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Initiativbewerbung: So bekommen Sie den Job ohne ausgeschriebene Stelle

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur

So manche Jobs werden nie offiziell ausgeschrieben. Wie kommen Sie an diese Stellen? Vielleicht indem Sie eine Initiativbewerbung schreiben und selbst den ersten Schritt gehen, anstatt zu warten. Eine Initiativbewerbung können Sie nämlich schicken, auch wenn es keine offenen Stellen gibt und selbst dann, wenn Sie nicht wissen, ob überhaupt eingestellt wird. Wir verraten Ihnen, was eine Initiativbewerbung ist, geben Ihnen Initiativbewerbungstipps mit und helfen Ihnen, den Arbeitgeber ganz von Ihnen zu überzeugen. Viel Erfolg! 

Was ist eine Initiativbewerbung und warum ist sie erfolgreich?

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung ohne Stellenanzeige. Sie bewerben sich also nicht auf eine ausgeschriebene Stelle, sondern gehen ihrerseits proaktiv auf den Arbeitgeber zu und bewerben sich bei dem Unternehmen. 

Definition und Vorteile: So heben Sie sich von der Masse ab

Eine Bewerbung ohne ausgeschriebene Stelle hat zwar ein hohes Risiko, dass sie nicht in einer Anstellung endet, wenn Sie aber überzeugen, stecken Sie nicht in einer Flut aus Bewerbern fest und konkurrieren nicht mit zig anderen um eine Position. Langwierige Bewerbungsprozesse können frustrierend sein. So gaben 42 Prozent der Befragten einer Studie an, schon einmal eine Bewerbung abgebrochen zu haben, weil ihnen der Bewerbungsprozess zu kompliziert war. 

Einer der Vorteile Initiativbewerbung ist, dass Sie nach Ihrer Initiativbewerbung E-Mail einfach auf Rückmeldung warten können und keine komplizierten Standardprozesse durchlaufen müssen. Darüber hinaus finden Sie manchmal “versteckte Jobs“. Das sind Jobs, die nicht für den freien Markt ausgeschrieben sind, sondern intern besetzt werden sollten oder aus anderen Gründen nicht für Bewerber von Außen zugänglich sind. Wenn Sie proaktiv auf den Arbeitgeber zugehen und intern keine passende Person verfügbar ist, haben Sie vielleicht gute Chancen, im richtigen Moment zur Stelle zu sein. 

Bei uns auf Jooble können Sie sich alternativ auch einfach und unkompliziert auf ausgeschriebene Stellen in Ihrem Fachbereich bewerben. 

Für wen ist die Initiativbewerbung besonders geeignet?

Sie sind der passende Kandidat für eine Initiativbewerbung, wenn: 

  • Sie einen Traumarbeitgeber haben und unbedingt für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten möchten. 
  • Sie in einer Branche arbeiten, wo es wenig ausgeschriebene Stelle und viel Konkurrenz gibt. 
  • Sie in Branchen arbeiten, wo die Nachfrage nach Fachkräften besonders hoch ist. Im IT-Bereich sind zum Beispiel 149.000 Stellen offen und eine Initiativbewerbung lohnt sich dadurch bei vielen Unternehmen. 
  • Sie als Quereinsteiger in ein neues Berufsfeld eintreten wollen. Auch ohne den passenden Lebenslauf haben Quereinsteiger Chancen, wenn Sie motiviert sind und zeigen können, dass sie die Arbeit beherrschen lernen. 
  • Sie als Berufseinsteiger eine Anstellung suchen. 

Sie können ganz unverbindlich in Form einer Initiativbewerbung nachfragen, ob es verfügbare Stellen im Unternehmen gibt, für die Sie infrage kommen. Ihre Motivation haben Sie jedenfalls mit dieser Maßnahme unterstrichen, und wenn das Timing passt, bekommen Sie vielleicht unkompliziert und schnell Ihren Traumjob. Zusätzlich können Sie sich bei Jooble für den kostenlosen Newsletter anmelden und so immer über neue Jobangebote in Ihrem Bereich informiert bleiben. So erfahren Sie schnell von neuen Stellenangeboten und können der Konkurrenz vielleicht zuvor kommen. Bei einem Fachkräftemangel von knapp 400.000 (März 2025) stehen die Chancen für qualifizierte Arbeitnehmer aktuell ohnehin gut. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die erfolgreiche Initiativbewerbung

Eine erfolgreiche Initiativbewerbung folgt einem klaren Ablauf. Folgen Sie diesem Artikel, um genau zu wissen, was Sie tun müssen. 

