In Deutschland arbeiten mehr Menschen als je zuvor in einem Teilzeitmodell. Laut aktuellen statistischen Erhebungen hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten auf 40,1 Prozent erhöht. In absoluten Zahlen dargestellt, bedeutet das, dass 16,97 Millionen Teilzeitbeschäftigte 25,35 Millionen Vollzeitbeschäftigten gegenüberstehen.
Aber: Was bedeutet es eigentlich konkret, teilzeitbeschäftigt zu sein? Wie viele Stunden sind Teilzeit? Gibt es rechtliche Rahmenbedingungen bezüglich der Teilzeitstunden pro Monat? Und worauf müssen Sie bei einem solchen Arbeitsverhältnis besonders achten? In diesem Artikel erfahren Sie es!
Was heißt „Teilzeit“ rechtlich?
In Deutschland gilt jedes Beschäftigungsverhältnis als Teilzeitmodell, bei dem der Arbeitnehmer weniger Wochenstunden ableistet, als es ein Vollzeitbeschäftigter tut. Rechtlich festgelegt ist diese Definition in § 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Es ist nicht näher definiert, wie viele Arbeitsstunden abgeleistet werden müssen. Damit ist jeder Mensch, der nicht vollzeitbeschäftigt ist und dennoch einer regelmäßigen Tätigkeit in einem Unternehmen nachgeht, ein Teilzeitbeschäftigter.
Übliche Stundenumfänge bei Teilzeit
Die Frage: “Wie viel Stunden sind Teilzeit”, ist rechtlich also nicht klar festgelegt. Sie können zehn Wochenstunden arbeiten und als Teilzeitkraft gelten, aber auch 30 Wochenstunden fallen unter den Überbegriff “Teilzeit”, so eine Vollbeschäftigung mehr Wochenstunden voraussetzt.
Wochenarbeitszeit – typische Werte
Statistisch beträgt die durchschnittliche Anzahl an Teilzeitstunden in der Woche 20,9. Bei Vollzeitbeschäftigten hingegen liegt die wöchentliche Arbeitszeit durchschnittlich bei 40,2 Stunden. Daraus ergibt sich ein Gesamtwert von 34,3 Stunden auf alle Beschäftigungsverhältnisse gerechnet. Damit liegt die Arbeitszeit in Deutschland unter dem EU-weiten Durchschnitt von 36,8 Stunden. Diese Werte sind in der Praxis nur Richtwerte und die Statistiken weichen teilweise voneinander ab.
Monatsstunden – Wie viele Stunden im Monat sind Teilzeit?
Die meisten verfügbaren Statistiken beziehen sich in diesem Zusammenhang auf Teilzeitstunden pro Woche. Um die typischen Werte für Teilzeitstunden im Monat zu berechnen, können wir allerdings diese (etwas vereinfachte) Formel nutzen:
- Im Jahresdurchschnitt hat ein Monat 21 Arbeitstage.
- Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 20,9 Stunden; bei einer in Deutschland üblichen 5-Tage-Woche ergibt sich daraus ein Tageswert von 4,18 Arbeitsstunden.
- Wenn wir die täglichen Arbeitsstunden (4,18) mit den durchschnittlichen Arbeitstagen (21) multiplizieren, kommen wir auf einen monatlichen Wert von 87,78 Arbeitsstunden.
Wenn Sie also konkret wissen möchten, wie viele Stunden Teilzeit im Monat Sie ableisten, können Sie Ihre durchschnittliche Tagesarbeitszeit mit den tatsächlichen Arbeitstagen in einem bestimmten Monate multiplizieren und so unter anderem auch Ihr Bruttogehalt errechnen.

Unterschiede je nach Vollzeitmodell (35 Stunden, 40 Stunden, etc.)
In Deutschland umfasst eine Vollzeitstelle in der Regel zwischen 35 und 40 Wochenarbeitsstunden. Da sich die Frage “wie viel ist Teilzeit?“ an der Arbeitslast der vollzeitbeschäftigten Kollegen ausrichtet, kann auch die maximale Wochenarbeitszeit, die als Teilzeitmodell gilt, variieren.
