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Imposter-Syndrom im Job: So überwinden Sie Selbstzweifel im Beruf

· 8 min

Fast alle Menschen leiden gelegentlich unter Selbstzweifeln. Das ist nicht nur, aber auch im Berufsleben der Fall. Bei manchen Menschen führt das dazu, dass Sie zumindest phasenweise ein Impostor-Syndrom entwickeln. Heute wollen wir unsere Erfahrungen mit dem Arbeitsmarkt im Allgemeinen und mit den Herausforderungen, denen Menschen in der modernen Arbeitswelt begegnen, im Speziellen nutzen, um folgende Frage zu behandeln und zu beantworten: 

  • Was ist das Impostor-Syndrom?
  • Was tun gegen Impostor-Syndrom?
  • Wie entsteht Impostor-Syndrom?
  • Wie kann man das Impostor-Syndrom überwinden?
  • Gibt es einen Impostor-Syndrom-Test?

Am Ende dieses Artikels werden SIe sich hoffentlich etwas sicherer fühlen, denn es gibt Wege heraus aus den Selbstzweifeln und Sie sind mit Ihrer Gefühlslage bei Weitem nicht alleine auf der Welt. 

Was ist das Imposter-Syndrom und wie zeigt es sich im Job

Das Imposter-Syndrom wird auf Deutsch auch als “Hochstapler-Syndrom” bezeichnet. Menschen, die am Imposter-Syndrom leiden, glauben, trotz nachweisbarer beruflicher Erfolge, “nicht genug“ zu sein. Sie gehen davon aus, ihre eigene Leistungsfähigkeit überschätzt zu haben und haben das Gefühl, “irgendwann aufzufliegen” und als unqualifiziert enttarnt zu werden. Sie denken also, ohne tatsächliche Gründe, dass sie anderen ihre Leistungsfähigkeit nur vortäuschen und in Wahrheit nicht fähig sind, die ihnen übertragenen Aufgaben zu erledigen. 

Wer besonders betroffen ist (z. B. Berufseinsteiger, High Performer)

Wer glaubt, dass es sich beim Imposter-Syndrom um eine Randerscheinung handelt, unter der nur einige, vielleicht sogar “schwächere” Personen leiden, täuscht sich. Laut aktuellen Statistiken erleben weltweit nämlich etwa 70 Prozent der Menschen in ihrem Berufsleben mindestens einmal eine Phase von großen Selbstzweifeln, auch wenn, laut einer anderen Studie, es sich bei 80 Prozent der Betroffenen um eine vorübergehende Phase handelt. . Interessanterweise treten diese Symptome oft bei besonders leistungsstarken Personen auf. Folgende Gruppen sind überdurchschnittlich oft betroffen: 

  • Bei Frauen liegt die Quote derer, die eine Episode des Imposter-Syndroms erfahren, mit 75 Prozent höher als bei Männern. 
  • Experten gehen davon aus, dass perfektionistisch veranlagte Menschen öfter am Imposter-Syndrom leiden. 
  • Menschen, die beispielsweise als Erste in ihrer Familie einen akademischen Titel erwerben, leiden laut aktuellen Erkenntnissen besonders häufig am Hochstapler-Syndrom. 
  • Auch die Zugehörigkeit zu einer Randgruppe erhöht die Gefahr, am Imposter-Syndrom zu leiden.
  • Führungskräfte und hochqualifizierte Menschen haben eine erhöhte Gefahr, ein Imposter-Syndrom zu entwickeln. 
  • Auch Berufseinsteiger gehören zu den Personengruppen, die besonders häufig betroffen sind. 
  • Selbstständige und Freelancer tendieren ebenfalls dazu, starke Selbstzweifel an der beruflichen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. 

Die Imposter-Syndrom-Ursachen sind also vielfältig und es gibt nicht nur eine bestimmte Gruppe, die besonders betroffen ist. Grundsätzlich sind der Status als Vorreiter, ein besonders hoher Anspruch an sich selbst, wenig Berufserfahrung und eine verantwortungsvolle Rolle mit einem hohen Bewertungsdruck aber Risikofaktoren. 