Schritt 1: Das richtige Unternehmen finden und recherchieren

Eine Initiativbewerbung ist keine Spontanbewerbung. Gerade wenn Sie sich initiativ bewerben, sollte Ihre Motivation, warum Sie gerade für dieses Unternehmen arbeiten möchten, klar erkennbar sein. Finden Sie möglichst viel über das Unternehmen und seine Arbeitsweisen heraus. Quellen dafür können sein: 

  • Firmenwebsite 
  • LinkedIn und andere Job-Portale 
  • Social Media Seiten des Unternehmens

Es ist wichtig, dass bereits aus dem Anschreiben/der Initiativbewerbung hervorgeht, welchen Mehrwert Sie für das Unternehmen liefern und warum Sie dort arbeiten möchten. 

Schritt 2: Den passenden Ansprechpartner identifizieren

Da es keine ausgeschriebene Vakanz gibt, ist vor allem bei der Initiativbewerbung der Aufbau von Beziehungen wichtig. Das gilt noch mehr für kleinere Unternehmen, in denen Sie noch direkt im Kontakt mit den Besitzern der Firma sind, während große Unternehmen in der Regel unpersönlicher sind und eine ganze HR-Abteilung unterhalten. Initiativbewerbung ohne Ansprechpartner? Schreiben Sie nicht allgemein “Sehr geehrte Damen und Herren”, sondern machen Sie den Namen der zuständigen Person und dessen Kontaktdaten ausfindig. Häufig eignen sich hierfür Jobportale wie Xing besonders gut, aber auch eine telefonische Nachfrage in der Zentrale ist eine sinnvolle Option. Sollten Sie partout nichts finden können, adressieren Sie Ihr Anschreiben an die Personalabteilung, HR oder Ähnliches. 

Schritt 3: Der perfekte Aufbau des Anschreibens

Hier sind einige Empfehlungen für das perfekte Anschreiben: 

  • Stellen Sie direkt einen Bezug zwischen Ihnen und dem Unternehmen her, indem Sie Ihre Motivation und Erfahrung in bestimmten Bereichen betonen, in denen das Unternehmen tätig ist. 
  • Drücken Sie in Ihrem Anschreiben den Mehrwert aus, den Sie dem Unternehmen bringen. Das ist der entscheidende Grund, warum Sie das Interesse von Ihrem Gegenüber wecken. 
  • Bringen Sie Ihre Soft Skills und ein Beispiel deren Anwendung im Zusammenhang mit dem Tätigkeitsfeld des Unternehmens ein. 
  • Zeigen Sie sich ob der genauen Stelle und dem Startdatum flexibel, da keine konkrete Stelle ausgeschrieben ist. 

Starten Sie das Anschreiben gleich mit Ihrem Bezug zu dem Unternehmen und seien Sie freundlich und selbstbewusst. 

Das Anschreiben: Die Kunst des Überzeugens

Hier erfahren Sie, worauf es von der Betreffzeile und der Einleitung Initiativbewerbung bis zum Abschluss ankommt. 

Die Betreffzeile: Kreativ und ansprechend gestaltenSchreiben Sie etwas, was das Interesse anregt, besser als “Bewerbung um…”. 
Der Einleitungssatz: Wecken Sie das Interesse sofortStellen Sie einen Zusammenhang zwischen Ihren Erfahrungen und Stärken und den Tätigkeiten des Unternehmens her. 
Der Hauptteil: Mehrwert für das Unternehmen formulierenDas Unternehmen will das beste für sich herausholen, nicht Ihnen einen Gefallen tun. Zeigen Sie auf, warum Sie eine Verstärkung sind und wie Ihre Stärken zum Erfolg des Unternehmens beitragen können.
Der Schlusssatz: Klar und überzeugend abschließenWeisen Sie am Ende auf Ihr Flexibilität, was den Starttermin betrifft, hin und vermeiden Sie Floskeln. 

Die Initiativbewerbung Erfolgsquote hängt auch von Ihrem Anschreiben ab. Zeigen Sie auf, dass Sie ein echter Gewinn für das Unternehmen sind und zeigen Sie sich selbstbewusst. 

Lebenslauf: Fokus auf relevante Erfolge legen

Führen Sie in Ihrem Lebenslauf nicht einfach Stationen auf, sondern zeigen Sie den potenziellen Arbeitgebern Ihre Geschichte und was Sie qualifiziert, bei diesem Unternehmen zu arbeiten. Heben Sie also relevante Stationen hervor und beschreiben Sie Ihre Erfolge in der Tätigkeit und die Projekte, an denen Sie beteiligt waren. Der Aufbau des Lebenslaufs unterscheidet sich damit nicht maßgeblich von de auf eine ausgeschriebene Stelle. 

Anhänge: Welche Dokumente sind sinnvoll?

Immerhin 52 Prozent der Personaler gaben an, Bewerbungen wegen fehlender Arbeitszeugnisse auszusortieren. Die Arbeitszeugnisse der relevanten Stellen sollten Sie also definitiv der Bewerbung hinzufügen. Wenn Sie zusätzliche Zertifikate in relevanten Bereichen vorweisen können, ist das sicher kein Nachteil. In manchen Bereichen bietet es sich überdies an, Arbeitsproben mitzusenden. 

