Erinnern Sie sich noch an die “Nachts im Museum” Filme? Nun gut, dass die Ausstellungsstücke und Wachobjekte lebendig werden ist natürlich reine Fiktion, eine Sicherheitsdienst Karriere hingegen ist eine reale Option für alle, die sich für den Schutz Ihrer Mitmenschen und von Gebäuden einsetzen wolen. Dass dieser Schutz sinnvoll und notwendig ist, zeigt zum Beispiel eine Statistik von 2023: In diesem Jahr gab es in Deutschland nämlich durchschnittlich circa 213 Einbrüche am Tag. Wie Sie einen Wachdienst Job bekommen, was die Sicherheitsdienst Aufgaben sind, wie Sie sich von einer Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter unterscheiden und vieles mehr erfahren Sie in unserem heutigen Artikel.
Was macht ein Sicherheitsbeauftragter im Wachdienst?
Ein Job im Sicherheitsdienst kann viele verschiedene Tätigkeitsbereiche mit sich bringen. Das liegt daran, dass es verschiedene Einsatzgebiete gibt. Als Sicherheitsbeauftragter können Sie so zum Beispiel im Objektschutz, Personenschutz oder bei Einlasskontrollen für Veranstaltungen eingesetzt werden.
Unterschied zwischen Sicherheitsmitarbeiter, Wachschutz, Türsteher, Personenschutz und Sicherheitsbeauftragter
Um die Sicherheitsmitarbeiter Aufgaben benennen zu können, ist es erst einmal wichtig, einige Begrifflichkeiten voneinander abzugrenzen. Folgende Begriffe werden oft vermischt, bezeichnen aber unterschiedliche Berufsbilder:
- Sicherheitsmitarbeiter: “Sicherheitsmitarbeiter” ist ein genereller Überbegriff für Menschen, die in der Sicherheitsbranche arbeiten. Hierbei kann beispielsweise der Objektschutz eine zentrale Aufgabe sein, aber es kann sich auch um eine Tätigkeit als Pförtner oder als Einlasskontrolleur in einer Disco handeln.
- Wachschutz – Beim Wachschutz geht es um den Schutz von Gebäuden und Objekten. Wenn Sie im Wachschutz tätig sind, verantworten Sie die Sicherheit eines Ortes und schützen ihn mit Ihrer Präsenz vor Einbrüchen oder Ähnlichem ab.
- Türsteher – Türsteher kontrollieren den Einlass zu Veranstaltungen und stellen zum Beispiel sicher, dass keine unerlaubten Gegenstände in ein Gebäude gelangen.
- Personenschutz – Beim Personenschutz sind Sie dafür verantwortlich, wichtige Personen vor Leid und Angriffen zu schützen. Der Job wird oft auch als “Bodyguard” bezeichnet.
Alle diese Jobs sind klassische Tätigkeiten in der Sicherheitsbranche und unterscheiden sich in Hinsicht auf den Tätigkeitsschwerpunkt und das Arbeitsumfeld.
Sicherheitsbeauftragter
Sicherheitsbeauftragter ist im Gegensatz zu den anderen genannten Positionen kein eigenständiger Job, sondern eine Zusatzverantwortung, die Mitarbeiter eines Unternehmens übernehmen können. Unternehmen sind unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Sicherheitsbeauftragte festzulegen, auch wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das an sich nichts mit der Sicherheitsbranche zu tun hat. Folgende Dinge sollten Sie zu diesem Thema wissen:
- Sicherheitsbeauftragter Aufgaben: Die Arbeitssicherheit und Einhaltung der entsprechenden Vorgaben innerhalb eines Unternehmens sicherstellen.
- Sicherheitsbeauftragter werden: Sicherheitsbeauftragter ist kein eigenständiger Beruf, sondern eine Zusatzrolle, die neben der regulären Arbeit übernommen wird. In der Regel erhalten Sie eine Schulung für Sicherheitsbeauftragte, um Ihren Aufgaben gewissenhaft nachkommen zu können. Eine solche Sicherheitsbeauftragter-Schulung wird häufig von Unfallkassen oder Berufsgenossenschaften durchgeführt.
- Wer kann Sicherheitsbeauftragter werden bzw. Wer darf Sicherheitsbeauftragter werden? Prinzipiell kann jeder Beschäftigte eines Unternehmens der Sicherheitsbeauftragte des Selbigen werden. Es werden vom Arbeitgeber aber in der Regel Personen für diese Rolle ausgewählt, die den Betrieb gut kennen und bereits länger im Unternehmen tätig sind. Außerdem sind Führungskräfte häufig ausgeschlossen, da hier ein Interessenkonflikt entstehen könnte.
