Straßenbahnfahrer werden in fast allen deutschen Großstädten mit der entsprechenden Verkehrsinfrastruktur gesucht. Der öffentliche Nahverkehr ist das wichtigste Transportmittel in den Metropolen und es fehlen aktuell bereits etwa 20.000 Busfahrer und rund 3.000 Triebfahrzeugführer. Wie die Straßenbahnfahrer-Ausbildung abläuft, welche Chancen Quereinsteiger haben und die Antwort auf die Fragen “Was verdient ein Straßenbahnfahrer?”, “Was braucht man, um Straßenbahnfahrer zu werden?” und “Straßenbahnfahrer-Ausbildung: wie lange?” erfahren Sie in diesem Artikel.
Wie wird man Straßenbahnfahrer?
Es gibt keine staatlich geprüfte Ausbildung zum Straßenbahnfahrer. Viele Verkehrsbetriebe bilden daher explizit auch Quereinsteiger direkt aus und führen interne Schulungen durch, die sie zur Ausübung des Berufes qualifizieren. Diese Lehrgänge dauern drei bis neun Monate und werden oft bereits vom Verkehrsunternehmen bezahlt, sodass Sie bereits während der Straßenbahnfahrer-Ausbildung ein Gehalt bekommen. Außerdem werden Sie in aller Regel nach der Ausbildung auch von dem Verkehrsunternehmen als Straßenbahnfahrer eingesetzt und haben normalerweise einen sicheren Job in Aussicht. In der Schulung lernen Sie, die Straßenbahn zu bedienen und zu fahren, und haben Fahrstunden. Sie lernen aber auch etwas über die theoretischen Hintergründe und die rechtlichen Bedingungen Ihrer Arbeit. Gut, nun konkret: Wie werde ich Straßenbahnfahrer?
- Sie bewerben sich bei einem Verkehrsunternehmen. Viele Verkehrsunternehmen richten sich mit ihren Stellenangeboten explizit auch an Quereinsteiger ohne vorherige relevante Erfahrungen.
- Sie werden zum Vorstellungsgespräch eingeladen und durchlaufen einen Eignungstest. Dazu gehören auch eine medizinische und ein psychologische Untersuchung.
- Wenn Sie die Tests bestehen, dürfen Sie im Normalfall an der Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen. Je nach Unternehmen bekommen Sie während der Ausbildung bereits ein mehr oder weniger hohes Gehalt.
- Am Ende der Ausbildung absolvieren Sie einen Abschlusstest. Wenn Sie diesen bestehen, werden Sie normalerweise direkt im Fahrdienst eingesetzt.
Natürlich schadet Erfahrung in der Personenbeförderung nicht, sie ist aber nicht zwingend notwendig.
Welche Voraussetzungen müssen Bewerber erfüllen?
Wenn Sie Straßenbahnfahrer werden wollen, profitieren Sie von der aktuellen Personalnot vieler Verkehrsunternehmen. Die Voraussetzungen sind häufig relativ gering, auch wenn Sie unbedingt einige Soft Skills mitbringen müssen. Folgende Dinge sind relevant, wenn Sie als Straßenbahnfahrer arbeiten wollen:
- Viele Unternehmen wünschen sich, dass die Bewerber einen Führerschein der Klasse B mitbringen. Dieser ist nicht zwingend vorgeschrieben und kann, wenn vom Verkehrsunternehmen gewünscht, in der Regel auch kurzfristig gemacht werden.
- Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, in vielen Verkehrsbetrieben aber sogar mindestens 21 Jahre alt.
- Sie brauchen ausreichende Deutschkenntnisse. Wenn Sie kein Muttersprachler sind, müssen Sie ein Sprachniveau von B2 oder besser nachweisen.
- In Verkehrsbetrieben wird normalerweise im Schichtdienst gearbeitet. