Es gibt viele gute und manche weniger gute Jobs auf der Welt. Manche werden gut bezahlt, andere nicht. Aber egal, wie attraktiv ein Job und wie hoch das Gehalt ist, wenn die Arbeit Ihnen keinen Spaß macht und der Job nicht zu Ihnen passt, ist es keine gute Wahl. Gerade für Berufseinsteiger ist es nun aber schwer zu sagen, welcher Beruf zu Ihnen passt, und viele nutzen einen Persönlichkeitstest, um sich zu orientieren. Die Fragen “Was ist ein Persönlichkeitstest?”, “Persönlichkeitstest – welche gibt es?” und “Welchen Nutzen hat ein Persönlichkeitstest, um den Traumjob zu finden?”, klären wir in diesem Artikel.
Was Persönlichkeitstests für die Karriere leisten können
Persönlichkeitstests analysieren Verhaltensmuster und Denkweisen und leiten daraus bestimmte Präferenzen ab. Auch wenn ein Persönlichkeitstest Ihnen natürlich die Berufswahl nicht abnehmen kann, kann er also doch wichtige und sinnvolle Anhaltspunkte liefern und Ihnen wertvolle Hinweise geben. Manchmal stoßen Sie durch einen Persönlichkeitstest auf Zusammenhänge, die Ihnen vorher selbst gar nicht bewusst waren, und selbst wenn Sie Ihrem Traumjob durch den Test nicht näher kommen sollten, schadet es nie, sich selbst besser kennenzulernen. Typische Fragen, die in einem Persönlichkeitstest auftauchen können und die Ihnen dabei helfen, sich über Ihre eigenen Vorlieben und Präferenzen bewusst zu werden, sind zum Beispiel:
- Arbeiten Sie lieber im Team oder alleine? Oder mit anderen Worten: Sind Sie eher introvertiert oder eher extrovertiert?
- Sind Sie eher an Struktur oder an kreativem Gestaltungsfreiraum interessiert?
- Mögen Sie lieber Abwechslung oder genießen Sie Routinen?
Anhand der Antworten wird Ihnen oft klarer, welche Berufsfelder für Sie in Frage kommen und welche so gar nicht. Menschen, die beispielsweise den Kontakt mit anderen nicht schätzen, fühlen sich im Sozialbereich nur selten wohl, und wenn Ihnen Freiheit und Kreativität besonders wichtig sind, ist eine Laufbahn in der Verwaltung nicht die ideale Wahl.
Die wichtigsten Persönlichkeitstests im Überblick
Welche Persönlichkeitstests gibt es? Es gibt zahlreiche Persönlichkeitstests, von denen einige bessere und aufschlussreichere Erkenntnisse bringen und andere weniger gute. Besonders verbreitet sind aktuell folgende:
MBTI (16 Persönlichkeiten)
Vielleicht aktuell der verbreitetste Persönlichkeitstest ist der Myers-Briggs Type Indicator (MBTI). Dieser kennt als Persönlichkeitstest 16 unterschiedliche Persönlichkeiten. Der MBTI-Persönlichkeitstest baut darauf auf, dass er feststellt, ob Sie eher extrovertiert oder introvertiert, eher intuitiv oder praktisch, eher analytisch oder emotional und eher strukturiert oder spontan sind und berechnet, je nach Ausprägung der einzelnen Punkte, zu welchem Grundmuster Sie am besten passen. Wenn Sie laut dem Persönlichkeitstest INFP sind, beispielsweise, bedeutet das, dass Sie eher introvertiert, intuitiv, emotional und spontan sind. Diese Merkmale ergeben die Mediator-Persönlichkeit, die sich beruflich häufig in Richtung Sozialbereich, Kunst oder Psychologie orientiert. Zusammengefasst ordnet sie der MBTI also einem Persönlichkeitstypen zu.
Big Five Model
Der Big-Five-Persönlichkeitstest teilt Menschen nicht in Persönlichkeitstypen ein, sondern verortet sie auf einer Skala. Dafür werden fünf Teilaspekte der Persönlichkeit betrachtet:
- Emotionale Stabilität vs. emotionale Labilität.
- Extraversion vs. Introversion.
- Verträglichkeit.
- Gewissenhaftigkeit.
- Offenheit für Erfahrung.
In jedem dieser Teilaspekte können Sie einen Ausschlag in eine bestimmte Richtung aufweisen, der etwas über Sie als Person verrät. Das Big-Five-Modell gilt als weniger populistisch als der MBTI und genießt eine größere wissenschaftliche Anerkennung.
DISC-Modell
Das DISC-Modell (im Deutschen auch “DISG Persönlichkeitstest” genannt) beschäftigt sich besonders mit beruflichen Aspekten der Persönlichkeit bzw. mit dem Verhalten, das Sie nach außen hin zeigen. Er behandelt folgende Aspekte
- Wie dominant ist Ihr Auftreten?
- Sind Sie stetig oder eher sprunghaft?
- Sind Sie gewissenhaft?
- Sind sie initiativ oder eher abwartend?
Das DISC-Modell drückt also weniger über Ihr tiefstes Inneres aus, aber dafür viel darüber, wie Sie von Außen wahrgenommen werden und welche Motivation Ihr Handeln bestimmt.

Welcher Job passt zu Ihrem Persönlichkeitstyp
Bestimmte Charakterzüge und Vorlieben lassen oft einen Schluss darüber zu, in welchen Berufsfeldern ein Mensch sich wohlfühlt und wo er besonders großes Potenzial mitbringt.