- Warum sollte ich Sicherheitsbeauftragter werden? Sie erhalten Einblicke in die Arbeitssicherheit, übernehmen zusätzliche Verantwortung im Unternehmen und solche Zusatzqualifikationen können den Lebenslauf zusätzlich aufwerten.
- Muss ich Sicherheitsbeauftragter werden? Nein, es gibt keine Pflicht, diese Rolle gegen den eigenen Willen zu übernehmen, sondern es handelt sich dabei um eine freiwillige Zusatzleistung.
Sie können zusammengefasst also nicht “nur“ Sicherheitsbeauftragter in einem Unternehmen werden, sondern müssen bereits eine Position im Betrieb innehaben und im engeren Sinne des Wortes gehört eine Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter nicht zu den Berufen der Sicherheitsbranche.
Typische Einsatzorte für Sicherheitsmitarbeiter
Nach unserem kurzen Ausflug in die Welt eines Sicherheitsbeauftragten kommen wir nun wieder zu unserem eigentlichen Thema zurück. In welchen Bereichen finden Sicherheitsmitarbeiter also oft eine Anstellung?
- Unternehmen und Büros beschäftigen oft Sicherheitspersonal.
- Auf Baustellen werden Sicherheitsmitarbeiter oft dafür eingesetzt, sicherzustellen, dass Unbefugte keinen Zutritt bekommen.
- Auf Veranstaltungen und Konzerten verhindern Security-Mitarbeiter Gewalt, schlichten Streits und kontrollieren den Einlass.
- In öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Museen sind ebenfalls oft Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz und sichern die Gebäude oder die Mitarbeitenden vor Diebstahl, Übergriffen und Ähnlichem.
Wie Sie sehen, haben Sie als Sicherheitsmitarbeiter also viele verschiedene Möglichkeiten und können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Sie verhindern dabei Einbrüche, dokumentieren sicherheitsrelevante Ereignisse und überprüfen Fahrzeuge und Personen, um die Einfuhr von gefährlichen Gegenständen oder den Diebstahl von Eigentum zu verhindern.
Welche Qualifikationen braucht man für den Sicherheitsdienst?
Eine Sicherheitsdienst-Ausbildung wird von vielen Arbeitgebern nicht zwingend vorausgesetzt und der Quereinstieg in die Branche ist oft relativ problemlos möglich. In den meisten Fällen greift für Sicherheitsmitarbeiter in Deutschland aber § 34a der Gewerbeordnung. Demnach sind eine Schulung und Sachkundeprüfung durch die IHK notwendig. Außerdem müssen Sie im Regelfall einige weitere Voraussetzungen erfüllen, um im Sicherheitsdienst tätig werden zu dürfen. Dazu gehören folgende Punkte:
- Sie müssen volljährig (also mindestens 18 Jahre alt) sein.
- Sie müssen in der Lage sein, in Gefahrensituationen die Ruhe zu bewahren und überlegt und souverän zu handeln.
- Sie sollten körperlich fit und belastbar sein.
- In der Regel wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Sie dürfen also keine relevanten Vorstrafen mitbringen. Vor allem Delikte wie Körperverletzung und schwerer Diebstahl sind problematisch.
- Sie sollten (je nach Einsatzgebiet) eine gute Kommunikationsfähigkeit mitbringen und ein Talent für Konfliktmanagement haben. Hierfür sind auch Deutschkenntnisse meistens unerlässlich.
- Sie sollten Verantwortungsbewusstsein mitbringen und müssen im Ernstfall in der Lage sein, schnell zu handeln.
Viele Menschen stellen sich Sicherheitsmitarbeiter wohl als gefährliche und zwielichtige Typen vor, die einen gewissen Hang zur Gewalt haben. Das ist in den meisten Fällen aber das genaue Gegenteil von einem idealen Kandidaten und de facto sollten Sie keinen Hang zu Aggressionen oder Machtmissbrauch haben, wenn Sie eine Karriere im Sicherheitsbereich anstreben.
Ausbildung und Weiterbildung im Sicherheitsdienst
Dass eine Ausbildung in diesem Bereich nicht immer zwingend vorausgesetzt wird, um in der Branche Fuß zu fassen, heißt nicht, dass es keine Sicherheitsdienst-Ausbildung gibt oder dass diese keine wertvollen Inhalte vermitteln würde. Der typische Ausbildungsgang ist die Lehre zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Bei Jooble finden Sie zahlreiche freie Ausbildungsplätze und können gleich heute einen Schritt in Richtung echter Expertise gehen. In der Ausbildung lernen Sie nämlich nicht nur die praktische Grundlage des Berufes, sondern werden auch mit den rechtlichen Grundlagen, dem Erstellen und Verstehen von Sicherheitskonzepten und natürlich der professionellen Gefahrenabwehr selbst vertraut gemacht. In der Regel dauert die Lehre drei Jahre. Nach der Ausbildung können Sie zum Beispiel die Meisterschule besuchen oder sich auf verschiedene Fachbereiche spezialisieren.
