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Tierpfleger Quereinstieg: Umschulung, Aufgaben und Gehalt

Liliia Sydor
Liliia Sydor, Content Manager, Redakteur
· 7 min

Viele Menschen lieben Tiere und würden am liebsten den ganzen Tag mit den Vierbeinern verbringen. Wenn Sie professionell mit Tieren arbeiten möchten, können Sie das als Tierpfleger. Natürlich gehört zu der Arbeit als Tierpfleger mehr dazu als Tierliebe, aber sie ist die Grundlage und absolut notwendig. Wie Sie Tierpfleger werden können, wie der Tierpfleger-Quereinstieg gelingen kann, welche Aufgaben im Arbeitsalltag auf Tierpfleger zukommen und die Antworten auf Fragen wie “Welchen Schulabschluss braucht man als Tierpfleger?” und “Was macht man als Tierpfleger?” erfahren Sie in diesem Artikel. 

Ist der Quereinstieg als Tierpfleger überhaupt möglich?

Fangen wir von vorne an. Es gibt eine Tierpfleger-Ausbildung, an deren Ende Sie sich ausgebildeter Tierpfleger nennen dürfen. Die Ausbildung dauert drei Jahre und am Ende werden Sie theoretisch und praktisch geprüft und erhalten bei bestandener Prüfung Ihren Ausbildungsnachweis. Diese Ausbildung ist der übliche Weg, der Sie berechtigt, professionell in Tierheimen, Zoos oder anderen Bereichen mit Vierbeinern zu arbeiten. Aber auch eine Umschulung zum Tierpfleger und ein Quereinstieg sind möglich. Sie können zum Beispiel vorerst als Tierpflegerhelfer arbeiten. Natürlich haben Sie als Helfer ein anderes Aufgabenprofil und das Tierpfleger-Gehalt von Quereinsteigern ist oft geringer als das von erfahrenen Fachkräften, aber Sie können Erfahrungen sammeln und sich gehaltstechnisch hocharbeiten. In Tierheimen oder auf Gnadenhöfen haben Sie auch als unerfahrener Quereinsteiger eine gute Chance darauf, eine Anstellung zu finden. In Zoos und Wildparks hingegen wird es ohne Ausbildung eher schwieriger, wenn auch nicht unmöglich. Das Gehalt ist in zweitgenannten Einrichtungen aber dafür in der Regel auch höher. 

Welche Wege führen zum Beruf Tierpfleger?

Wie wird man Tierpfleger? Der klassische Weg zum Beruf Tierpfleger ist die duale Berufsausbildung. Sie dauert im Regelfall drei Jahre und findet zu Teilen in der Berufsschule und zu Teilen in der Praxis statt. Im Rahmen einer dualen Ausbildung werden Ihnen tiefgreifende praktische und theoretische Kenntnisse zur Tierhaltung, der Hygiene, der Ernährung der Vierbeiner und vielem mehr vermittelt. Alternativ können Sie unter bestimmten Umständen eine Umschulung machen. Diese dauert normalerweise zwei Jahre und wird mitunter von der Agentur für Arbeit finanziert. Sie können überdies auch Fortbildungen und private Seminare besuchen und Expertise zum Thema Tierpflege aufbauen. Sie müssen aber schlussendlich unter anderem in der Lage sein, Erste Hilfe am Tier zu leisten und über einen Sachkundenachweis nach dem Tierschutzgesetz zu verfügen, um langfristig als Tierpfleger arbeiten zu können und erfolgreich zu sein. 

Wo arbeiten Tierpfleger – und wo werden Quereinsteiger gesucht?

Wo mit Tieren gearbeitet wird, ist zumeist ein Tierpfleger nicht weit. Tierpfleger arbeiten unter anderem in folgenden Einsatzgebieten: 

  • Im Zoo. 
  • In Tierheimen. 
  • In Wildparks. 
  • In Reitbetrieben. 
  • In Tierpensionen. 
  • In Hundeschulen oder als Tiertrainer. 
  • In landwirtschaftlichen Betrieben. 
  • In Tierarztpraxen. 

Nicht in allen Bereichen haben Quereinsteiger dieselben Chancen. In Tierheimen und Reitbetrieben haben Sie gute Chancen, einen Quereinstieg zu wagen und auch in der Hundeschule oder in der Landwirtschaft haben Sie bei entsprechender Eignung eine gute Aussicht. In der Tierarztpraxis und im Zoo werden hingegen Qualifikationen und eine abgeschlossene Berufsausbildung im Regelfall erwartet. Mit entsprechender Berufserfahrung können Sie vielfach einen fehlenden formalen Abschluss ausgleichen und sich für verantwortungsvollere Rollen qualifizieren. 

Welche Aufgaben erwarten Tierpfleger im Arbeitsalltag?

Die Antworten auf die Fragen “Wie werde ich Tierpfleger?” und “Tierpfleger-Ausbildung: wie lange?” kennen Sie nun. Welche Aufgaben fallen aber konkret im Arbeitsalltag an und kommen entsprechend auf Sie zu, wenn Sie als Tierpfleger oder Helfer arbeiten wollen? 

  • Sie füttern und tränken Tiere und sorgen somit für ihr leibliches Wohl. 
  • Sie reinigen ggf. Käfige und Ställe sorgen dafür, dass die Tiere ein sauberes Zuhause haben.
  • Sie bereiten unter Umständen Tiertransporte vor oder führen sie selbst durch. Das kann zum Beispiel eine Fahrt zum Tierarzt sein, aber auch eine Abholung durch einen neuen Halter.
  • Sie stehen oft in Kontakt mit Tierhaltern und beraten sie fachkundig. Gelernte Tierpfleger können auch in den Fachhandel wechseln und sich so auf die Arbeit mit Kunden und Tierhaltern und die Beratung spezialisieren. 
  • Sie verabreichen unter Umständen nach Vorgabe von Tierärzten Medikamente und versorgen die Tiere medizinisch. 
  • Sie beschäftigen die Tiere und sorgen dafür, dass sie ausgelastet und möglichst zufrieden sind. 

