Bereits 2021 hatten etwa 2,5 Millionen in Deutschland lebende Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Während eine solche Ausgangslage in früheren Zeiten für einen Arbeitnehmer wohl verheerend gewesen wäre, sind die Berufsaussichten für ungelernte Kräfte heute besser denn je. Eine der Branchen, in denen Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung besonders gute Perspektiven haben, ist die Lagerlogistik. 2023 gaben nämlich 45 Prozent der betroffenen Betriebe an, Schwierigkeiten zu haben, das benötigte Personal zu finden. Die Antwort auf die Fragen “Lagermitarbeiter – was ist das?”, “Was verdient ein Lagermitarbeiter?“ und “Wie sieht ein guter Lebenslauf Lagerlogistik aus?“ finden Sie in diesem Artikel!
Warum der Einstieg ins Lager auch ohne Ausbildung möglich ist
Es gibt mehrere Gründe, warum Sie für Jobs als Lagermitarbeiter nicht zwangsläufig eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringen müssen. Dazu gehören:
- Viele Lager arbeiten rund um die Uhr und brauchen entsprechend viele Mitarbeiter.
- In der Lagerlogistik gibt es oft eine schwankende Auftragslage. Um diese Spitzen zu bedienen, wird viel Personal benötigt, das nicht dauerhaft fest angestellt werden kann. Solche Positionen schließen gelernte Lagermitarbeiter jedoch oft aus.
- Der Fachkräftemangel in der Lagerlogistik ist besonders hoch.
- Viele Arbeiten im Lager lassen sich recht schnell erlernen und es ist für viele Tätigkeitsbereiche nicht zwingend notwendig, viele Vorkenntnisse mitzubringen.
- Viele Menschen empfinden die Arbeitsbedingungen im Lager als weniger attraktiv und entsprechend ist das Interesse von Arbeitnehmerseite häufig begrenzt.
Außerdem ist die Arbeit im Lager tendenziell sehr körperlich. Das ermöglicht es Menschen auch ohne einen großen theoretischen Hintergrund schnell in der Branche Fuß zu fassen und sich in vergleichsweise kurzer Zeit zu einem qualifizierten Mitarbeiter zu entwickeln.
Typische Einstiegspositionen
Es gibt mehrere Positionen, die sich für Einsteiger in der Branche anbieten. Das sind zum Beispiel:
- Lagerhelfer.
- Kommissionierer.
- Versandmitarbeiter.
Auch einige weitere Positionen sind grundsätzlich denkbar, für andere Bereiche wiederum werden bestimmte Erlaubnisse und Scheine benötigt, die Quereinsteiger häufig nicht mitbringen. Es gibt aber in vielen Lagern die Möglichkeit, die benötigten Qualifikationen im Laufe der Zeit zu erwerben, wenn Sie Interesse daran zeigen und Ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen.
Typische Aufgaben eines Lagermitarbeiters
Was macht ein Lagerarbeiter? Zu den typischen Aufgaben gehört:
- Waren einlagern und Lagerplätze verwalten bzw. pflegen.
- Warenannahme und -kontrolle.
- Pakete zusammenstellen und für den Versand vorbereiten.
- Warenausgabe bzw. beladen von LKWs.
- Dokumentation von Wareneingängen und -ausgängen.
Grundsätzlich können natürlich auch Aufgaben wie Raumpflege oder andere Tätigkeiten anfallen.
So gelingt der Einstieg ohne Erfahrung
In Zeiten der Arbeitnehmerüberlassung sind oft Zeitarbeitsfirmen der Einstieg in die Branche. Der Einstieg ist über Zeitarbeitsfirmen oft niedrigschwellig und das Unternehmen geht kein größeres Risiko mit Ihrer Einstellung ein, da Sie offiziell bei der Leiharbeitsfirma beschäftigt sind. Auf diesem Weg sammeln Sie erste Erfahrungen, auch wenn es vielleicht nicht zwangsläufig zu einer dauerhaften Festanstellung kommt. Bei besonders überzeugenden Leistungen hingegen ist es auch möglich, dass Sie vom Leihbetrieb übernommen werden. Folgende Faktoren erhöhen Ihre Chancen auf eine Übernahme:
- Erfüllen Sie die Ihnen gestellten Aufgaben bestmöglich und gewissenhaft.
- Seien Sie möglichst pünktlich und zuverlässig. Viele Krankheitsausfälle oder regelmäßige Verspätungen werden nicht gerne gesehen.
- Präsentieren Sie sich als Teil des Teams und bauen Sie, wenn möglich, soziale Kontakte im Unternehmen auf.
- Zeigen Sie sich interessiert daran, neue Inhalte zu erlernen und fragen Sie ggf. nach, wie Sie sich weiter verbessern können.
- Je fitter Sie körperlich sind, desto besser können Sie die an Sie gestellten Aufgaben erledigen. Belastbarkeit und ggf. zusätzliches Training kann also helfen, sich unverzichtbar zu machen.
- Flexibilität ist in vielen Lagern entscheidend. Wenn Sie die Bereitschaft zur Schichtarbeit mitbringen, ist das ganz sicher kein Nachteil.
In manchen Fällen können Sie im Laufe Ihrer Betriebszugehörigkeit auch an internen Fortbildungen teilnehmen und eine ähnlich hochrangige Qualifikation wie eine Berufsausbildung erlangen.