Typische Aufgaben eines Sicherheitsmitarbeiters
Wir haben bereits angedeutet, welche Aufgaben im Alltag auf einen Sicherheitsmitarbeiter unter anderem warten, jetzt aber noch einmal im Detail eine Übersicht über die typischen Tätigkeiten:
- Überwachung von Gebäuden und Gelände.
- Zugangskontrollen und Besuchermanagement.
- Streifengänge und Sicherheitschecks.
- Dokumentation von Vorfällen und Sicherheitsrisiken.
- Zusammenarbeit mit der Polizei oder Rettungsdiensten.
Welche Aufgaben konkret anfallen, hängt stark vom Einsatzgebiet ab. Sicherheitsmitarbeiter auf Veranstaltungen beispielsweise haben ganz andere Aufgaben als ein Nachtwächter im Museum.

Gehalt und Karrierechancen im Sicherheitsdienst
Angaben der Hans-Böckler-Stiftung zufolge fehlten in der Branche bereits 2020 etwa 13.000 Fachkräfte und Mitarbeiter. Damit stellt der Fachkräftemangel, wie in vielen Branchen, eine der größten Herausforderungen für das Sicherheitsgewerbe dar. Die Chancen, dass Sie mit der entsprechenden Qualifikation eine Anstellung finden, sind damit hoch. Wie sieht es aber mit dem Gehalt bzw. den Verdienstmöglichkeiten aus?
- Laut unseren statistischen Erhebungen auf Jooble liegt das deutschlandweite Durchschnittsgehalt im Sicherheitsdienst derzeit bei 31.372 Euro jährlich. Das entspricht einem Stundenlohn von 15,38 Euro.
- Nacht- und Wochenendzulagen sind in der Branche weit verbreitet.
- Das tatsächliche Gehalt unterscheidet sich je nach Position, Arbeitsumfeld und Unternehmen.
- Grundsätzlich sind die Gehälter in Ostdeutschland in der Regel niedriger als im Westen und im Norden geringer als im Süden. In Metropolregionen können Sie meistens höhere Gehälter erzielen als in ländlichen Regionen.
- Durch den Mindestlohn beträgt der Mindestverdienst pro Stunde derzeit 13,90 Euro, ab dem 01.01.2027 sind es mindestens 14,60 Euro.
- Tarifgebundene Verträge sind oft attraktiver als solche, die sich nicht nach Tarifen richten.
Was Karrierechancen betrifft, haben Sie die Möglichkeit, einen Meistertitel für Schutz und Sicherheit zu erwerben oder beispielsweise eine Schichtleitung zu übernehmen.
Finden Sie die Position, die am besten zu Ihnen passt
Tipps für den Einstieg in den Wachdienst
Wenn Sie sich ernsthaft für den Einstieg in die Sicherheitsbranche interessieren, gibt es einige Tipps, die Ihnen dabei helfen werden. Wichtig ist vor allem Folgendes:
- Die § 34a-Sachkundeprüfung gilt als wichtigste Qualifikation in der Branche. Bemühen Sie sich also frühestmöglich darum, einen entsprechenden Kurs zu besuchen bzw. die notwendige Prüfung abzulegen. Häufig wird eine solche Maßnahme auch von der Arbeitsagentur unterstützt.
- Bewerben Sie sich aktiv und ggf. initiativ bei Unternehmen aus der Sicherheitsbranche. Bei Jooble finden Sie beispielsweise immer aktuelle Stellen.
- Treten Sie bei einem Vorstellungsgespräch ruhig, souverän und gepflegt auf. Gewaltaffine und ungepflegte Kandidaten haben in der Regel geringe Chancen auf eine Anstellung.
- In der Sicherheitsbranche wird in der Regel im Schichtdienst gearbeitet. Wenn Sie die Bereitschaft zur Schichtarbeit mitbringen, heben Sie diesen Umstand hervor.
- Wenn Sie langfristig im Sicherheitsbereich arbeiten möchten, lohnt es sich oft, eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren oder sich durch Weiterbildungsmaßnahmen für attraktivere Stellen zu qualifizieren.
Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch viel Erfolg für Ihre berufliche Zukunft wünschen und Ihnen versichern, dass Sie mit der entsprechenden Motivation mit Sicherheit die Chance haben, sich in der Branche zu etablieren und einen Beitrag zum Schutz Ihrer Mitmenschen zu leisten.