Die Arbeit von Tierpflegern hängt natürlich maßgeblich davon ab, mit welchen Tieren sie in welcher Umgebung arbeiten. Ein Elefant hat andere Bedürfnisse als ein Esel und eine Katze ist keine Schildkröte. Außerdem ist die Arbeit in einem Wildpark ganz anders als die im Tierheim. Im Tierheim sind Sie dauerhaft direkt mit Tieren zusammen und beraten interessierte Tierhalter, reinigen aber auch viel die Gehege und haben oft viele Tiere auf einmal zu betreuen. Im Wildpark hingegen sind Sie oft nicht dauerhaft direkt mit den Tieren zusammen, sorgen aber dafür, dass ausreichend Futter und Wasser zur Verfügung stehen, kranke Tiere behandelt werden und der Bestand stabil bleibt. 

Wie hoch sind Gehalt und Karrierechancen?

Was verdient ein Tierpfleger? Bei Jooble sind wir auf einen Durchschnittswert von 28.532 Euro brutto im Jahr gekommen. Dieser Wert geht von Zahlen aus ganz Deutschland und der Arbeit in Vollzeit aus. Wenn wir den stündlichen Wert von 13,99 Euro betrachten, wird klar, dass wir uns nur knapp über Mindestlohnniveau bewegen. Es gibt durchaus die Möglichkeit, als Tierpfleger besser zu verdienen, gerade für Quereinsteiger im Tierheim und ähnlichen Konstellationen sind aber eher geringe Gehaltszahlungen zu erwarten. Gelernte Fachkräfte verdienen natürlich mehr und in öffentlichen Zoos oder Forschungseinrichtungen werden deutlich höhere Gehälter gezahlt als bei anderen Arbeitgebern. Auch eine Anstellung bei einer Tierklinik kann attraktiv sein. Generell werden Sie durch die Arbeit mit Tieren aber leider nur selten reich, auch wenn Sie ein gutes Einkommen erzielen können. 

Entwicklungsmöglichkeiten durch Weiterbildung

Als Tierpfleger haben Sie die Möglichkeit, sich über die Berufsausbildung hinaus weiterzubilden und sich für weitere Aufgabenbereiche zu qualifizieren. Folgende Möglichkeiten haben Sie unter anderem: 

  • Sie können sich auf die Betreuung bestimmter Tierarten spezialisieren. Die Palette bewegt sich hierbei von Hunden und Hamstern bis hin zu exotischen Tieren wie Wildkatzen oder Bären. 
  • Sie können den Titel als Tierpflegemeister erwerben. 
  • Sie haben die Möglichkeit, angehende Tierpfleger auszubilden und Ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. 
  • Sie können Fachwirt für Tierpfleger werden. 
  • Sie können sich in Bereichen wie Tiermedizin, Tierpsychologie und Tiertraining weiterbilden. 

Als Tierpfleger haben Sie viele Möglichkeiten. Ggf. kann auch ein anschließendes Studium, zum Beispiel der Tiermedizin, ein sinnvoller Karriereschritt sein. Der richtige Schritt hängt wiederum davon ab, wo Sie Ihre berufliche Zukunft sehen und wo Ihre Stärken liegen. Möglichkeiten gibt es jedenfalls fast so viele wie Tierarten. 

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Für wen lohnt sich der Quereinstieg in die Tierpflege?

Wenn Sie darüber nachdenken, in den Tierpflegebereich zu wechseln und bislang keine Erfahrung in der professionellen Arbeit mit Tieren mitbringen, gibt es einige Fragen, die Sie sich stellen sollten. Machen Sie sich zuerst einmal bitte klar, dass die professionelle Arbeit mit Tieren sich von der privaten Tierhaltung unterscheidet und grenzen Sie sich auch emotional ein Stück weit von den Tieren ab, ohne distanziert mit ihnen zu sein. Außerdem kommen Sie oft mit Schmutz und anderem in Kontakt und sollten nicht zu zimperlich sein, was Staub und Dreck angeht. Als Tierpfleger müssen Sie zudem geduldig sein und einfühlsam auf die Bedürfnisse der Tiere eingehen. Wenn Sie Tiere lieben und sich bewusst sind, dass die Arbeit körperlich belastend sein kann und körperliche Fitness eine wichtige Voraussetzung für viele Stellen ist, es, je nach Arbeitgeber, zu Schichtarbeit kommen kann und ggf. Wenn Sie bereit sind, bei jedem Wetter an der frischen Luft zu arbeiten, können Sie als Tierpfleger aber sehr glücklich werden, und aus unserer Erfahrung heraus mögen viele passionierte Tierpfleger Ihre Arbeit sehr. Sie nehmen die Arbeit als sinnvoll und abwechslungsreich wahr und können sich über vielfältige Stellenangebote aus verschiedenen Bereichen freuen, die Ihnen offenstehen. Viele davon finden Sie hier bei Jooble in unserem Stellenportal. 

Wir wünschen Ihnen unabhängig davon, ob Sie ein erfahrener Tierpfleger oder ein neugieriger Quereinsteiger sind, viel Glück und Erfolg bei der Jobsuche und bedanken uns im Namen der Vierbeiner für Ihre Arbeit.