Mehr als 10 Prozent der Deutschen haben sich bereits einmal eine längere Auszeit vom Berufsleben gegönnt. Der häufigste Grund, der für ein Sabbatical angeführt wird, ist statistisch die körperliche und mentale Erholung, aber auch Reisen, persönliche Entwicklung oder die Pflege von Angehörigen können Menschen dazu bewegen, ein Sabbatical-Jahr zu machen oder zumindest anzustreben. Wie man ein Sabbatical plant, alles über die Sabbatical-Modelle und natürlich die Antwort auf die Frage “Was ist ein Sabbatical?” erfahren Sie in diesem Artikel.
Was ist ein Sabbatical in Deutschland?
Beginnen wir mit Sabbatical Meaning. Was genau ist ein Sabbatical? Ein Sabbatical ist eine längere Auszeit vom Berufsleben, wobei entscheidend ist, dass das Arbeitsverhältnis nicht beendet wird, sondern weiterbesteht. Es gibt in Deutschland diesbezüglich keine gesetzliche Regelung, daher unterscheiden sich die Länge der Auszeit und das gewählte Modell von Fall zu Fall. Ein Sabatical kann somit sowohl 3 Monate Auszeit vom Job, als auch 1 Jahr Auszeit vom Job bedeuten. Es gibt derzeit keinen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical und die genauen Bedingungen müssen individuell mit dem Arbeitgeber verhandelt werden. Es ist in einigen Fällen möglich, dass Sie während der Auszeit weiterhin Gehaltszahlungen erhalten und nach wie vor über den Arbeitgeber sozialversichert sind, in anderen Fällen hingegen müssen Sie sich selbst versichern und auf Ihr Erspartes zurückgreifen, um die Auszeit zu realisieren.
Unterschiede zu Urlaub und Kündigung
Ein Sabbatical-Jahr ist im klassischen Sinne kein Urlaub. Erholungsurlaub wird im Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (Bundesurlaubsgesetz) gesetzlich geregelt und steht allen Arbeitnehmern zu. Der Arbeitgeber muss Ihnen dementsprechend mindestens 20 Tage Urlaub im Jahr gewähren. Urlaubstage werden voll bezahlt und die genaue Anzahl wird im Arbeitsvertrag vereinbart. Das Sabbatical hingegen ist eine individuelle und freiwillige Leistung, die Arbeitgebern ihre Arbeitnehmern ermöglichen können, aber nicht müssen. Die Länge der Auszeit ist individuell und zumeist deutlich länger als 20 Tage. Eine Kündigung hingegen beendet das Arbeitsverhältnis. Wenn Sie ein Sabbaticaljahr machen, wird das Arbeitsverhältnis nicht beendet, sondern besteht fort, auch wenn Sie für einen festgelegten Zeitraum nicht arbeiten.
Sabbatical – Wie funktioniert das Modell in der Praxis?
Welche Auszeit-vom-Job-Möglichkeiten gibt es praktisch? Zuerst einmal gilt es erneut zu betonen, dass Sie keinen rechtlichen Anspruch auf eine längere Auszeit haben. Ob ein Sabbatical gewährt wird und wie lange der mögliche Zeitraum genau ist, hängt also davon ab, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen diese Option gewährt oder nicht. Sie finden bei Jooble allerdings viele Stellenangebote, bei denen der Arbeitgeber explizit die Option auf ein Sabbatical anbietet. In dem Fall, dass ein Sabbatical grundsätzlich möglich ist, ist die entscheidende Frage die nach der Finanzierung.
Welche Sabbatical-Modelle gibt es?
Es gibt verschiedene Finanzierungsmodelle, die im Rahmen eines Sabbaticals Anwendung finden können. Diese Modelle sind beispielsweise denkbar:
- Eine unbezahlte Freistellung – Eine unbezahlte Freistellung (“unbezahlter Urlaub”) ist für den Arbeitgeber das einfachste Modell. Sie werden für eine bestimmte Zeit freigestellt, ohne dass Sie Gehaltszahlungen oder Ähnliches erhalten. Für Arbeitnehmer ist dieses Modell insofern attraktiv, als es keine Vorarbeit erfordert und von Arbeitgebern tendenziell eher bewilligt wird. Allerdings müssen Sie über ausreichende Rücklagen verfügen, um sich während der Auszeit selbst zu finanzieren, und sind nach spätestens einem Monat verpflichtet, sich selbst um die Fortführung Ihrer Sozialversicherung zu kümmern. In der Praxis bedeutet das, dass Sie selbst Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten müssen.
- Abbau von Überstunden – Wenn Sie viele Überstunden machen, können Sie diese ggf. später nutzen, um eine längere berufliche Auszeit zu nehmen. In diesem Fall ist die Länge der Auszeit oft kürzer, allerdings sind Sie weiterhin über Ihren Arbeitgeber sozialversichert und bekommen regulär Ihre Gehaltszahlungen.
- Vorarbeit – Sie können gezielt mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie für einen bestimmten Zeitraum weiterhin die volle Anzahl an Stunden (oder sogar mehr) arbeiten, aber nicht das volle Gehalt ausgezahlt bekommen. Das Gehalt oder die Arbeitsstunden werden dann angesammelt und Sie arbeiten im Gegenzug für einen Zeitraum nicht, bekommen aber weiterhin Gehaltszahlungen und sind ebenfalls voll sozialversichert. Die genaue Sabbatical-Berechnung der Ansparphase unterscheidet sich von Fall zu Fall und muss individuell abgeklärt werden.