Unterschied zwischen gesunden Zweifeln und Imposter-Syndrom

Viele Menschen leiden an Selbstzweifeln. Nicht immer handelt es sich dabei aber um ein dauerhaftes Problem. Es ist nicht zwangsläufig falsch, hohe Ansprüche an sich zu haben und manche Menschen werden durch ihren Ehrgeiz angetrieben und schaffen genau wegen ihrer Zweifel Ausergewöhnliches. Wenn Sie allerdings in einen Teufelskreis geraten und an einem belastenden Imposter-Syndrom leiden, kann das ernsthafte Folgen haben: 

  • Aus einem Imposter-Syndrom können Depressionen oder ein Burnout entstehen. 
  • 45 Prozent der Menschen wollen keine Beförderung erhalten oder eine neue berufliche Möglichkeit annehmen, weil sie Versagensängste haben. 

Ein Impostor-Syndrom geht also über einen “normalen” Selbstzweifel hinaus. Die Betroffenen haben permanent das Gefühl, ungenügend zu sein, auch wenn es belastbare Beweise dafür gibt, dass sie beruflich erfolgreich sind. Auch äußere Bestätigung führt nicht zur Besserung, wenn ein tatsächliches Imposter-Syndrom vorliegt. 

Woran Sie erkennen, dass Sie betroffen sind

Wichtig ist zuerst einmal festzuhalten, dass es keine offizielle medizinische Diagnose gibt, die “Imposter-Syndrom“ heißt. Dennoch ist das Problem real. Wenn Sie sich selbst einmal einem Imposter-Syndrom-Test unterziehen wollen, können folgende Fragen helfen: 

  • Haben Sie bei Lob das Gefühl, dass es ungerechtfertigt ist oder fühlt es sich sogar unangenehm an? 
  • Vergleichen Sie sich dauerhaft mit anderen und haben Sie das Gefühl, in diesem Vergleich zu verlieren? 
  • Lösen neue Herausforderungen bei Ihnen regelmäßig ein starkes Unbehagen aus? 
  • Leiden Sie dauerhaft unter einer starken Angst davor, Fehler zu machen? 
  • Gehen Sie davon aus, dass Ihre Erfolge eher dem Zufall oder dem Glück zuzuschreiben sind, während Sie jeden Fehler auf Ihr eigenes Unvermögen zurückführen? 
  • Haben Sie das Gefühl, nie gut genug zu sein, auch wenn Sie gute Leistungen erbringen?
  • Haben Sie regelmäßig Gedanken wie “Eigentlich kann ich das doch gar nicht”, “Hoffentlich merkt niemand, dass ich ungeeignet bin” oder “Ich habe nur Glück gehabt?”

Wenn Sie auf viele dieser Fragen mit “Ja“ antworten, leiden Sie vermutlich an übermäßigen Selbstzweifeln. Wenn daraus ein Teufelskreis der ständigen Überlastung, starker Angst und ähnlicher Symptome wird, kann es ratsam sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und das Imposter-Syndrom behandeln zu lassen. 

Ursachen des Imposter-Syndroms im Berufsleben

Wie entsteht das Imposter-Syndrom eigentlich? Folgende Dinge stehen häufig am Anfang des Hochstapler-Syndroms: 

  • Hohe Erwartungen an sich selbst – Menschen, die keine Selbstzweifel haben, erwarten meistens auch nicht besonders viel von sich selbst. Solche, die ein Impostor-Syndrom entwickeln hingegen, sind häufig die Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst haben. 
  • Neue Rollen, Beförderungen oder Branchenwechsel – der Mensch ist ein Gewohnheitstier und neue Herausforderungen machen vielen von uns Angst. Häufig entstehen Selbstzweifel, wenn Sie sich einer neuen Herausforderung stellen. 
  • Unternehmenskultur und Feedback – Das Imposter-Syndrom tritt besonders häufig in Branchen und Positionen auf, die unter ständiger Bewertung stehen. Die Angst vor dem Urteil kann lähmen und das Imposter-Syndrom hervorrufen. Ebenso schädlich kann es aber sein, wenn Sie gar kein Feedback bekommen und nicht wissen, wo Sie leistungstechnisch stehen. 
  • Vergleich mit Kollegen (Social Media, Leistungskultur) – Gerade in Zeiten, wo wir viel Zeit damit verbringen, das Leben der Anderen zu konsumieren und uns zu vergleichen, treten Selbstzweifel vermehrt auf. Bitte beachten Sie, dass gerade in sozialen Netzwerken Dinge häufig geschönt dargestellt werden und Sie immer nur einen Ausschnitt aus dem Leben einer anderen Person sehen, der nicht selten mit Filtern und Halbwahrheiten garniert wird, wenn Sie sich vergleichen. 