- Analytisch: Wenn Sie besonders analytisch denken, haben Sie oftmals eine Vorliebe für Systeme, Daten und Strukturen und ziehen die Logik der Emotion vor. Damit haben Sie vermutlich eine Präferenz dafür, in der Forschung, der IT oder im Ingenieurwesen tätig zu sein und finden die Arbeit mit Kunden oder im Sozialbereich häufig weniger attraktiv.
- Kreativ: Besonders kreative Menschen mögen Innovation, Freiheit und brauchen häufig neue Impulse. Feste Strukturen hingegen finden Sie oft eher belastend als beruhigend. Im Medienbereich, in der Kunst oder im Marketing fühlen Sie sich meist wohler als im Versicherungswesen, bei einer Bank oder in einer Behörde.
- Kommunikativ: Kommunikativen Menschen ist der Umgang mit anderen Menschen oft wichtig und Sie arbeiten überwiegend lieber im Team als alleine. Häufig ziehen solche Menschen die Arbeit im sozialen Bereich, im Vertrieb oder im Kundenservice der Arbeit in Laboren vor.
- Strukturiert: Strukturierte Menschen schätzen zumeist Verlässlichkeit und Planbarkeit. In der Buchhaltung oder in der Verwaltung sehen Sie oft attraktive Positionen, während Sie in chaotischen Arbeitsumfeldern mit vielen Variablen eher eine Belastung erkennen.
Es gibt mehrere Gründe, warum Sie bei der Berufswahl Ihre persönlichen Vorlieben höher gewichten sollten als Ihre aktuellen Fähigkeiten. Dazu gehört, dass, wenn Sie Leidenschaft für etwas haben, die Chance viel höher ist, dass Sie darin wirklich gut werden und Erfolge erzielen. Aber auch wenn Sie beispielsweise ein guter Verkäufer sind, gleichzeitig aber sehr introvertiert sind, fühlt sich der dauerhafte Kundenkontakt für Sie eher belastend an und Sie werden nur selten wirklich glücklich in diesem Bereich.
So nutzen Sie Persönlichkeitstests richtig für Ihre Karriere
Seien wir zuerst einmal ehrlich: Nicht jeder “Was siehst du zuerst Persönlichkeitstest” auf Instagram hat einen gesteigerten Wert für Ihre Karriereplanung. Was kommt bei bestimmten Persönlichkeitstests aber raus, wenn Sie sich die Frage stellen, was die richtige Karriere für Sie ist? Und welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen?
- Sie können sich mit Hilfe eines Persönlichkeitstests selbst reflektieren und besser kennenlernen. Wichtig ist, dass Sie hierfür die Fragen so ehrlich wie möglich beantworten.
- Wenn Sie über die gestellten Fragen nachdenken, werden Sie ein recht klares Bild darüber bekommen, was Ihnen Spaß macht und welche Bereiche Sie eher als stressig oder unangenehm empfinden.
- Außerdem können gewisse Aufgaben Sie eher energetisieren, während andere Ihnen Kraft rauben. Während eine extrovertierte Person zum Beispiel aus dem Kontakt mit Menschen Kraft zieht, ist der dauerhafte Umgang mit anderen für introvertierte Personen belastend. Je genauer Sie wissen, wie Sie sich auf diesen Skalen einordnen, desto besser sind die Chancen, im Beruf glücklich und erfolgreich zu werden.
Ein Persönlichkeitstest kann also nützlich sein, er gibt Ihnen aber niemals Gewissheit und ersetzt keine tatsächlichen Erfahrungen im Beruf. Wenn Sie eine grobe Richtung suchen, in die Sie sich entwickeln wollen, kann ein Persönlichkeitstest Ihnen dabei Denkanstöße geben. Ob der Job aber wirklich zu Ihnen passt, finden Sie erst heraus, wenn Sie sich den tatsächlichen Arbeitsalltag selbst anschauen.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Persönlichkeitstests im Bewerbungsprozess
In vielen Unternehmen werden Persönlichkeitstest heute beim Bewerbungsprozess eingesetzt. Dabei geht es natürlich nicht darum, Ihre Eignung für die Position zweifellos festzustellen, sondern darum, Sie als Person besser einschätzen zu können. Das kann Recruitern dabei helfen, festzustellen, ob Sie ins bestehende Team passen und einzuschätzen, welchen Arbeitsstil Sie bevorzugen. Versuchen Sie nicht, möglichst perfekte Antworten zu geben, wenn in einem Bewerbungsverfahren ein Persönlichkeitstest eingesetzt wird. Widersprüchliche Antworten werden häufig erkannt und gerade das wird im Normalfall zu Ihrem Nachteil ausgelegt. Seien Sie stattdessen ehrlich und nutzen Sie den Persönlichkeitstest zur Selbstreflektion. Es gibt bei so einem Test keine richtigen oder falschen Antworten und selbst wenn ein Persönlichkeitstest einmal ausschlaggebend für eine Absage sein sollte, bedeutet das nicht, dass Sie als Person problematisch sind. So unangenehm Ablehnungen sein können, gehören sie doch zum Leben dazu und Sie können nicht in jedes Unternehmen oder Team perfekt reinpassen. Vielleicht ersparen Sie sich durch eine Absage sogar, dass Sie sich jahrelang unwohl fühlen, weil die Unternehmenskultur genauso wenig zu Ihnen passt wie Sie zur Unternehmenskultur. Wenn Sie doch einmal Schwierigkeiten haben sollten, eine Absage zu verarbeiten, finden Sie in unserem Blog übrigens auch weitere nützliche Tipps, die Ihnen helfen, motiviert zu bleiben. Wir möchten jedenfalls zum Abschluss noch einmal betonen, dass es keine richtigen oder falschen Persönlichkeitstypen gibt, sondern alle ihre Vorzüge mitbringen, die in bestimmten Berufen relevanter sind, während sie in anderen eher nebensächlich bleiben.