Mindeststunden & geringfügige Beschäftigung
Sie fragen sich: Teilzeit – wie viel Stunden Minimum? Es gibt keine gesetzliche Mindestanzahl an Stunden, die abgeleistet werden müssen. Die einzige klare Abgrenzung kann bezüglich § 8 Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit; Geringfügigkeitsgrenze gemacht werden. Hiernach liegt die Einkommensgrenze für Minijobs seit dem 01.01.2025 bei 556 Euro pro Monat. Auch als Minijobber gelten Sie als Teilzeitkraft, Sie sind aber, sofern Sie bereits anderweitig versichert sind, von der Zahlung von Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Eine Ausnahme stellt die Rentenversicherung dar. Minijobber zahlen Beiträge zur Rentenversicherung, können sich auf Wunsch aber davon befreien lassen.
Praktische Orientierung: Wie viel Teilzeit passt zu Ihnen?
Wenn Sie grundsätzlich ein Teilzeitmodell anstreben, stellt sich die Frage “Teilzeit – wie viele Stunden?”. Eine pauschal richtige Antwort darauf gibt es nicht. Stattdessen sollten Sie für sich klären, wie hoch Ihr finanzieller Bedarf monatlich ist und wie viel Zeit Sie auf die Arbeit aufwenden möchten und können. Folgende Faktoren führen besonders häufig zu Teilzeitanstellungen und werden Ihre Antwort bezüglich der optimalen Stundenzahl wahrscheinlich beeinflussen:
- Die Erwerbstätigenquote befindet mit rund 77 Prozent der 15- bis 64-Jährigen auf dem höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung.
- Teilzeitmodelle werden statistisch bedeutend häufiger von Frauen (49 Prozent), als von Männern (12 Prozent) in Anspruch genommen.
- Ein naheliegender Grund dafür ist, dass Frauen laut Umfragen nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen. So gaben 2020 68 Prozent der Frauen an, hauptsächlich für die Care-Arbeit verantwortlich zu sein, während nur 4 Prozent der Männer zu dieser Einschätzung kamen.
- Daraus ergibt sich, dass etwa 68 Prozent der Mütter von Kindern unter 18 Jahren einer Teilzeittätigkeit nachgehen, aber nur 8 Prozent der Väter.
- Ein weiterer wichtiger Grund dafür, eine Teilzeitstelle anzunehmen, ist die Teilnahme an einer Aus- oder Weiterbildung. 24 Prozent der Männer führten dies als Hauptgrund an, dem gegenüber stehen 8 Prozent der Frauen.
- Weitere Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind gesundheitliche Einschränkungen und der schiere Wunsch, weniger Zeit mit Arbeit zu verbringen bzw. mehr Freizeit zu haben.
Je nachdem, aus welchem Grund Sie einer Teilzeitstelle nachgehen und wie viel Geld Sie monatlich verdienen müssen und wollen, ergeben sich also ganz unterschiedliche Profile. Die Frage “Teilzeit, wie viel Stunden?” ist damit eine sehr individuelle und muss von jedem selbst beantwortet werden. Bei Jooble finden Sie jedenfalls tausende Stellen in Teilzeit, die sich bezüglich des Zeitaufwandes stark voneinander unterscheiden. Auch Sie finden bei uns ganz sicher eine Stelle, die Ihnen die ideale Work-Life-Balance ermöglicht und zu Ihrem Leben passt.
Modelle und Varianten von Teilzeit
Teilzeit ist nicht gleich Teilzeit. Während der Arbeitsmarkt früher eher starr und normativ war, gibt es heute viele verschiedene Modelle und Formen, die auch Teilzeitstellen umfassen.