Nachfassen und Geduld bewahren: die Phase nach der Bewerbung

Sie waren bei der Initiativbewerbung Beispiel für Professionalität und Eigeninitiative. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und die Ergebnisse abwarten, denn Unternehmen brauchen erfahrungsgemäß einige Tage, bis Sie die Unterlagen gesichtet, geprüft und ggf. besprochen haben und ein zu schnelles Nachhaken wirkt unsicher und bedürftig. 

Telefonisches Nachfassen: So gehen Sie professionell vor

Bei einer Initiativbewerbung dreht sich alles um Ihre Initiative. Es ist daher mehr als legitim, wenn Sie nach zehn bis 14 Werktagen telefonisch oder per Mail bei Ihrem Ansprechpartner den Stand der Bewerbung erfragen. Bauen Sie dabei keinen Druck auf und wirken Sie nicht bedürftig. Zeigen Sie stattdessen, dass Sie motiviert sind und echtes Interesse an dem Unternehmen haben und wissen wollen, wie es weiter geht. Sein Sie sympathisch und bleiben Sie im Gedächtnis. 

Absage erhalten: Was Sie daraus lernen können

Eine Absage zu erhalten, gehört dazu. Zu ihren Stärken Initiativbewerbung gehört, dass Sie sich jederzeit bei einer anderen Firma bewerben können, auch wenn eine Absage manchmal weh tut. Holen Sie sich, wenn möglich, ein Feedback zu Ihrer Bewerbung ein und bieten Sie an, für spätere Stellensuchen auf Sie zuzukommen, wenn das Unternehmen dies in Betracht zieht. 

Beispiele für die Initiativbewerbung

Warum Initiativbewerbung? Um einen potenziellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen, bevor eine Stelle öffentlich ausgeschrieben wird. Das machen Sie am besten, indem Sie ein individuelles Anschreiben für den entsprechenden Arbeitgeber schreiben. Als Anhaltspunkt können Sie den untenstehenden Text verwenden. 

Muster-Anschreiben für verschiedene Branchen

Betreff: Warum ich Unternehmen XY im Bereich XY unterstützen möchte.

Liebe Frau / Lieber Herr XY, 

Ich verfolge bereits seit geraumer Zeit interessiert die Entwicklung Ihres Unternehmens im Bereich XY. Ganz besonders das “Modehaus AB”-Projekt ist hochinteressant und hat mein Interesse geweckt. Das hat mich nun bewogen, mich initiativ in Ihrem Unternehmen zu bewerben. 

Ich arbeite derzeit in meinem jetzigen Unternehmen an Projekt XY und habe dort XY gelernt und in Situation XY mit Ergebnis Z erfolgreich angewendet. In Ihrem Unternehmen plane ich, die Fähigkeiten so und so anzuwenden. 

Neben den genannten fachlichen Kenntnissen bringe ich Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit mit, die ich in Situation XY gewinnbringend zeigen und nutzen konnte und die ich mit in mein neues Arbeitsumfeld bringe. 

Da ich mich initiativ bewerbe, beziehe ich mich nicht auf eine bestehende Stellenausschreibung und flexibel, was das Startdatum angeht. 

Gerne bespreche ich mit Ihnen alle weiteren Einzelheiten zu der Tätigkeit und meiner Person bei einem persönlichen Kennenlernen. 

Mit freundlichen Grüßen

Fazit 

Initiativbewerbungen können erfolgreich sein und sind definitiv einen Versuch wert, wenn Sie gerne für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten wollen, das gerade aber keine Vakanzen ausschreibt. Das gilt gerade auch für Quereinsteiger und Berufsneulinge. Als Erstes ist es bei der Initiativbewerbung wichtig, dass Sie die richtige Firma wählen. Die Projekte sollten zu Ihren Interessen und Qualitäten passen und Sie sollten glaubhaft vermitteln können, warum Sie für genau diese Firma arbeiten möchten. Sie können zum Beispiel nach Branchenführern in Ihrem Bereich suchen und sich anschauen, welche Projekte diese gerade betreiben oder kürzlich betrieben haben. 

Schreiben Sie unbedingt jedes Anschreiben individuell und passen Sie Ihren Lebenslauf an den Arbeitgeber an. Gerade bei Initiativbewerbungen ist es unprofessionell, wenn er kopiert wirkt. Wenn Sie sich beworben haben, heißt es, zehn bis 14 Tage abzuwarten, bevor Sie freundlich nachfragen können. Am Telefon können Sie zum Beispiel neutral nach dem Stand der Bewerbung fragen oder ob die Unterlagen schon geprüft werden konnten. Wenn es mal zu einer Absage kommt: Holen Sie sich ein Feedback ein und bewerben Sie sich auf Jobble oder initiativ weiter. Wenn Sie Ihren Traumjob bekommen, herzlichen Glückwunsch, Champ!