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Lebenslanges Lernen: So bleiben Sie beruflich fit und gefragt

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 9 min

Früher haben Arbeitnehmer oft ihr Leben lang für einen einzigen Betrieb gearbeitet. 2023 war die durchschnittliche Betriebsmitgliedschaft der Arbeitnehmer bei elf Jahren. Dabei ist die Beschäftigungszeit im Gastgewerbe besonders niedrig, im Kredit- und Versicherungsgewerbe hingegen gibt es besonders viel Betriebstreue. Außerdem fällt auf, dass die Mitarbeiterbindung in großen Unternehmen besser gelingt als in kleineren. Durch die häufigeren Jobwechsel und natürlich die sich rasant verändernde Arbeitswelt ist es wichtig, dass Sie jederzeit geistig fit bleiben und lebenslanges Lernen kultivieren. 

Warum lebenslanges Lernen wichtig ist, wie Online-Kurse und andere Formen des digitalen Lernens Sie voranbringen und wie Sie Ihre neuen Skills beruflich nutzen, erfahren Sie hier! 

Warum lebenslanges Lernen heute unverzichtbar ist

Der Krankenstand ist mit durchschnittlich 15 Tagen im Jahr pro Arbeitnehmer besonders hoch. Ein Grund dafür ist, dass viele Arbeitnehmer von den Neuerungen am Arbeitsplatz überfordert sind. Berufliche Weiterbildung sollte in diesen Fällen selbstverständlich vom Arbeitgeber bereitgestellt werden. Wenn Sie als Arbeitnehmer darüber hinaus die entsprechende Lernbereitschaft mitbringen, brauchen Sie sich vor der Zukunft keine Sorgen zu machen. 

Kompetenzentwicklung ist dennoch kein “Kann”, sondern ein “Muss”. “Knapp vier Fünftel der Beschäftigten in Deutschland haben in den letzten fünf Jahren eine Veränderung der technischen Ausstattung ihres Arbeitsplatzes erlebt”, stellten Forscher um Henner Gimpel vom Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik in einer Studie fest. Alleine dieser simple Fakt zeigt, dass sich die Welt rasant verändert und Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes eine der wichtigsten Future Skills ist.

Ihre persönliche Lern-Roadmap erstellen

Auch im Erwachsenenalter können Sie Lernblockaden überwinden und das Lernen in den Alltag integrieren. Gerade bei der Altersgruppe von 30 bis 45 Jahren sorgt das Lernen laut einer Studie von 2011 für eine gesteigerte Lebensfreude und ist damit keine lästige Pflicht, sondern kann sogar richtig Spaß machen. 

Schritt 1: Das Ziel definieren – Was wollen Sie wirklich lernen?

Lernen ist immer gut, aber wenn Sie lernen, um Weiterbildungen im Lebenslauf aufführen zu dürfen oder um Ihre Karriere sichern zu können, kommt es darauf an, dass Sie etwas Passendes lernen, das gebraucht wird. Folgen Sie diesen Schritten, um das richtige Lernziel festzulegen, wenn Sie nach einer beruflichen Veränderung suchen: 

  1. Überlegen Sie sich, was Sie gerne machen, und schreiben Sie es auf. Tun Sie dasselbe mit Dingen, die Sie gut können. Das kann allgemein sein oder bereits im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit stehen. Wenn es Überschneidungen auf beiden Listen gibt, gehen Sie diesen nach. 
  2. Informieren Sie sich, in welchen Branchen Bedarf besteht, wodurch ein beruflicher Neuanfang erleichtert wird.  In Sozial- und Pflegeberufen, im Handwerk und in der IT-Branche ist der Fachkräftemangel zum Beispiel besonders spürbar und mit einer Umschulung können Sie viele dieser Berufe schnell und einfach erlernen und ausüben. 

