Während es in Gen Z verbreitet ist, den Job recht regelmäßig zu wechseln, gestaltet sich ein Jobwechsel 40+ oder die Jobsuche ab 50 für viele schwieriger und aufwändiger. Viele Betroffene sprechen hier sogar von einer Altersdiskriminierung in der Bewerbung. Zwar berichten viele Bewerber mittleren und gehobenen Alters, dass sie weniger Rückmeldungen auf ihre Bewerbungen bekommen, durch den Fachkräftemangel steigen die Chancen für eine zweite Karriere aber weiter an und Arbeitnehmer mittleren Alters sind ohnehin gefragter denn je.
Damit Ihre Bewerbung 50 plus erfolgreich verläuft, zeigen wir Ihnen heute, wie Ihre Erfahrung als Vorteil bei der Bewerbung dient und wie der Neustart mit 50 gelingt. Wir sprechen überdies über Jobmöglichkeiten 50 plus und den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Machen Sie sich also keine Sorge, Veränderung kann bedrohlich wirken, aber ist am Ende nur der nächste Schritt auf Ihrer Reise.
Warum ist jetzt der beste Zeitpunkt für einen Jobwechsel?
Die meisten Arbeitnehmer (circa 5,5 Millionen) sind zwischen 55 und 59 Jahren alt. Das liegt zum einen daran, dass diese Jahrgänge besonders geburtenstark waren, zum anderen aber auch daran, dass diese Generation sehr produktiv arbeitet und auch im gestandenen Alter noch leistungsfähig ist.
Den Mythos „zu alt für einen Neuanfang“ entkräften
Die Arbeitnehmerbindung sinkt nach aktuellen Erkenntnissen und immer mehr von ihnen sind wechselwillig. Dabei sind Menschen zwischen 40 und 59 keinesfalls vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen und es gibt zahlreiche Berufe für Quereinsteiger ab 40. So berichtete Werner Eichhorst bereits vor einigen Jahren von einem damals neuen Trend, dem Quereinstieg mit 40 plus. Ein Berufswechsel mit 50 wird demnach nicht mehr als “Schande” wahrgenommen, sondern eher als mutiger Schritt betrachtet.
Ihre Erfahrung als größtes Kapital sehen
Lebenserfahrung im Lebenslauf darzustellen, mag zuerst herausfordernd wirken und die berufliche Neuorientierung fordert immer Energie. Dennoch ist Ihre Lebenserfahrung und eventuell Ihre Berufserfahrung der größte Pluspunkt, den Sie beim Jobwechsel mit 40 haben. Wenn Sie in Ihrem gewohnten Berufsfeld wechseln, weißt Ihr Lebenslauf mit 50 sicher einiges an Erfahrung aus. Bei einem Berufswechsel kommt es mehr auf die Soft Skills Quereinsteiger an, die Sie mitbringen. Wenn Sie lernwillig sind und früher bereits ähnliche Fähigkeiten erlernt haben, haben Sie gute Chance, dass Sie und Ihre Story zu den Erfolgsgeschichten Jobwechsel 50 gehören werden.

Schritt 1: Das Fundament legen – die Selbstreflexion
Viele haben Angst vor einem beruflichen Neuanfang und wissen nicht, ob sie der Herausforderung gewachsen sind. In so einem Fall hilft es, wenn Sie sich nahestehenden Personen anvertrauen und sich Ihre Stärken bewusst machen. Glauben Sie an sich, Sie haben in Ihrem Berufsfeld sicher einiges zu bieten und brauchen sich nicht zu verstecken.
Bei einem Jobwechsel 50+ wünschen die meisten Betroffenen sich, dass es nicht um eine kurzfristige Lösung geht, sondern eine Liaison für länger entsteht. Machen Sie sich Ihre Wünsche und Kompetenzen mit 50 klar und denken Sie darüber nach, wie Sie die nächsten 15 Berufsjahre verbringen wollen. Suchen Sie nicht nach dem nächsten Job, sondern suchen Sie etwas, was Sie gerne viele Stunden die Woche tun wollen.
Eigene Stärken und Soft Skills bewusst machen
Stellen Sie sich bei einem Wechsel der Berufslaufbahn folgende Fragen:
- Was tue ich gerne?
- Was kann ich gut?
Machen Sie sich jeweils eine Liste. Wenn es Überschneidungen gibt, überlegen Sie, ob Sie es beruflich machen wollen. Das wichtigste sind nämlich Ihre Leidenschaft und Ihre Motivation. Sie können sich ein bisschen in das Thema bzw. das Berufsfeld vertiefen, bevor Sie sich bei Jooble und anderen Portalen auf die Suche nach ihrer neuen Stelle machen. Machen Sie sich dann bewusst, was für Qualitäten und Erfahrungen Sie mitbringen. Machen Sie zwei weitere Listen. Eine mit Ihren fachlichen Fähigkeiten, eine mit Ihren persönlichen Kompetenzen. Machen Sie sich Ihren Wert bewusst und gleichen Sie die Fähigkeiten mit denen ab, die in dem von Ihnen angestrebten Berufsfeld gesucht werden. Wenn Ihnen wichtige Fähigkeiten fehlen, denken Sie über eine Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer nach und erwerben Sie sie ggf.
