Maurer gehört zu den typischen Handwerksberufen und ist ein Job mit ebenso viel Tradition wie Zukunft. Menschen benötigen in Wohnungen und Häusern immer Wände und Mauern. Genau die Fähigkeiten, die es dafür braucht, um sie zu bauen, erlernen Maurer im Rahmen ihrer Ausbildung. Im heutigen Artikel stellen wir daher den Beruf Maurer und den Maurermeister vor. Einen besonderen Blick werfen wir dabei auf den Lohnbeutel und die Frage: “Wie viel verdient man als Maurer?”. Wir erklären daher den Unterschied zwischen dem Tarifvertrag und der Arbeit ohne selbigen und schauen auch auf das Maurermeistergehalt. Aber auch die Frage “Wie wird man Maurer?” kommt nicht zu kurz und wir stellen die Ausbildung vor.
Tariflohn für Maurer: Die Lohngruppen im Bauhauptgewerbe
Für manche Branchen und Berufsgruppen gibt es Tarifverträge. Das sind Verträge, die zwischen Interessengruppen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite ausgehandelt werden. Oftmals ist eine Bezahlung nach Tarif attraktiv, weil hier oft mehr gezahlt wird und bessere Bedingungen gelten, als bei Betrieben, die nicht mit Tarifverträgen arbeiten. Wenn untertariflich bezahlt wird, bedeutet das also einen Nachteil. Der Tarifvertrag ist aber keine Obergrenze und es gibt Betriebe, die freiwillig höhere Löhne zahlen, als die die im Tarifvertrag verhandelt wurden. Das nennt man dann eine übertarifliche Bezahlung und sie ist natürlich erlaubt.
Was ein ausgebildeter Maurer laut Tarifvertrag verdient
Die Eingruppierung zu der passenden Lohnklasse hängt von verschiedenen Faktoren ab und dementsprechend sind Qualifikation und Erfahrung wichtige Aspekte, die sich auf den Lohn von Arbeitskräften auswirken, die nach Tarif bezahlt werden. In der Spitze sind Stundenlöhne von mehr als 25,00 EUR oder sogar knapp 30 EUR brutto möglich, aber solche Beträge erzielen Sie nur, wenn Sie eine erfahrene Fachkraft mit einer entsprechenden Qualifikation sind. Wenn Sie wenig Erfahrung und keine Spezialisierung haben, ist der untere Rand 15,86 EUR.
Ost-West-Angleichung 2026: Was sich ändert
Der neue Tarifvertrag hat die Unterscheidung bei den Tariflöhnen zwischen Ost- und Westdeutschland aufgehoben. Das bedeutet, dass im Osten jetzt genauso hohe Tarifgehälter wie im Westen gelten. Nicht zwangsläufig bedeutet es hingegen, dass Maurer überall dasselbe verdienen. Qualifikation, Art der Tätigkeit und des Einsatzgebietes usw. spielen weiterhin eine Rolle und es gibt Betriebe, die übertariflich bezahlen. Trotzdem ist das gerade für ostdeutsche Beschäftigte ein Schritt nach vorn. Und die Löhne gleichen sich weiter aneinander an.
Aus unseren Jooble-Analysen geht übrigens hervor, dass der durchschnittliche Stundenlohn für Maurer – unabhängig von Tarifbindung und Qualifikation – bei 16,26 EUR liegt.
Gehalt als Maurermeister: Verdienst mit Führungsverantwortung
Als Maurermeister arbeiten Sie in der Regel nicht nur praktisch im Bau, sondern planen und organisieren Abläufe und koordinieren Gesellen und deren Arbeitseinsätze. Außerdem dürfen Sie Lehrlinge ausbilden und sind berechtigt, einen eigenen Betrieb zu eröffnen und sich somit selbstständig zu machen. Es gibt eine extra Maurermeister-Ausbildung, die Sie absolvieren müssen, um den Titel „Maurer- und Betonbauermeister“ zu tragen. Überdies entstehen Ihnen dabei oft Maurermeisterkosten. Langfristig lohnt sich die Weiterbildung zum Maurer finanziell, aber in den allermeisten Fällen. Das Maurermeistergehalt liegt nach unserer Analyse bei 26,96 EUR die Stunde und damit deutlich über dem, das ein einfacher Maurer bekommt. Es handelt sich bei diesen Angaben natürlich um Bruttowerte und das Maurermeistergehalt netto fällt geringer aus. Die genaue Höhe des Nettolohns hängt von verschiedenen Steuer- und Sozialversicherungsfaktoren ab.
