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Raus aus der Pflege: Alternative Berufe und Stellenangebote für Pflegekräfte

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 7 min
Pflegekraft überlegt den Wechsel in einen Beruf außerhalb der Pflege

“Pflexit” wird vielerorts zu einem geflügelten Begriff. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus dem englischen Wort „Exit“ und dem Wort „Pflege“, die die Tendenz vieler Arbeitnehmender bezeichnet, raus aus der Pflege zu wollen. Im heutigen Artikel beschäftigen wir uns mit den Gründen, die dazu führen, dass viele Menschen den Pflegesektor verlassen. Außerdem stellen wir alternative Berufe für Pflegekräfte vor, erläutern, wie der Quereinstieg aus der Pflege in andere Berufe gelingen kann und vieles mehr. 

Warum immer mehr Pflegekräfte aussteigen wollen

Laut der Barmer ist die Burnoutquote und die Gefahr, aufgrund der beruflichen Situation zu erkranken, im Pflegesektor besonders hoch. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs und vermutlich die Konsequenz der Missstände, nicht die Wurzel des Übels. Der Pflegesektor verlangt charakteristischerweise von seinen Beschäftigten die Bereitschaft zum Schichtdienst. Das ist körperlich und mental für viele anstrengend und führt zu einer geringeren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Überdies ist der Personalmangel in der Pflegebranche hoch. Laut der Agentur für Arbeit ist der Pflegesektor derjenige mit dem zweithöchsten Personalengpass. Es fehlen sowohl in der Kranken- als auch in der Altenpflege deutschlandweit jeweils mehr als 15.000 Vollzeitkräfte. Das führt für Mitarbeitende dazu, dass sie oft spontan einspringen und Mehrarbeit leisten müssen und die benötigte Regeneration zu kurz kommt. Zudem leidet die Planbarkeit des Privatlebens unter diesen Umständen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Arbeit im Pflegesektor ohnehin als körperlich und mental anstrengend wahrgenommen wird und zudem viele Mitarbeitende durch den Zeitdruck das Gefühl haben, den Patienten und zu pflegenden nicht gerecht werden zu können. Außerdem berichten viele Pflegekräfte von einer großen Verantwortung und einem hohen Leistungsdruck. Alle diese Punkte sind Gründe, warum viele Menschen einen Berufswechsel Pflege anstreben. Das Gehalt hingegen ist im Übrigen seltener der ausschlaggebende Punkt. Laut unseren statistischen Erhebungen von Jooble bekommt eine examinierte Pflegefachkraft in Deutschland durchschnittlich ein Bruttojahresgehalt von 41.735 Euro. Sie gehören damit zwar nicht zu den Spitzenverdienern, bewegen sich aber im soliden Mittelfeld der Gehaltstabelle. Dies ist vor allem die Folge von Gehaltserhöhungen in den letzten Jahren. 

Alternative Berufe für Pflegekräfte im Überblick

Wenn Sie die raus aus der Pflege Stellenangebote durchgehen, sollten Sie sich zuerst einmal klarmachen, was Sie an der aktuellen Tätigkeit genau belastet und was Sie sich für Ihre berufliche Zukunft wünschen. Wenn Sie sich zum Beispiel für Berufe für Pflegekräfte ohne Schichtdienst interessieren, kommen andere Stellenangebote infrage, als wenn der Patientenkontakt der ausschlaggebende Punkt ist und Sie Jobs für Pflegekräfte ohne Patientenkontakt suchen. 

Wechsel innerhalb des Gesundheitswesens ohne Schichtdienst

Für viele Mitarbeitenden im Pflegesektor sind vor allem der Schichtdienst und die unregelmäßigen Arbeitszeiten ein Problem. Wenn Sie grundsätzlich also Freude an der Arbeit im Gesundheitswesen haben, sich aber regelmäßige und feste Arbeitszeiten wünschen und von der Schichtarbeit weg wollen, ist Beispielsweise eine Anstellung bei einer Krankenkasse (zum Beispiel in beratender Funktion für Patienten) oder bei einem medizinischen Dienst für viele attraktiv. Hier können Sie die gewonnenen Kompetenzen und Erfahrungen aus der Pflege nutzen, haben aber in aller Regel geregelte Arbeitszeiten und eine Arbeitswoche von Montag bis Freitag, ganz ohne Nachtschicht und Co.. Als Kirsche auf der Torte ist es in diesen Bereichen mitunter auch möglich, raus aus der Pflege Stellenangebote Homeoffice zu finden, was die Vereinbarkeit des Berufes mit dem Familien- und Privatleben weiter erhöht. 

Berufe außerhalb der Pflege mit pflegerischen Kompetenzen

Wenn Sie alternative Berufe für Pflegekräfte ohne Umschulung suchen, bei denen Sie keinen direkten Patientenkontakt mehr haben, kommen andere Berufe infrage. Sie können sich zum Beispiel in Richtung Personalwesen entwickeln und selbst bei der Einstellung von Pflegekräften tätig werden oder ggf. mit entsprechenden Zusatzqualifikationen Fachkräfte ausbilden. Außerdem können Sie sich auch im Gesundheitsmanagement verdingen und vieles mehr. Es ist natürlich zu beachten, dass Ihre Pflegeerfahrung dann besonders ins Gewicht fällt, wenn es sich um eine ähnliche Tätigkeit handelt und ggf. Zusatzqualifikationen notwendig sind, wenn Sie sich weiter von Ihrer bisherigen Tätigkeit weg bewegen. 