Diese Grundqualifikationen erleichtern Ihnen den Einstieg
Ob in Form einer Direktanstellung oder über eine Zeitarbeitsfirma, es gibt bestimmte Qualifikationen, die Sie als Arbeitnehmer für die Lagerlogistik interessant machen. Das sind zum Beispiel diese:
- Sie haben Erfahrungen mit körperlicher Arbeit. Das könnte zum Beispiel in der Baubranche oder der Produktion sein. Auch wenn Sie keine direkten Berufserfahrungen im Lager haben, zeigen solche beruflichen Stationen, dass Sie wissen, wie man körperlich arbeitet, und ein Mindestmaß an praktischer Veranlagung mitbringen.
- Sie bringen gute oder zumindest grundlegende Deutschkenntnisse mit.
- Sie haben idealerweise benötigte Scheine. Das kann zum Beispiel die Erlaubnis sein, einen Gabelstapler zu fahren.
Auch Schüler oder völlig unerfahrene Kräfte haben in der Lagerlogistik eine Chance auf eine Stelle. Die genannten Qualifikationen sind zwar gut, aber auch ohne sie, sind Sie nicht chancenlos. Natürlich gilt zusätzlich auch, dass Sie mit jeder Station in der Branche Ihren Lebenslauf Lagermitarbeiter bzw. Lebenslauf Lagerist aufwerten. Berufserfahrung wird in der Lagerlogistik häufig mindestens genauso hoch, mitunter auch höherwertig, eingeschätzt wie ein Berufsabschluss. Entsprechend haben Sie mit etwaigen Erfahrungen irgendwann Berufschancen, die denen von Personen mit einem Lebenslauf als Fachkraft für Lagerlogistik ähneln.

Gehalt und Karrierechancen im Lager
Was verdienen Lagermitarbeiter? Unsere Zahlen ergeben einen Durchschnittswert für alle Lagermitarbeiter von jährlich 30.067 Euro. Lagerhelfer beispielsweise kommen auf einen Durchschnittswert von 30.626 Euro, Kommissionierer auf 30.306 Euro. Einige Berufsbezeichnungen bringen ein höheres Gehalt mit sich, andere ein geringeres. Außerdem variiert das tatsächliche Gehalt natürlich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Überdies sind auch regionale Unterschiede zu beachten. Das klassische Lohngefälle zwischen Ost- und West-, sowie Nord- und Süddeutschland gilt auch im Lager. Das bedeutet, dass Sie im Normalfall als Lagermitarbeiter in München (durchschnittlich 34.315 Euro) mehr verdienen als die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern. Grundsätzlich sind die Löhne im Südwesten am höchsten, im Nordosten hingegen besonders niedrig. Zudem werden in Metropolregionen normalerweise höhere Gehälter gezahlt als in ländlichen Gebieten.
Möglicher Karriereweg
Wenn Sie Ihre Karriere beispielsweise als Lagerhelfer beginnen, bedeutet das nicht, dass sie dort auch enden muss. Es gibt verschiedene Positionen, die Sie bei einer entsprechenden Eignung und mitunter durch Weiterbildungen erreichen können. Dazu gehören:
- Fachlagerist.
- Teamleiter.
- Schichtleiter.
- Lagerleiter.
Natürlich sind besonders gute praktische Leistungen eine Grundvoraussetzung für einen innerbetrieblichen Aufstieg, aber in der Logistik haben Sie im Vergleich zu anderen Branchen gute Chancen, sich auch ohne Ausbildung hochzuarbeiten und somit natürlich auch ein höheres Gehalt zu erzielen.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung als Lagermitarbeiter
Gerade wenn Sie keine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringen, kommt es besonders darauf an, dass Sie durch andere Qualitäten zu überzeugen wissen. Eine hochwertige Bewerbung ist dabei ein wichtiger Aspekt. Diese Maßnahmen können mögliche zukünftige Arbeitgeber von Ihrer Qualität überzeugen:
- Verfassen Sie einen kurzen und prägnanten Lebenslauf, in dem etwaige nutzbringende Erfahrungen in anderen Branchen besonders hervorgehoben werden.
- Reichen Sie die Bewerbung unter Umständen (wenn möglich) gleich persönlich ein. In Branchen wie der Logistik wird “Anpacker-Mentalität“ oft geschätzt und Sie unterstreichen so, dass Sie echtes Interesse haben.
- Ein Anschreiben ist nicht zwingend notwendig, kann aber Ihre Motivation unterstreichen. Sie können dafür auch ein Bewerbung Fachkraft für Lagerlogistik Muster nutzen.
- Betonen Sie im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch, dass Sie flexibel sind und die Bereitschaft zum Schichtdienst besteht (so dies der Wahrheit entspricht).
- Unterstreichen Sie, dass Sie körperlich leistungsfähig und belastbar sind. Das ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die Sie für die Arbeit im Lager mitbringen müssen.
- Drücken Sie aus, dass Sie pünktlich und zuverlässig sind. Im Englischen sagt man “The best ability is availability”, was so viel heißt wie “Die beste Eigenschaft, die Sie mitbringen können, ist Verfügbarkeit”. Wenn Sie selten krank sind und pünktlich zur Arbeit kommen, ist das viel wert.
Wenn Sie sich für die Arbeit im Lager entscheiden, können Sie Ihre Arbeitsmentalität gleich jetzt unter Beweis stellen: Bewerben Sie sich noch heute auf eine der vielen freien Stellen in der Logistikbranche. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute für Ihre berufliche Zukunft!