Grundsätzlich ist also zu unterscheiden, ob Sie unbezahlt freigestellt werden, oder weiterhin Gehalt beziehen. In jedem Fall können Sie eine solche Entscheidung nicht alleine treffen und müssen sich mit Ihrem Arbeitgeber koordinieren.

Sabbatical planen – So bereiten Sie Ihre Auszeit richtig vor
Wenn Sie Ihre Auszeit richtig nutzen und dabei nicht in ein finanzielles Loch fallen wollen, müssen Sie einige Vorkehrungen treffen. Folgende Punkte sind zu beachten:
- Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber. Sie können zwar Überstunden ansammeln oder Ähnliches, wenn Ihr Arbeitgeber aber nicht mitspielt, geht Ihr Plan nicht auf. Treffen Sie also eine klare Absprache und holen Sie sich das Einverständnis von Ihrem Arbeitgeber.
- Machen Sie sich klar, wofür Ihr Sabbatical dienen soll. Wenn es um Erholung geht, ist das valide. Wenn Sie hingegen eine Reise machen wollen, brauchen Sie mehr finanzielle Mittel und sollten sich mit einer Route oder Ähnlichem beschäftigen. Wichtig ist jedenfalls, dass Sie am Ende der Auszeit nicht das Gefühl haben, die Zeit verschwendet zu haben.
- Legen Sie eine gewünschte Länge der Auszeit fest. Sie können nicht einfach frei entscheiden und spontan schauen, wann Sie wieder arbeiten, sondern müssen sich vorher festlegen und einen klaren Zeitraum definieren.
- Schaffen Sie finanzielle Rücklagen oder sparen Sie Überstunden an.
- Klären Sie ggf. die Fragen zur Sozialversicherung, wenn die Auszeit unentgeltlich genommen wird.
- Klären Sie für sich und mit Ihrem Arbeitgeber ab, welche Folgen die Auszeit langfristig für Ihre Karriereentwicklung hat, damit der Lebenslauf unter dem Sabbatical nicht leidet.
Je besser Sie das Sabbatical vorbereiten, desto weniger Probleme können später auftreten. Machen Sie sich also einen klaren Plan und stürzen Sie sich nicht einfach in ein Abenteuer.
Sabbatical beantragen – Was Sie mit dem Arbeitgeber klären müssen
Folgende Punkte müssen Sie dringend mit Ihrem Arbeitgeber abklären, bevor Sie konkrete Schritte einleiten können:
- Länge der Auszeit.
- Bezahlte oder unbezahlte Freistellung?
- Wünschen Sie eine vollständige Freistellung oder sind Sie im Notfall einsetzbar?
- Wie wirkt sich die Freistellung nach der Rückkehr auf Ihre Position aus?
- Erwerben Sie im Zeitraum Urlaubsansprüche? (abhängig vom Modell).
Sprechen Sie offen mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Idee und Ihre Pläne und versuchen Sie eine Lösung zu finden, die für beide Seiten akzeptabel ist. Ein Sabbatical im öffentlichen Dienst ist übrigens meist über eine Ansparphase relativ unkompliziert realisierbar.
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Gehalt, Versicherung und Urlaub – Diese Folgen sollten Sie kennen
Welche Auswirkungen ein Sabbatical auf Ihr Gehalt, Ihren Jahresurlaub und Ihren Versicherungsstatus hat, hängt stark vom gewählten Modell ab. Treffen Sie eine klare, schriftlich festgehaltene Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber, um rechtliche Sicherheit zu schaffen. In vielen Fällen ist ein Sabbatical über Zeitkonten oder Vorarbeit möglich. In diesem Fall werden die Versicherungsbeiträge in der Regel weiter abgeführt. Wenn Sie hingegen unbezahlten Urlaub nehmen, stehen Sie in der Verantwortung, sich um Ihre Weiterversicherung zu kümmern, bekommen logischerweise kein Gehalt und generieren normalerweise auch keinen Urlaubsanspruch.
Vorteile und Nachteile eines Sabbaticals
Blicken wir abschließend noch einmal auf die Sabbatical-Vor- und Nachteile:
| Vorteile: | Nachteile: |
| Sie können Abstand zum Alltag gewinnen. Oft erlangen Sie dadurch neue Motivation und entwickeln sich persönlich weiter. | Möglicherweise karrierebremsend. |
| Sie haben die Möglichkeit, sich einen Traum (wie z.B. eine Weltreise) zu erfüllen oder sich weiterzubilden, ohne danach ohne einen Job darzustehen. | Je nach Modell finanzielle Unsicherheit. |
| Mitunter stellen Sie auch fest, dass Sie nicht mehr dauerhaft in Ihren alten Job zurückkehren möchten. Dann ist das Sabbatical der Beginn einer beruflichen Neuorientierung. | |
| Auch aus Arbeitgebersicht kann ein Sabbatical Vorteile haben. Es steigert die Loyalität der Mitarbeiter, und eine Auszeit vom Job-Burnout sorgt bei vielen dafür, dass sie danach wieder mit neuer Motivation an ihre Aufgaben herangehen. |
Wenn Sie einen klaren Plan haben und die Auszeit für sich nutzen können, ist ein Sabbatical oft die richtige Maßnahme. Nehmen Sie sich aber bitte die Zeit, sich vorzubereiten und sich klarzumachen, was genau Sie brauchen, um das Sabbatical für sich nutzen zu können.