| Teilzeitmodell: | Charakteristik: |
| Klassische Teilzeit (z. B. 30 Stunden/Woche) | Sie arbeiten zu festgelegten Zeiten an vorab definierten Tagen. So könnten Sie beispielsweise an fünf Tagen in der Woche sechs Stunden in einem Betrieb arbeiten. |
| Teilzeit Vario / flexible Verteilung | Bei diesem Modell ist zwar ein durchschnittlicher Wochenwert aufs Jahr festgelegt, die Verteilung der Wochenstunden variiert aber. So könnten Sie beispielsweise im Saisongeschäft für z. B. einen Monat 40 Stunden in der Woche arbeiten, in einem anderen Monat aber nur drei Stunden pro Woche. |
| Jobsharing und andere Sonderformen | Jobsharing bedeutet, dass sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle teilen. Je nach Jobsharing-Partner kann dadurch eine hohe Flexibilität gewährleistet werden, da beide bei Bedarf die Aufgaben der anderen Person übernehmen können. Im Idealfall führt das dazu, dass die Stelle sich besonders gut in Ihr Leben einfügt. |
| Teilzeit und Homeoffice | Eine Teilzeitstelle kann selbstredend auch aus dem Homeoffice ausgeübt werden. Hierbei können unterschiedliche Stundenmodelle zur Anwendung kommen. Der Unterschied zu einer stationären Position liegt darin, dass Sie örtlich unabhängig (remote) sind oder von einem festgelegten privaten Arbeitsplatz (Homeoffice) aus arbeiten. |
Nicht nur die Anzahl der Stunden, auch die ideale Aufteilung unterscheidet sich von Person zu Person, Arbeitsstil zu Arbeitsstil und Lebensmodell zu Lebensmodell. Die beste Wahl treffen Sie, wenn Sie sich und Ihr Leben realistisch analysieren und entsprechend Ihrer Bedürfnisse und Möglichkeiten eine Stelle auswählen.
Vorteile und Nachteile einer Teilzeitanstellung
Wie alles im Leben hat auch eine Teilzeitanstellung Vor- und Nachteile. Folgende Vorteile wiegen für viele Betroffene besonders schwer:
- Bessere Work-Life-Balance – Mehr Zeit für Familie, Freunde, Freizeit und Erholung. Die Work-Life-Balance ist laut Umfragen für 83 Prozent der Arbeitnehmer ein entscheidender Faktor bei der Arbeitgeberwahl.
- Geringere körperliche und psychische Belastung durch Arbeit und Stress.
- Flexiblere Arbeitszeitmodelle und bessere Anpassungen an Lebensphasen (z. B. Schwangerschaft, Elternzeit, Teilzeitruhestand etc.).
- Aus Unternehmenssicht kann die Mitarbeiterzufriedenheit durch das Angebot, Teilzeit zu arbeiten, oft erhöht werden und das Recruiting gestaltet sich erfolgreicher. So bevorzugen geschlechtsunabhängig fast 50 Prozent der Arbeitnehmer Stellen, die sowohl in Vollzeit, als auch in Teilzeit angeboten werden.
Wenn Ihnen Freizeit und Familie wichtig sind, Sie in Teilzeitrente gehen wollen, pflegebedürftige Verwandte betreuen oder ähnliches, ist eine Teilzeitanstellung häufig die richtige Wahl. Sie sollten aber auch die Nachteile eines solchen Modells beachten:
- In der Regel müssen Sie Gehaltseinbußen im Vergleich zu einer Vollzeitstelle hinnehmen. Damit sinkt neben dem Einkommen auch der Rentenanspruch und ggf. die Höhe vom Arbeitslosengeld 1.
- Teilzeitkräfte werden vielfach weniger Karrierechancen eingeräumt.
- Wenn die Arbeitsmenge nicht reduziert wird, leisten Sie unter Umständen die gleiche Arbeit in weniger Stunden. Der Zeitdruck nimmt entsprechend zu und das Stresslevel kann steigen.
- In vielen Fällen ist es schwierig, von einer Teilzeitstelle zurück zu einer Vollzeitbeschäftigung zu wechseln.
Wägen Sie im konkreten Fall ab, welche Faktoren für Sie besonders wichtig sind. Ob Teilzeit oder Vollzeit die ideale Wahl ist, unterscheidet sich entsprechend Ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse und es hilft, wenn Sie sich Ihrer Prioritäten bewusst sind.
