegt wird. Oft fallen auch beide Bereiche an. Heilerziehungspfleger arbeiten unter anderem in Schulen, Werkstätten, Wohneinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder in ambulanten Assistenzdiensten. Folgende Aufgaben fallen im Berufsalltag eines Heilerziehungspflegers häufig an:
- Unterstützung bei der Körperpflege.
- Hilfe bei der Mobilität, zum Beispiel das Schieben eines Rollstuhls.
- Zubereitung und ggf. das Anreichen von Essen.
- Planung und Durchführung von pädagogischen Angeboten. Das Ziel ist hierbei häufig, bestehende Kompetenzen weiter zu fördern und neue zu erlernen.
- Planung von Freizeitaktivitäten und Freizeitbegleitung.
- Dokumentation von Aktivitäten und von Entwicklungsfortschritten.
Das Ziel der Arbeit mit dieser Personengruppe ist immer, die Selbstständigkeit zu fördern. Die tatsächlich zu leistende Hilfe hängt dann von dem individuellen Bedarf des Klienten ab und unterscheidet sich je nach Einrichtung und Person.
Wie läuft die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ab?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger? Bei Heilerziehungspflegern handelt es sich klassisch um eine drei Jahre dauernde schulische Ausbildung. Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, da Bildung Ländersache ist. In den letzten Jahren hat sich zusätzlich aber in vielen Bundesländern auch die duale Ausbildung etabliert. Hier arbeiten Sie für eine Einrichtung und werden für Ihre Arbeit mit einem Ausbildungslohn bezahlt. Der Vorteil an der schulischen Ausbildung ist die Schulferien und insgesamt mehr Freizeit, dafür ist die schulische Ausbildung unbezahlt, obwohl Sie Praktika machen. Bei der dualen Ausbildung haben Sie oft lange Tage und gehen mitunter nach der Arbeit noch zur Berufsschule, Sie können dafür aber von Ihrer Arbeit leben. Im Normalfall müssen Sie mindestens einen Realschulabschluss haben, um Heilerziehungspfleger zu werden, in vielen Bundesländern sogar ein Abitur. Es ist aber auch möglich, mit Berufserfahrung oder einem anderen Ausbildungstitel einen fehlenden Schulabschluss auszugleichen. Ein erweitertes Führungszeugnis wird in aller Regel aber verlangt, wenn Sie im Sozialbereich arbeiten, und Sie müssen gesundheitlich für die Arbeit geeignet sein. Dazu gehören auch körperliche Fitness und andere Attribute.
Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem folgende Dinge:
- Heilpädagogik.
- Behinderungsbilder.
- Psychologische Grundlagen.
- Medizinische Grundlagen.
- Rechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit.
- Dokumentation und Ähnliches.
Sie können am Ende einer erfolgreichen Ausbildung sowohl Menschen fachgerecht versorgen, ankleiden, ggf. waschen usw. haben aber auch die Fähigkeiten, die Kompetenzen anderer zu fördern und haben gelernt, mit verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu kommunizieren und Sie in Ihrer Entwicklung zu fördern. Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung, oft auch noch einer mündlichen zusätzlich. Wenn Sie die Prüfung bestehen, erhalten Sie die staatliche Anerkennung als Heilerziehungspfleger. Dieser Abschluss sorgt dafür, dass Sie auf dem aktuellen Arbeitsmarkt fast überall einen Job finden werden.

Welche Fähigkeiten sind für den Beruf wichtig?
Die Arbeit als Heilerziehungspfleger ist keine einfache. Sie brauchen ein großes Verständnis von Pflege, Medizin, Recht, Dokumentation und Kommunikation, um den Beruf erfolgreich ausüben zu können. Sie arbeiten mitunter auch körperlich und kommen manchmal mit Körperflüssigkeiten und Ähnlichem in Kontakt. Gleichzeitig brauchen Sie klare ethische Grundsätze. Gegenseitiger Respekt und Empathie sollten genau so die Grundlage Ihrer Arbeit sein, wie ein gutes Verständnis für die Grenzen von Anderen. Außerdem arbeiten Sie in aller Regel im Team und sollten kollegial und hilfsbereit sein. Pünktlichkeit und Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Stressresilienz werden ebenfalls dringend benötigt. Sie sollten geduldig und verständnisvoll sein und gleichzeitig Talent für Organisation haben und Ihr Arbeitsumfeld immer im Blick behalten.
Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Heilerziehungspfleger kann Ihnen weitere Berufe und Ausbildungen zugänglich machen und muss nicht zwangsläufig der höchste Berufsabschluss sein, den Sie je erwerben. Sie können zahlreiche Spezialisierungen und Weiterbildungen machen und sich zum Beispiel als Fachkraft für Inklusion qualifizieren oder innerhalb einer Einrichtung eine Führungsposition übernehmen und zum Beispiel Einrichtungsleiter werden. Auch akademische Möglichkeiten für eine Weiterbildung stehen Ihnen offen. Sie können beispielsweise Heilpädagogik oder alternativ soziale Arbeit, Gesundheitsmanagement oder Sonderpädagogik studieren.
Heilerziehungspfleger Verdienst
Der Heilerziehungspfleger Verdienst ist oft höher als manche vermuten. Laut unseren Statistiken kommen Sie deutschlandweit auf einen durchschnittlichen Bruttolohn von 41,670 Euro im Jahr, Tendenz ist aber steigend und oft können Sie durch Zuschläge wie für Nacht- oder Wochenendarbeit zusätzlichen Verdienst generieren. Sie werden somit als Heilerziehungspfleger nicht reich, aber Sie können oft ein gutes Einkommen erzielen. Natürlich hängt das tatsächliche Gehalt dabei immer von einigen Faktoren ab. Dazu gehören folgende:
- Berufserfahrung: Berufseinsteiger verdienen normalerweise deutlich weniger als die erfahrenen Kollegen. Ihr Gehalt steigt aber mit steigender Berufserfahrung an oder Sie können sich nach einer gewissen Zeit nach einem neuen Arbeitgeber umschauen, wenn Sie nicht gut genug bezahlt werden.
- Standort: In Bayern oder Baden-Württemberg verdienen Sie normalerweise mehr als in Mecklenburg-Vorpommern.
- Arbeitgeber: Je nachdem, in welcher Art von Einrichtung bzw. für was für einen Arbeitgeber Sie arbeiten, haben Sie verschiedene Verdienstmöglichkeiten. Im Schulbetrieb beispielsweise können oft gute Gehälter erzielt werden. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt natürlich je nach konkretem Arbeitgeber. Attraktiv ist oft, wenn nach Tarif bezahlt wird.
Es lohnt sich, die Stellenangebote zu vergleichen und zu schauen, welcher Job zu Ihnen passt und welche Möglichkeiten Sie im Bezug auf Verdienst haben. Für Heilerziehungspfleger gibt es beruflich gute Aussichten und Sie finden oft einen Job, der attraktiv ist, wenn Sie in Ruhe schauen und vergleichen.
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Zukunftsperspektiven im Sozial- und Gesundheitswesen
Der Bedarf an Heilerziehungspflegern ist groß. Durch den demografischen Wandel und andere Faktoren besteht eine große Nachfrage an qualifizierten Mitarbeitern. Vielerorts können sich Heilpädagogen Ihren Job frei aussuchen und zwischen zahlreichen Alternativen wählen. Die Heilerziehungspfleger Voraussetzungen sind aber auch relativ hoch und der Job kann belastend sein. Sie sind oft körperlich gefordert und die Arbeit kann mental herausfordernd sein. Sie brauchen daher sowohl eine hohe Belastbarkeit und Grundfitness, als auch Geduld, Empathie und viel Kreativität und Einsatzbereitschaft. Wenn Sie eher in den organisatorischen Bereich oder eine Führungsposition wechseln möchten, können Sie eine Leitungsrolle anstreben. Auch hier besteht oft Bedarf und die Chancen stehen vergleichsweise gut. Außerdem können Sie eine akademische Karriere einschlagen und beispielsweise in der Inklusion oder an einer Förderschule tätig werden. Wenn Sie grundsätzlich mit beeinträchtigten Menschen arbeiten möchten, ist eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger jedenfalls sehr sinnvoll und ob Sie weitere Qualifikationen erwerben möchten, können Sie im Zweifelsfall auch später entscheiden. Sie lernen jedenfalls als Heilerziehungspfleger in Wohngruppen, Werkstätten und ähnlichen Umgebungen zu arbeiten und werden Experte im praktischen Umgang mit Herausforderungen für beeinträchtigte Menschen.