In kaum einer Branche ist der Personalmangel so eklatant wie im Pflege- und Gesundheitssektor. Konkrete Zahlen unterscheiden sich je nach Studie, es werden aber deutschlandweit händeringend Mitarbeitende gesucht. Michaela Evans-Borchers von der Westfälischen Hochschule beispielsweise geht aktuell von circa 115.000 unbesetzten Stellen aus. Für motivierte Arbeitnehmende bedeutet das, dass Pflegehelfer werden ohne Ausbildung so einfach ist, wie vielleicht nie zuvor. Wie Sie Pflegehelfer werden, wie der Quereinstieg in die Pflege gelingt, welche Pflegehelfer Aufgaben im Berufsalltag auf Sie zukommen und wie das Pflegehelfer Gehalt ausfällt, erfahren Sie in unserem heutigen Artikel.
Aufgaben eines Pflegehelfers im Berufsalltag
Pflegehelfer können in verschiedenen Einrichtungen und Arbeitsumfeldern eingesetzt werden. Die Aufgaben eines Pflegehelfers im Krankenhaus unterscheiden sich dabei von denen der Kollegen in einem Wohnheim oder bei einem ambulanten Pflegedienst. Außerdem sind der konkrete Arbeitgeber, das Bundesland in dem Sie arbeiten und die Qualifikationen, die Sie mitbringen, Faktoren, die sich auf die täglichen Aufgaben auswirken. Grundsätzlich ist die sogenannte Grundpflege aber der Kern der Arbeit und wird in fast allen Arbeitsumfeldern anfallen. Typische Aufgaben von Pflegehelfern sind unter anderem folgende Dinge:
- An- und Auskleiden von hilfsbedürftigen Personen.
- Anreichen und Zubereiten von Nahrungsmitteln.
- Begleitung und Unterstützung bei Toilettengängen.
- Unterstützung bei der Körperpflege.
- Dokumentation der erbrachten Pflegeleistung und Kommunikation mit Kollegen.
- Unterstützung bei der Freizeitgestaltung.
Als Pflegehelfer arbeiten Sie direkt am Menschen und stehen dauerhaft im Kontakt mit den zu pflegenden Personen. Neben der handwerklichen Durchführung von Pflegemaßnahmen ist dadurch auch die Kommunikation mit den zu pflegenden Personen ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. Der ideale Pflegehelfer sollte daher motorisch einigermaßen geschickt sein, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringen und einen respektvollen Umgang mit seinen Klienten für selbstverständlich halten.
Gehalt als Pflegehelfer: Was Sie verdienen können
Wenn Sie eine Bewerbung als Pflegehelferin in Betracht ziehen, ist das Gehalt natürlich ein wichtiger Faktor. Die Höhe des Gehalts ist dabei allerdings abermals von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu den wichtigsten gehören folgende Punkte:
- Ausbildungsstand: Es gibt eine staatlich geprüfte Ausbildung zum Pflegehelfer, Sie können aber auch ungelernt in die Branche einsteigen. Wenn Sie gelernter Pflegehelfer sind, fällt das Gehalt in der Regel höher aus.
- Berufserfahrung: Bei einer Bewerbung als Pflegehelferin ohne Erfahrung müssen Sie davon ausgehen, dass Sie weniger verdienen, als Kolleginnen und Kollegen mit jahrelanger Erfahrung.
- Arbeitgeber: Im Pflegesektor hängt das Gehalt stark mit dem konkreten Arbeitgeber zusammen. Es gibt durchaus gutbezahlte Stellen, während andere als prekär gelten.
- Tarifbindung: Häufig sind tariflich geregelte Löhne besonders attraktiv.
- Standort: Je nach Bundesland und konkretem Standort des Arbeitsplatzes unterscheidet sich die Höhe des Gehalts.
Auch wenn das individuelle Gehalt teilweise stark abweichen kann, haben wir von Jooble einen deutschlandweiten Durchschnittswert für die Berufsbezeichnung “Pflegehelfer” errechnet. Dieser ergibt sich aus einer großen Zahl an ausgeschriebenen Stellen und liegt aktuell bei 33.195 Euro jährlich. Das entspricht einem monatlichen Lohn von 2.766 Euro und einem Stundensatz von 16,27 Euro. Diese Werte beziehen sich auf das Bruttogehalt und eine Vollzeitstelle.

Voraussetzungen für den Einstieg ohne Ausbildung
Der Personalmangel im Pflegesektor nimmt weiterhin zu. Das Statistische Bundesamt beispielsweise geht davon aus, dass der Personalmangel bis 2049 auf 280.000 bis 690.000 ansteigen wird. Gründe hierfür sind beispielsweise der steigende Altersdurchschnitt der Bevölkerung und belastende Arbeitsbedingungen. Motivierte Quereinsteiger haben dadurch gute Chancen, dass die Bewerbung als Pflegehelfer erfolgreich ist. Eine Umschulung zum Pflegehelfer ist in vielen Fällen nicht zwingend erforderlich. Dennoch ist Pflegehelfer ein herausfordernder Beruf und Sie müssen einige persönliche Eignungen mitbringen, um eine Anstellung zu bekommen und erfolgreich in dem Beruf zu arbeiten. Besonders wichtig sind unter anderem folgende Fähigkeiten und Charaktereigenschaften:
- Als Pflegehelfer sollten Sie zuverlässig, pünktlich und verantwortungsbewusst sein.
- Sie sollten in der Lage sein, eigenständig zu arbeiten.
- Sie müssen körperlich und mental belastbar sein.
- Sie sollten keine Berührungsängste haben und bereit sein, nah am Klienten zu arbeiten.
- Sie sollten gepflegte Umgangsformen mitbringen und einen respektvollen Umgang mit Ihren Klienten pflegen.