Karriereziele neu definieren – vom Job zur Berufung
Suchen Sie nicht einfach nach irgendeinem Job. Versuchen Sie stattdessen, etwas zu finden, was Ihnen Spaß macht und Sie erfüllt. 2019 waren Angestellte durchschnittlich über zehn Jahre im selben Betrieb beschäftigt. Sie verbringen jede Woche eine große Anzahl an Stunden auf der Arbeit und sollten einigermaßen gerne tun, was Sie eben tun. Gerade als Quereinsteiger und gerade dann, wenn Sie älter sind, sollte Ihre Motivation außerdem auch schon aus dem Anschreiben Quereinsteiger hervorgehen. Suchen Sie sich also etwas, was Sie begeistert und tauchen Sie in Ihr neues Abenteuer ein. Echte Begeisterung lässt sich nicht vortäuschen und macht einen gewaltigen Unterschied. Gerade heute.
Schritt 2: Den neuen Markt erkunden
Je mehr Sie über die Branchen wissen, die Sie ins Auge gefasst haben, desto besser können Sie sich an sie anpassen und Ihre Vorzüge entsprechend der gesuchten Fähigkeiten betonen.
Branchen mit den besten Chancen für Quereinsteiger
In Bereichen wie IT, Pflege, Sales und Beratung gibt es viele offene Stellen und sie sind offen für Quereinsteiger. Wenn Sie also arbeitslos mit 50 sind und nach einer Branche mit Zukunft für sich suchen, könnten diese Branchen interessant für Sie sein. Aber auch in anderen Bereichen haben Sie gute Chancen. Suchen Sie bei uns gleich hier eine passende Stelle und bewerben Sie sich.
Digitale Fähigkeiten als Sprungbrett
Auch wenn 2023 circa ein Viertel der befragten Arbeitnehmer wahrnehmen, dass die Digitalisierung mehr eine zusätzliche Last sei, als eine Erleichterung, kommen Sie im Berufsalltag um digitale Grundkenntnisse heute kaum noch herum. Gerade bei einem Vorstellungsgespräch Alter müssen Sie sich darauf einstellen, dass Ihre technischen Fähigkeiten hinterfragt werden, wenn Sie im Beruf später in Kontakt mit Technik kommen würden. Entwickeln Sie also, wenn nicht bereits vorhanden, Grundkenntnisse im Umgang mit Computern und bestimmten Softwares und bereiten Sie sich so auf Ihre neue Stelle vor. Außerdem sollten Sie sich gute Antworten auf zu erfragende Fragen überlegen.
Gehaltsvorstellungen realistisch einschätzen
Wenn Sie Ihr Gehalt verhandeln, sollten Sie folgendes beherzigen:
- Denken Sie nicht in fixen Zahlen, sondern legen Sie für sich eine Spanne fest.
- Beginnen Sie Ihre Verhandlungen knapp oberhalb des oberen Rahmens und legen Sie nach unten hin eine Schmerzgrenze fest, unter die Sie sich nicht begeben.
- Informieren Sie sich vorab hier über das Durchschnittsgehalt in Ihrer Branche.
- Bleiben Sie stets professionell und freundlich.
- Seien Sie selbstbewusst und verkaufen Sie sich nicht unter Ihrem Wert.
Wenn Sie sich an diese Tipps halten, sollten Sie in der Lage sein, ein faires und angemessenes Gehalt auszuverhandeln und gleichzeitig das Verhältnis mit dem Arbeitgeber nicht zu beschädigen. Neben dem Gehalt sollten Sie auch weitere Vorzüge und die Work-Life-Balance in die Berechnung mit einbeziehen. Mehr Freizeit, Home-Office und andere Vorzüge können manchmal den Gehaltscheck an Wichtigkeit sogar übertrumpfen.

Schritt 3: Die Bewerbung – Erfahrung gekonnt präsentieren
Jetzt wird es richtig praktisch, denn wir kommen zur eigentlichen Bewerbung. Eine Bewerbung besteht in der Regel aus:
- Einem Lebenslauf
- Einem Bewerbungsanschreiben
- Zeugnissen und Qualifikationsnachweisen
- Optional einem Motivationsschreiben und einem Deckblatt
Auf den Lebenslauf und das Anschreiben gehen wir im Folgen näher ein und machen Sie fit für den modernen Bewerbungsprozess.