Manche nehmen auch an, dass es einen Zusammenhang zwischen Impostor-Syndrom und ADHS gibt. Dieser Schluss ist logisch, denn Menschen, die an ADHS leiden, machen oft schon in der Schule viele negative Erfahrungen, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und neigen zu einer stärkeren Selbstbewertung. 

Konkrete Strategien, um Selbstzweifel zu überwinden

Kommen wir zum vielleicht wichtigsten Punkt: Was tun bei Impostor-Syndrom?

  • Klassifizieren Sie Ihre Selbstzweifel als solche. Wenn diese Gedanken auftauchen, prüfen Sie, ob sie objektiv wahr sind. Wenn das nicht der Fall ist, kann es helfen, innerlich Abstand zu nehmen. Erkennen Sie die Selbstzweifel als subjektive Wahrnehmung an, die nicht der objektiven Wahrheit entspricht. 
  • Wenn in Ihrem Unternehmen Selbstzweifel durch großen Druck oder eine sehr wertende Unternehmenskultur gefördert werden, kann ein Jobwechsel eine gute Entscheidung sein. Bei Jooble finden Sie jederzeit aktuelle und attraktive Stellenangebote. 
  • Dokumentieren Sie Ihre beruflichen Erfolge und machen Sie sich klar, was Sie tatsächlich leisten. Solche Erfolge können z.B. abgeschlossene Projekte, gewonnene Kunden oder positives Feedback von Kollegen und Vorgesetzten sein.
  • Definieren Sie sich nicht nur über Ihre beruflichen Leistungen. Schauen Sie auch darauf, wer Sie in Ihrem Privat- oder Sozialleben sind, nicht nur auf Ihren Job. 
  • Sprechen Sie mit anderen über Ihre Gedanken und Ängste. Viele Gedanken verlieren ihre Macht über Sie, wenn Sie einmal offen ausgesprochen sind, und außerdem werden Sie feststellen, dass Sie nicht die einzige Person sind, die an Selbstzweifeln leidet, sondern vermutlich viele Ihrer Freunde oder Kollegen sich ähnlich fühlen. 

Versuchen Sie, die Selbstzweifel nicht länger zu verdrängen, sondern nehmen Sie sie an. Paradoxerweise führt genau diese Annahme häufig dazu, dass die Negativspirale endet und Sie sich wieder freier und selbstsicherer fühlen. 

Tipps für mehr Selbstsicherheit im Arbeitsalltag

Auch am Arbeitsplatz selbst können gezielte Maßnahmen dazu führen, dass Sie sich besser und selbstsicherer fühlen. Folgende gehören dazu: 

  • Versuchen Sie, Lob bewusst anzunehmen und nicht zu negieren. 
  • Priorisieren Sie wichtige Aufgaben und versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig perfekt zu machen. 
  • Versuchen Sie, sich nicht zu viel mit anderen zu vergleichen. 
  • Machen Sie sich Ihre Erfolge und Fortschritte bewusst, auch wenn diese vielleicht erst einmal klein wirken mögen. 

Im Endeffekt handelt es sich beim Imposter-Syndrom um einen Streich, den Ihr Gehirn Ihnen spielt. Versuchen Sie es sportlich zu sehen und holen Sie sich die Kontrolle über Ihre eigene Wahrnehmung zurück, dann können Sie daran massiv wachsen. 

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Wann Sie Unterstützung suchen sollten

Nicht immer schaffen wir es, aus einer Krise alleine herauszukommen, und auch das ist in Ordnung. Wenn Sie zum Beispiel unter starken Erschöpfungszuständen, Panikattacken oder depressiven Symptomatiken leiden, suchen Sie sich bitte Hilfe. Ein Psychologe oder mitunter auch ein Coach oder ein Therapeut kann Ihnen oftmals dabei helfen, sich wieder besser zu fühlen. 

Wir hoffen, dieser Artikel konnte Ihnen bereits ein wenig helfen, Ihre Selbstzweifel zu identifizieren und zu entkräften und wünschen Ihnen eine selbstsichere und glückliche Zukunft!