- Sie brauchen Deutschkenntnisse.
Natürlich ist es zudem von Vorteil, wenn Sie beispielsweise bereits Angehörige gepflegt haben oder ähnliche Vorerfahrungen mitbringen, auch wenn diese nicht im Rahmen eines professionellen Arbeitsverhältnisses gemacht wurden.
Pflegebasiskurs als schneller erster Schritt
Neben der Berufsausbildung zum Pflegehelfer, die in der Regel mehrere Jahre dauert, bieten Wohlfahrtsverbände, Bildungsträger und mitunter Pflegeeinrichtungen auch teilweise Pflegebasiskurse an. Hierbei handelt es sich nicht um einen staatlich anerkannten Ausbildungslehrgang, sondern um eine Grundqualifizierung. Welche Inhalte genau behandelt werden, die Länge des Lehrgangs und ob es praktische Elemente in Form von Praktika gibt, hängt vom jeweiligen Anbieter und Kurs ab. Sie verbessern aber Ihre Chancen auf eine Anstellung und lernen in der Regel grundlegende Dinge wie erste Hilfe, Grundpflege und vieles mehr. Die Pflegebasiskurs Voraussetzungen sind in aller Regel niedrigschwellig und solche Maßnahmen stehen fast allen Interessierten offen.
Bewerbung als Pflegehelfer: Anschreiben und Unterlagen
In Deutschland besteht eine vollständige Bewerbung in aller Regel unter anderem aus einem Lebenslauf und einem Bewerbungsanschreiben. Darüber hinaus sind relevante Qualifikationen und Nachweise über Vorbildung und -erfahrung von Vorteil. Hier können auch ehrenamtliche Tätigkeiten, die Pflege im privaten Umfeld und ähnliches aufgeführt werden.
Anschreiben ohne Berufserfahrung überzeugend formulieren
Das Anschreiben Pflegehelfer Quereinsteiger ist ein besonders wichtiger Faktor, wenn Sie keine Berufserfahrung mitbringen. In diesem Fall ist Ihre Motivation und Ihre persönliche Eignung der Türöffner und Sie tun gut daran, selbige schlüssig darzulegen. Je konkreter Sie Ihre Motivation benennen können, desto besser ist es für Ihre Bewerbung. Allgemeine Formulierungen wie “ich arbeite gerne mit Menschen” sind weniger hilfreich, konkrete Beispiele aus dem Privatleben oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit hingegen helfen, um aufzuzeigen, dass Sie wirklich in der Pflege arbeiten möchten. Außerdem sollten Sie anhand konkreter Beispiele belegen, dass Sie Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und ähnliches mitbringen. Sie sollten sich vorher mit dem Berufsbild vertraut machen und bei Ihrem Anschreiben klar darlegen, warum Sie interessiert daran sind, in diesem Umfeld zu arbeiten und welche Erfahrungen Sie dazu qualifizieren, den Beruf erfolgreich auszuüben.
Umschulung zum Pflegehelfer: Ablauf, Dauer und Förderung
In Deutschland wurde die Ausbildung zum Pflegehelfer bzw. zur Pflegeassistenz lange auf Länderebene geregelt. Das führt dazu, dass es keine bundesweit einheitlichen Standards gibt. Meistens dauert die Ausbildung aber ein bis zwei Jahre und umfasst theoretische und praktische Lernmodule. Inhaltlich geht die Ausbildung zum Pflegehelfer über einen Qualifizierungskurs hinaus. Sie lernen, professionell zu pflegen, Ihre Arbeit zu dokumentieren und bekommen ein Grundwissen über Krankheitsbilder vermittelt. Sie werden also im Rahmen der Ausbildung zu einer Fachkraft. Die tatsächlichen Inhalte und der Wert der Ausbildung unterscheiden sich aber abhängig vom Bundesland und dem Bildungsanbieter und Sie sollten sich vorher konkret darüber informieren, ob der Kurs anerkannt ist und Sie beruflich weiterbringt. So dies der Fall ist, ist auch eine Umschulung zum Pflegehelfer mit Bildungsgutschein denkbar. Die Agentur für Arbeit trägt in diesem Fall die Kosten für die Maßnahme und finanziert somit die Weiterbildung. Bitte setzen Sie sich vorab mit der zuständigen Agentur für Arbeit in Verbindung und prüfen Sie, ob das konkrete Bildungsangebot förderungsfähig ist, wenn Sie diesen Weg gehen möchten.
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Weiterbildung und Aufstieg nach dem Einstieg
Wenn Sie eine Ausbildung bzw. Umschulung zum Pflegehelfer machen oder als Quereinsteiger direkt in die praktische Arbeit einsteigen, haben Sie längerfristig weitere Qualifizierungsmöglichkeiten. Naheliegend ist natürlich, eine höherwertige Pflegeausbildung zu absolvieren. Hier kommen beispielsweise Ausbildungen wie zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau, Altenpfleger oder Heilerziehungspfleger infrage. Außerdem können Sie fachspezifische Weiterbildungsmaßnahmen besuchen und sich beispielsweise im Bereich Demenz, in der Sterbebegleitung oder in einem anderen Teilbereich weiterbilden. Auch hier gilt, dass der Personalmangel von Vorteil für Sie sein kann und sich immer wieder attraktive Möglichkeiten auftun, die Karriereleiter hochzuklettern. Wenn dieser Artikel Ihr Interesse geweckt hat und Sie sich der Herausforderung stellen möchten, als Pflegehelfer zu arbeiten, legen wir Ihnen abschließend unsere Stellenbörse von Jooble ans Herz. Hier finden Sie zahlreiche passende Positionen in Ihrer Nähe und können sich noch heute bewerben. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!