Tipps für Arbeitnehmer: So verhandeln Sie Ihre Stunden
Wenn Sie vollzeitbeschäftigt sind und sich entscheiden, in ein Teilzeitmodell zu wechseln, gibt es einige Dinge, die zu beachten sind und einen festgelegten Ablauf, dem Sie folgen müssen.
Antrag auf Teilzeit stellen – Ablauf & Formulierungen
Die gute Nachricht zuerst: Arbeitnehmer, die mindestens sechs Monate in einem Unternehmen beschäftigt sind, haben in Deutschland nach § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) einen rechtlichen Anspruch darauf, die Stunden zu reduzieren. Diesen Anspruch müssen Sie mindestens drei Monate vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung geltend machen. Der Antrag sollte schriftlich gestellt werden und die gewünschte Wochenarbeitszeit, das Wirksamkeitsdatum und die bevorzugte Verteilung der Arbeitszeit enthalten. Sie sind nicht verpflichtet, Gründe für Ihren Wunsch zu nennen, um ein gutes Verhältnis zum Arbeitgeber zu erhalten, kann es aber sinnvoll sein, Verständnis für Ihren Wunsch zu schaffen und eine kurze Begründung beizufügen.
Was Arbeitgeber verlangen dürfen / nicht dürfen
Bei arbeitsrechtlichen Vereinbarungen gilt es immer, die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgeber gegeneinander abzuwägen. Der Arbeitgeber darf:
- Den Wechsel in ein Teilzeitmodell ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe nachgewiesen werden können. Grundlos darf der Antrag hingegen nicht abgelehnt werden. Auch allgemeiner Personalmangel gilt nicht als triftiger Grund. Wenn der Arbeitgeber Ihnen Ihren Wunsch verweigert, haben Sie die Möglichkeit, Klage beim Arbeitsgericht einzureichen.
- Vorschläge bezüglich der konkreten Arbeitszeiten und -modelle machen, solange diese nicht gegensätzlich zum Wunsch der Stundenreduktion sind bzw. deren Wirkung aufheben.
Der Arbeitgeber darf nicht:
- Vollzeitbeschäftigte bevorzugt behandeln (§ 4 TzBfG).
- Einen Wechsel zurück in ein Vollzeitmodell ablehnen, wenn eine Vollzeitstelle vakant ist (§ 9 TzBfG).
In der Regel ist es aus Arbeitnehmer- wie Arbeitgebersicht sinnvoll, eine Lösung zu suchen, die für beide Seiten befriedigend ist. Der Rechtsweg sollte immer nur die letzte Option darstellen.

Wichtige Vertragsklauseln zur Stundenverteilung
Änderungen am Arbeitsvertrag sind rechtlich bindend. Achten Sie daher darauf, dass folgende Punkte wie besprochen in der Schriftform festgehalten werden:
- Wie viele Stunden sind Teilzeit? Welche wöchentliche Arbeitszeit ist konkret zu leisten?
- Wie sind die Stunden aufgeteilt? Haben Sie eine feste wöchentliche Arbeitszeit oder ein flexibles Modell? An welchen Tagen und zu welchen Zeiten arbeiten Sie?
- Werden Überstunden ausgezahlt oder erhalten Sie einen Freizeitausgleich?
Wenn Sie nur für einen begrenzten Zeitraum in ein Teilzeitmodell wechseln möchten und danach automatisch in eine Vollzeitstelle zurückwechseln wollen, sollten Sie dies zusätzlich vertraglich festhalten.
Fazit
Teilzeitmodelle machen den Arbeitsmarkt flexibler und anpassungsfähiger an verschiedene Lebenssituationen und -vorstellungen. Die Frage “Wie viele Stunden ist Teilzeit?” lässt sich nicht absolut beantworten, sondern richtet sich nach der Stundenanzahl von Vollzeitbeschäftigten. Bei Jobportalen wie Jooble finden Sie Jobs mit verschiedensten Arbeitszeitmodellen und können sich entsprechend eine passende Stelle suchen, wenn Sie nicht bereits in einem festen Vertragsverhältnis beschäftigt sind oder wenn Sie eine berufliche Neuorientierung anstreben.