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Müllmann werden: Ausbildung, Aufgaben und Gehalt

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 7 min
Müllwerker leert eine Mülltonne in den Entsorgungswagen

452 Kilo Haushaltsmüll produziert jeder Deutsche im Schnitt laut einer Studie des Statistischen Bundesamts pro Jahr. Der Arbeitsalltag eines Müllmanns ist dementsprechend selten langweilig und die Arbeit mit dem Müllwagen eine, die wenig konjunkturabhängig ist. Müll gibt es eigentlich immer! Im heutigen Artikel geht es daher um die Müllwerker und ihre Arbeit. Wir fragen „Wie viel verdient ein Müllmann?“, „Wo gibt es die besten Müllwerker-Jobs?“ und vieles mehr. Am Ende des Artikels werden Sie wissen, wie hoch das Müllabfuhrgehalt ausfällt und was Sie dafür tun müssen.

Aufgaben eines Müllmanns im Arbeitsalltag

Bevor wir im Detail über das Müllmann-Gehalt sprechen können, müssen wir wissen, was ein Müllmann eigentlich macht. Müllmänner heißen heute zumeist Müllwerker, Lader, Mülllader oder Entsorgungshelfer und entleeren beispielsweise Mülltonnen oder andere Gefäße. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Abfall aus einer Abfalltonne in den Müllwagen gelangt. Nach der Entleerung des Behälters verantwortet der Müllmann, dass dieser wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückkommt. Manchmal ist ein Müllwerker auch für Sperrmüll zuständig. Dann werden Möbel und ähnliche Dinge abgeholt und transportiert. Hierfür ist natürlich ein ausreichendes Maß an Kraft und physischer Fitness notwendig. Diese Beschreibung bezieht sich primär auf Müllwerker, die für die Stadtreinigung oder einen privaten Entsorgungsdienst tätig sind. Zusätzlich zu den Ladern gibt es in diesem Umfeld auch Fahrer. Sie sind dafür verantwortlich, das Entsorgungsfahrzeug zu führen und können die Lader zwar unterstützen, sind meist aber weniger für das Beladen zuständig. Auch eine Anstellung auf einem Recyclinghof ist eine Alternative für Müllwerker und bedingt einen anderen Arbeitstag, der mehr Sortiertätigkeiten und weniger Beladen beinhaltet.

Müllmann ohne Ausbildung oder mit Ausbildung: die zwei Wege

Für viele Müllwerker-Jobs brauchen Sie nicht zwingend eine Ausbildung zu absolvieren. Die Tätigkeiten sind im Regelfall immer dieselben und nach einer Einarbeitungsphase sollte Ihnen die Arbeit mental nicht allzu große Probleme machen. Physisch hingegen müssen Sie topfit sein und Ihr Müllabfuhrgehalt ist aus körperlicher Sicht hart verdient. Sie legen am Tag oft viele Tausend Schritte zurück und bewegen insgesamt große Mengen an Gewichten, auch wenn Sie keine extrem schweren Einzelstücke bewegen. Sie sind daher am Ende des Tages, gerade am Anfang Ihrer Laufbahn als Müllwerker, oft körperlich erschöpft. Dazu kommt, dass Sie oft extrem früh zu arbeiten beginnen müssen, wenn Sie Müllmann werden. Wenn Sie mit diesen Bedingungen umgehen können und dazu auch noch zuverlässig und punctlich sind, können Sie vermutlich ohne große Probleme den Ablauf lernen, die Handgriffe verstehen und im laufenden Betrieb zum Müllwerker werden.

Ausbildung zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Es gibt durchaus Ausbildungen, die sich mit Müll beschäftigen. Eine solche Ausbildung kann Sie zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft machen. Wenn Sie die dreijährige duale Ausbildung absolvieren, lernen Sie aber mehr, als Müllfahrzeuge zu beladen. Die Ausbildung zielt eher darauf ab, dass Sie den Müllkreislauf tiefgreifend verstehen und echtes Fachwissen über Abfälle, Wertstoffe und die Organisation von logistischen Abläufen beherrschen. Wenn Sie also langfristig in der Entsorgungsbranche arbeiten und anspruchsvollere Aufgaben übernehmen wollen, kann die Ausbildung eine gute Wahl für Sie sein. Wenn Sie hingegen nur für ein paar Monate bei der Müllabfuhr arbeiten wollen, sollten Sie sich die Mühe sparen und direkt hier bei Jooble nach Müllwerker-Jobs suchen.

Gehalt als Müllmann: Brutto und Netto im Vergleich

Kommen wir zur Frage aller Fragen: Wie viel verdient man als Müllmann? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige davon sind diese: 