Was den Verdienst am Bau zusätzlich beeinflusst
Auch bei einer Bezahlung nach Tarif, ist der Grundlohn manchmal nur ein Teil der Zahlung. Hinzu kommen ggf. nämlich noch Zuschläge und andere Faktoren können das Gehalt ebenfalls beeinflussen. Wenn Sie auswärtig eingesetzt werden und auf Montage sind, werden zusätzliche Zahlungen fällig und natürlich haben Sie gerade als Handwerker oft die Möglichkeit, das Gehalt durch Überstunden aufzubessern. Zudem gibt es Fähigkeiten und Einsatzgebiete, die extra bezahlt werden. Sollten Sie nachts oder am Wochenende eingesetzt werden, bekommen Sie dafür oft weitere Zuschläge. Diese sind per Gesetz nicht mit Ausgaben belastet. Sie bekommen den Zuschlag also netto ausgezahlt.

Voraussetzungen für den Tariflohn: Ausbildung und Einstufung
Qualifikation und Berufserfahrung sind die entscheidenden Faktoren, anhand deren Sie einer Tarifklasse zugeordnet werden. Die wichtigste Qualifikation, die Sie erwerben sollten, wenn Sie langfristig als Maurer arbeiten wollen, ist die Berufsausbildung zum Maurer. Diese Ausbildung dauert im Regelfall drei Jahre und wird dual absolviert. Das bedeutet, dass Sie neben der praktischen Arbeit im Betrieb auch regelmäßig zur Berufsschule gehen. Am Ende sind Sie ein Geselle des Maurerhandwerks. Während der Ausbildung lernen die angehenden Gesellen alles, was ein vollwertiger Maurer können muss. Sie lernen, Fundament und Wände, sowie Decken herzustellen, zu verputzen und zu reparieren und vieles mehr. Um die Ausbildung antreten zu können, brauchen Sie per Gesetz keinen bestimmten Schulabschluss mitbringen, auch wenn in der Praxis ein guter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss gern gesehen wird. Sie müssen zudem körperlich fit und belastbar sein. Maurer ist eine anstrengende Tätigkeit und Sie müssen oft schwere Dinge bewegen und haben und arbeiten mit sperrigem und manchmal schwerem Werkzeug. Sie sollten zudem ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick mitbringen und in der Lage dazu sein, räumlich und technisch zu denken. Außerdem sollten Sie natürlich keine Angst davor haben, sich die Hände schmutzig zu machen, denn Dreck und Staub gehören zum Berufsalltag des Maurers. Des Weiteren wird auf dem Bau in aller Regel früh angefangen zu arbeiten und das bedeutet, dass auch Sie früh anfangen und aufstehen und das Ausschlafen aufs Wochenende verschieben müssen.
Sie können übrigens grundsätzlich auch als Bauhelfer ohne Ausbildung Mauertätigkeiten ausführen. In diesem Fall werden Sie aber in der Regel niedriger eingruppiert und bekommen dementsprechend auch weniger Geld für Ihre Arbeit. Außerdem dürfen Sie bestimmte, komplexere Arbeiten oft nicht ausführen und arbeiten, wie der Name schon andeutet, eher in helfender Funktion mit.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Karrierewege mit höherem Gehalt: Vom Maurer zum Polier oder Bauleiter
Nach der Berufsausbildung stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen, um beruflich weiterzukommen. Wie bereits beschrieben, gibt es die Möglichkeit, Betonbaumeister zu werden. Das erfordert, dass Sie zur Meisterschule gehen und eine zusätzliche Prüfung ablegen. Sie lernen hier, die besonders komplexen Techniken Ihres Handwerks zu meistern, Kalkulationen anzustellen und vieles mehr. Die Meisterschule ist aber nicht der einzige Weg, um sich als Maurer beruflich weiterzuentwickeln. Alternativ können Sie auch Polierer werden. Ein Polierer koordiniert größere Teile einer Baustelle und fungiert als Bindeglied zwischen der Bauleitung und den Beschäftigten. Als Polierer warten also viel Personalmanagement und Organisation von Abläufen auf Sie. Sie haben grundsätzlich überdies sogar die Möglichkeit, langfristig selbst Bauleiter zu werden, wenn Sie die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringen. Außerdem ist eine Laufbahn als Techniker denkbar. Sie haben somit die Möglichkeit, einen Handwerksberuf zu lernen und in der Ausbildung bereits Geld zu verdienen und sich nebenbei für immer eine solide berufliche Basis zu schaffen. Wenn Sie dann aber komplexere, technischere oder verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen möchten, können Sie später zusätzlich noch eine entsprechende Weiterbildungsmaßnahme besuchen und die Karriereleiter weiter hochklettern und sich qualifizieren. Damit haben Sie jederzeit die Wahl, ob Sie die handwerkliche Tagesarbeit oder eine technische Stelle mit Personalverantwortung bevorzugen.
Egal, ob Sie aber ein junger oder erfahrener Geselle sind, einen Ausbildungsplatz finden wollen oder Stellenangebote Maurermeister brauchen: In der Jooble-Stellenbörse findet fast jeder einen passenden Job in seiner Nähe. Wir wünschen Ihnen nun viel Erfolg dabei, Ihre Berufslaufbahn auf einem starken Fundament aufzubauen und alles Gute für Ihre berufliche Zukunft.