Gehalt im Vergleich: Was Alternativberufe bringen

Theoretisch können Sie sich als Pflegefachkraft beruflich in viele verschiedene Richtungen entwickeln und es ist unmöglich, alle Alternativen aufzuzeigen. Bei Jooble haben wir aber einen Gehaltsrechner entwickelt, der die Daten aus vielen aktuellen Stellenangeboten dafür nutzt, Durchschnittsgehälter für viele verschiedene Berufsbezeichnungen zu berechnen. Sie können selbigen nutzen, um konkret zu vergleichen, welche Alternativberufe finanziell attraktiv sind und welche weniger. Exemplarisch können wir Ihnen aber verraten, dass Sie als medizinische Fachangestellte beispielsweise auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 35.426 Euro kommen, während ein Sachbearbeiter bei der Krankenkasse auf 31.644 Euro kommt. 

Pflegekraft überlegt den Wechsel in einen Beruf

Voraussetzungen für den Berufswechsel: Weiterbildung oder Direkteinstieg

Je nachdem, wo Sie Ihre berufliche Zukunft sehen und wie ähnliche Ihre zukünftige Tätigkeit der bisherigen ist, ist ein Direkteinstieg möglich oder nicht. Andernfalls müssen Sie unter Umständen eine Weiterbildungsmaßnahme ergreifen und sich zusätzlich qualifizieren. Wenn ein Unternehmen explizit medizinisch-pflegerisches Fachpersonal sucht, zum Beispiel für die Personalabteilung, ist ein Einstieg meistens ohne Zusatzqualifikation möglich. In anderen Bereichen ist eine Weiterbildung und Spezialisierung notwendig, kann aber in relativ kurzer Zeit erworben werden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie ins Case Management oder in die Pflegeberatung wechseln möchten. Wenn Ihr Traumberuf hingegen wenig Überschneidungspunkte mit Ihrer bisherigen Tätigkeit hat, kann eine Umschulung sinnvoll und mitunter notwendig sein. Umschulungen werden unter Umständen von der Agentur für Arbeit gefördert und es lohnt sich, sich vorab hier hingehend beraten zu lassen, wenn Sie über einen kompletten Branchenwechsel nachdenken. 

Homeoffice und geregelte Arbeitszeiten als Ausstiegsmotiv

Wir haben bereits ausgeführt, dass der Schichtdienst für viele Betroffene die Hauptmotivation ist, sich beruflich umzuorientieren. Viele Menschen, die jahrelang in einem Wechselschichtsystem gearbeitet haben, im Nachtdienst waren oder auch dieses Jahr Weihnachten nicht mit der Familie verbringen konnten, empfinden geregelte Arbeitszeiten und einen 9-to-5-Job von Montag bis Freitag als angenehm. Und gerade, wenn Sie minderjährige Kinder zu betreuen haben, ist der Vorteil nicht von der Hand zu weisen. Die Vereinbarkeit von Schichtdienst und Familie ist selbstredend schwierig und Optionen wie Gleitzeit und Homeoffice sind in der klassischen Pflege nicht vorgesehen. Wenn Sie hingegen beispielsweise Sachbearbeiter bei einer Krankenkasse werden, haben Sie im Normalfall einen geregelten Arbeitsalltag, müssen in der Regel nicht spontan für erkrankte Kollegen einspringen und werden auch am Ostermontag eher nicht arbeiten müssen. Auch wenn komplette Remote-Modelle auch hier eher selten sind, kommt hinzu, dass hybrides Arbeiten häufig zu den Vorteilen solcher Stellen gehört. 

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Stellenangebote für den Ausstieg aus der Pflege finden

Wenn Sie sich tatsächlich entschieden haben, den Pflegesektor zu verlassen und sich beruflich umzuorientieren, sollten Sie sich zuerst einmal überlegen, wo Sie Ihre berufliche Zukunft sehen und welche Berufsbilder für Sie interessant sind. Eine Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit oder bei einem privaten Unternehmen kann hierbei helfen. Außerdem ergibt es Sinn, dass Sie sich mit verschiedenen Berufsbildern und Ihren Charakteristiken auseinandersetzen. Wenn Sie nun bei einer Stellenbörse wie Jooble nach einem passenden Angebot suchen, wissen Sie bereits, welche Berufsbezeichnungen für Sie infrage kommen. Denn: Wenn Sie beispielsweise nach “Pflegefachkraft” suchen, werden Sie überwiegend solche Stellen finden, die Sie nicht mehr ausüben möchten. Hier werden Sie Positionen im Krankenhaus, in Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen angezeigt bekommen, auch wenn vielleicht das ein oder andere Angebot aus anderen Bereichen dabei ist. Die besseren Ergebnisse finden Sie aber, wenn Sie gezielt nach Alternativberufen wie “Pflegeberater” oder “Medizinische Kodierfachkraft” suchen. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass, je besser Sie wissen, welche Alternativberufe für Sie infrage kommen, desto präziser werden die Suchergebnisse. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung mit den Fragen des Arbeitsmarktes jedenfalls, dass es einen breiten Markt für gute Pflegekräfte gibt, die nach einer neuen beruflichen Herausforderung suchen und möchten Sie ermutigen, mit der Suche zu beginnen, wenn Sie merken, dass Sie in Ihrer aktuellen Position unglücklich sind. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre berufliche Zukunft und danken Ihnen auf diesem Wege für Ihre Arbeit in der Pflege, die ebenso notwendig wie anstrengend ist!