Wenn Sie sich hingegen innerhalb Ihres Unternehmens entwickeln wollen, spezialisieren Sie sich auf bestimmte Prozesse und Abläufe und vertiefen Sie Ihre Fachkenntnisse oder fassen Sie eine Position ins Auge und schauen Sie, welche Fähigkeiten Ihnen fehlen, um diese Position auszuüben. Erwerben Sie die entsprechenden Fähigkeiten und drücken Sie Ihre Lernbereitschaft in Bewerbung aus, wenn die passende Stelle ausgeschrieben ist. 

Schritt 2: Die richtigen Lernstrategien für Ihren Alltag finden

Für Berufstätige ist es oft schwierig, die Zeit und Motivation zu finden, die es braucht, um nach der Arbeit noch zu lernen. Wir stellen Ihnen daher einige Lernstrategien für Berufstätige vor, die Ihnen vielleicht helfen, das persönliche Fortkommen in Ihren Alltag zu integrieren. 

  • Lernen Sie in kleinen, festgelegten Dosen. Sie können zum Beispiel 15 Minuten pro Tag fest im Tagesablauf einplanen, in denen Sie sich weiterbilden oder eine neue Fähigkeit erlernen. 
  • Belohnen Sie sich für kleine Erfolge. Zwar stößt das Gehirn beim Lernen ohnehin das Glückshormon Dopamin aus, wenn Sie diese Momente aber genießen und im Außen verstärken, verankert sich das positive Gefühl tiefer in Ihnen und Sie schaffen eine starke neuronale Verknüpfung zwischen Lernen und Belohnung. 
  • Nutzen Sie, wenn für Ihr Lernfeld verfügbar, Apps wie Duolingo, die spielend Inhalte vermitteln. Dadurch ist es leichter, dabei zu bleiben und regelmäßig zu lernen. 
  • Suchen Sie sich jemanden, der mit Ihnen lernt, Sie lehrt oder mit Ihnen fachsimpelt, um das Thema zu vertiefen. Das kann auch ein erfahrener Kollege sein oder Sie können Ihr berufliches Netzwerk nutzen. 

Die Vorteile lebenslanges Lernen sind unbestritten groß und Ihr Gehirn gewöhnt sich schnell daran, wenn Sie es regelmäßig tun. Am Anfang mag es Sie etwas anstrengen, regelmäßig zu lernen, aber dabei handelt es sich nur um eine Gewöhnungsphase, die schnell vorübergeht. 

Die besten Lernmethoden für Berufstätige

“So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen“, schrieb Heinrich Heine. Nun gibt es aber viele Möglichkeiten, um zu lernen, und die meisten davon sind grundsätzlich gut. Es kommt also darauf an, dass die Lernart zu Ihrem Alltag passt. Für Berufstätige bedeutet das in der Regel, dass sie gerne flexibel und örtlich ungebunden sein sollte. Wir stellen Ihnen jetzt verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden, im kompakten Vergleich vor, damit Sie die wählen können, die Ihnen am passendsten erscheinen. 

Lernmethode: Ablauf: Vorteile: 
Digitales Lernen: Online-Kurse, Podcasts und YouTubeEs gibt online zahlreiche Kurse zu allen erdenklichen Themen. Gerade für theoretische Inhalte eignen sie sich sehr gut, da Sie als Lernender eine Struktur vorgegeben bekommen, gleichzeitig aber lernen können, wann, wo und in welchem Tempo Sie wollen. Neben vorgefertigten Kursen können Sie Lernapps nutzen, informative Podcasts hören oder Videos auf YouTube anschauen, um sich selbst eigenständig weiterzubilden und offene Fragen zu beantworten. Zeitlich flexibel, örtlich ungebunden.Sehr kostengünstig bis gratis. Macht oft Spaß und fühlt sich eher nach Freizeit an, als nach lernen. 
Informelles Lernen: Mentoring, Networking und ProjekteViele erfahrene Kollegen sind bereit, Ihnen etwas beizubringen, wenn Sie sie fragen. Suchen Sie sich einen Mentor oder zapfen Sie Ihr Netzwerk an, um beruflich voranzukommen. Direktes Lernen mit Praxisbezug, nicht nur Theorie. Menschlicher Kontakt und direkter Ansprechpartner. 