Wie Sie einen modernen Lebenslauf erstellen
Ein moderner Lebenslauf unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der klassischen Variante. Hier ist, worauf Sie achten sollten:
| Abschnitt im Lebenslauf | Inhalt |
| Berufliche Stationen | Sortieren Sie von neu zu alt. Beschreiben Sie hier messbare Erfolge und welche Fähigkeiten Sie wie dafür eingesetzt haben. |
| Ausbildung & Qualifikation | Zeigen Sie auf, was Sie gelernt haben und welche Qualifikationen Sie mitbringen. |
| Kenntnisse | Unter den besonderen Fähigkeiten listen Sie Sprachen (nach dem Einschätzungssystem von A1 bis C2), IT-Kenntnisse und andere relevante Fähigkeiten auf. |
Der moderne Lebenslauf will Interesse wecken und einen Zusammenhang zwischen Ihren bisherigen Stationen und der neuen Tätigkeit herstellen. Stellen Sie daher Fähigkeiten heraus, von denen Sie glauben, dass Sie Ihnen in Ihrem neuen Job helfen könnten.
Die Lücke im Lebenslauf als Stärke verkaufen
Lücken sind in der Regel keine Lücken. Zeigen Sie auf, wenn Sie in Elternschaft waren, gereist sind oder was auch immer Sie getan haben, wie Sie die Zeit als Coaching berufliche Neuorientierung genutzt und was Sie dabei gelernt haben. Denken Sie daran, Ihre Erfahrung ist Ihr größter Vorteil und Sie sollten ihn für sich nutzen.
Anschreiben: So überzeugen Sie mit Ihrer Motivation
Ähnlich wie der Lebenslauf folgt auch das Anschreiben festen Vorgaben und Abläufen:
| Abschnitt Anschreiben | Inhalt |
| Einleitung | Nehmen Sie etwas knackiges, das direkt Bezug zur Stelle herstellt. Wenn Sie können, zeigen Sie direkt Ihren Mehrwert für das Unternehmen auf. |
| Hauptteil | Stellen Sie Ihre Motivation und Ihren Mehrwert möglichst konkret und möglichst messbar dar. |
| Schlussteil | Verabschieden Sie sich mit einer klar formulierten Erwartung, die suggeriert, dass Sie sich auf die kommende Zusammenarbeit freuen. |
Beim Anschreiben geht es darum, einen Mix zu finden. Auf der einen Seite sollten Sie selbstbewusst auftreten und um Ihren Mehrwert für das suchende Unternehmen wissen. Auf der anderen Seite ist Ihre Motivation aber zentral und Sie sollten unter keinen Umständen überheblich wirken oder so tun, als wüssten Sie schon alles.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Schritt 4: Das Vorstellungsgespräch – selbstbewusst auftreten
Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, heißt das, dass Ihr Anschreiben und Ihr Lebenslauf die Personaler überzeugt haben. Rechtfertigen Sie sich bei dem Gespräch nicht für Ihr Alter oder etwaige Lücken in Ihrem Lebenslauf. Treten Sie selbstbewusst auf und zeigen Sie klar, dass Sie wissen, wie Sie dem Unternehmen einen Mehrwert bringen können.
Typische Fragen zum Jobwechsel in der Lebensmitte
Die Fragen werden vor allem auf die Motivation für den Jobwechsel abzielen. Zu erwarten sind Fragen wie:
- Warum wollen Sie den Job wechseln?
- Was erhoffen Sie sich von Ihrer beruflichen Zukunft?
- Wie haben Sie in der Vergangenheit auf Veränderung reagiert?
Stellen Sie Ihre Lernbereitschaft und Ihre Motivation in den Fokus und bleiben Sie gelassen. Sie müssen sich nicht rechtfertigen, es geht hier ausschließlich um Ihre Eignung für eine bestimmte Position.
Wie Sie Ihre „Soft Skills“ im Gespräch hervorheben
Nennen Sie Ihr Soft Skills nicht einfach, sondern erläutern Sie, wie und wo Sie sie eingesetzt haben und welche Erfolge damit verbunden waren. Nennen Sie nicht einfach Begriffe, sondern machen Sie dem Gegenüber klar, was “Zuverlässigkeit” oder “Teamfähigkeit” für Sie bedeutet und wo Sie diese Fähigkeiten bewiesen haben.
Fazit: Ihr Weg ist einzigartig – Jooble hilft Ihnen dabei
Ein gerade Weg ist nicht unbedingt der schönste Weg und bei einem Jobwechsel spielen Motivation und Leidenschaft eine viel größere Rolle, als das Alter es tut. Machen Sie sich klar, was Sie mit Ihrem restlichen Berufsleben machen wollen und suchen Sie nach einer Stelle, die zu Ihnen passt. Bei Jooble finden Sie tausende Stellen aus fast allen nur denkbaren Bereichen. Schauen Sie sich in Ruhe um, überlegen Sie aber nicht zu lange und bewerben Sie sich ruhig einfach einmal. Wenn Sie zu lange warten, droht eine Art Blockade und mit jeder Bewerbung lernen Sie etwas dazu. Viel Erfolg bei ihrer zweiten Karriere!