  1. Arbeiten Sie für die städtische Müllentsorgung oder ein privates Entsorgungsunternehmen? Die städtische Stadtreinigung zahlt in der Regel ein relativ gutes Gehalt, bei vielen Subunternehmen und privaten Entsorgungsunternehmen sind die Löhne eher geringer. Eine Bezahlung nach Tarifvertrag ist häufig besonders attraktiv. 
  2. In welcher Region arbeiten Sie? Der Standort innerhalb Deutschlands ist beim Lohn in fast allen Berufen ein Faktor. Das Müllwerker Gehalt ist etwa im Süden besonders hoch, im Osten eher niedriger. 
  3. Welche Qualifikation haben Sie? Natürlich können Sie innerhalb eines Unternehmens grundsätzlich mehr verdienen, wenn Sie mehr Qualifikationen und Erfahrung mitbringen. Eine abgeschlossene Ausbildung in Umwelttechnologie lohnt sich finanziell natürlich auch und führt zu einem höheren Gehalt.
  4. Bekommen Sie zu Ihrem Grundgehalt weitere Zulagen? Es können Zuschläge zum Grundgehalt hinzukommen, zum Beispiel für Arbeit am frühen Morgen oder etwa am Wochenende. Besonders attraktiv sind die Zuschläge dadurch, dass im Regelfall keine Abgaben darauf erhoben werden. Die Zuschläge sind also netto, womit wir zu der Frage aus der Überschrift dieses Abschnittes zurückkommen: 

Was verdient ein Müllmann brutto und netto? Für Müllwerker ergibt unsere Jooble-eigene Analyse unzähliger Lohndaten, dass der deutschlandweite Durchschnitt bei einem Jahresgehalt von 29.624 EUR brutto liegt. Das entspricht einem Gehalt von 14,52 EUR in der Stunde und bewegt sich damit etwa einen Euro über dem aktuellen Mindestlohn. Die Branche ist somit keine Goldgrube, auch wenn eine Bezahlung nach Tarifvertrag deutlich positiven Einfluss auf das Gehalt hat. Das Nettogehalt ist schwer zu beziffern, weil abermals verschiedene Einflüsse auf die Höhe des Nettoanteils einwirken. Wenn das Gehalt niedrig ist, bleibt aber mehr vom Bruttogehalt als bei hohen Gehältern. Der konkrete Satz hängt schlussendlich dennoch auch von Ihrer Steuerklasse, Ihrem Familienstand und weiteren Faktoren ab.

Voraussetzungen für den Einstieg als Müllwerker

Wie beschrieben brauchen Sie als Müllwerker nicht unbedingt eine Ausbildung zu absolvieren und auch ein bestimmter Bildungsabschluss ist keine zwingende Bedingung. Als Be- und Entlader ist die Arbeit sehr körperlich und erfordert keine komplexen Fachkenntnisse. Sie müssen dafür aber fit, motiviert und leidensfähig sein. Als Müllmann arbeiten Sie bei jedem Wetter draußen und nicht selten sind Sie nach der Arbeit erschöpft. Sie müssen in der Lage sein, auch unter diesen Bedingungen zuverlässig zur Arbeit zu erscheinen und motiviert zu arbeiten, um als Müllmann langfristig zu bestehen. Wenn Sie dann zudem noch auf die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften achten und schnell und motiviert arbeiten, haben Sie gute Chancen, dass Ihre Bewerbung erfolgreich ist. Wenn Sie hingegen Fahrer werden wollen, brauchen Sie in vielen Fällen eine Fahrerlaubnis für Lkws. Weitere Berufe, die mit dem Fahren von Lkws zu tun haben, finden Sie auch in unserem Blog. 

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Karrierechancen: Vom Müllwerker zur Fachkraft oder Meister

Wenn Sie ausreichend Erfahrungen als Müllwerker gesammelt haben und Ihre Arbeit überzeugen konnte, haben Sie auch ungelernt Aufstiegschancen. Ein naheliegender und häufiger Wechsel findet zwischen Ladern und Fahrern statt. Wenn Sie einen Lkw-Führerschein haben oder bereit sind, einen zu machen, kann das Fahren des Entsorgungsfahrzeugs eine deutlich entspanntere Möglichkeit sein, um bei der Müllabfuhr Geld zu verdienen, als das Be- und Entladen. Apropos Geld: Als Fahrer verdienen Sie normalerweise deutlich mehr als als klassischer Müllmann. Sie können aber auch eine Führungsposition als Teamleitung oder Ähnliches anstreben und sich so mehr in Richtung Organisation und Personalführung entwickeln. Als ungelernte Kraft, die zwar in der Entsorgungsbranche arbeiten, aber vom Laden wegkommen will, ist natürlich zudem das Absolvieren der Ausbildung zum Umwelttechnologen eine enorme Aufwertung. Wenn Sie die Ausbildung absolvieren, qualifizieren Sie sich damit nämlich für technisch komplexere Aufgaben wie die Steuerung von Entsorgungsanlagen. Sie können dann weiterhin in einem Entsorgungsunternehmen tätig sein, die körperliche Belastung sinkt aber stark und die Verantwortung und die technische Komplexität nehmen zu. Wenn Sie sich nach der Ausbildung noch weiterbilden und spezialisieren möchten, eröffnet Ihnen das weitere Möglichkeiten, um auf der Karriereleiter hochzuklettern. Sie können beispielsweise technischer Fachwirt werden oder Ihren Meistertitel als Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft erwerben. Sie sehen also, dass der niedrigschwellige Einstieg in die Arbeit nicht bedeutet, dass es keine Entwicklungsmöglichkeiten gäbe. Sie heißen aber auch nicht, dass die Arbeit einfach ist und nicht jeder wird langfristig mit den Arbeitsbedingungen warm. Wenn Sie das nicht abschreckt, können Sie sich gleich heute in der Jooble-Stellenbörse passende Angebote anschauen und sich direkt bewerben!