Sie können natürlich alternativ auch Kurse an der Volkshochschule besuchen oder sich sonstwie weiterbilden. Entscheidend ist, dass Sie möglichst viel Spaß am Lernen haben und den zusätzlichen Zeitaufwand in Ihren Alltag integriert bekommen. 

So bleiben Sie motiviert und überwinden Lernblockaden

Befolgen Sie diese Ratschläge, um nicht die Motivation zu verlieren und am Ball zu bleiben:

  • Setzen Sie sich kleine Ziele und feiern Sie deren Erreichen. 
  • Dokumentieren Sie Ihre Lernfortschritte regelmäßig. 
  • Übernehmen Sie sich nicht und lernen Sie Stück für Stück.
  • Wann immer möglich, lernen Sie spielerisch. 
  • Wenn Sie eine Blockade feststellen: Machen Sie eine Pause oder wechseln Sie das Thema. 

Lernen ist ein Marathon und kein Sprint. Versuchen Sie nicht, möglichst schnell möglichst viel zu lernen, sondern folgen Sie zuverlässig dem Trott und verbessern Sie sich jeden Tag ein kleines bisschen.

Vom Gelernten zur Bewerbung: So zeigen Sie Ihre Lernbereitschaft

Zertifizierungs-Weiterbildung ist Gold wert. Sie belegen, dass Sie freiwillig an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben und welchen Erfolg Sie dabei hatten. Wie genau bringen Sie aber in der Bewerbung und im Bewerbungsgespräch Lernbereitschaft zum Ausdruck?

Der Lebenslauf: Wie Sie Ihre Weiterbildungen hervorheben

Im Lebenslauf sollten Sie einen zusätzlichen Abschnitt mit Zertifikaten und Qualifikationen einfügen. Erwähnen Sie nur Zertifikate, die sich mit der aktuellen Bewerbung in Zusammenhang bringen lassen. Wählen Sie lieber weniger und passendere Leistungsnachweise aus, als den Personaler mit einem ganzen Haufen Scheine zu beeindrucken. 

Das Vorstellungsgespräch: Die besten Antworten auf Fragen zu Ihrer Lernbereitschaft

Wenn Sie beim Vorstellungsgespräch auf Ihre Lernbereitschaft angesprochen werden, empfehlen wir Ihnen, folgendes zu tun: 

  • Unterstreichen Sie Ihre Lernbereitschaft, indem Sie sie an aktuellen Beispielen belegen. 
  • Erklären Sie, warum Sie lernen und was daran Ihnen Freude bereitet. Betonen Sie auch, wo Sie sich gerne hinentwickeln möchten. 

Wenn Sie Lernbereitschaft haben, sollten Sie sie auch zeigen, denn sie gehört zu den wichtigsten Soft Skills. Bei Jooble finden Sie viele tausend Jobs, wo Sie und Ihre Lernbereitschaft gefragt sind. Bewerben Sie sich gleich jetzt auf die passende Stelle! 

Fazit: Investieren Sie in Ihre Zukunft – fangen Sie heute an

Lebenslanges Lernen ist weit mehr als ein Trend. In der heutigen Welt, die sich so schnell ändert, kommen Sie gar nicht mehr darum herum, denn bestimmte Techniken, Verhaltensweisen oder Redewendungen sind vielleicht schon morgen überholt. Machen Sie sich eine Freude daraus, sich weiterzubilden und immer Neues über die Welt herauszufinden, in der wir leben. Sie müssen dabei nicht der neue Einstein werden und alles wissen. Genießen Sie stattdessen jeden Podcast, jedes Video und jeden Fachartikel und versuchen Sie, daraus eine tägliche Praxis zu machen. So verlernen Sie das Lernen nicht und entwickeln eine positive Beziehung dazu.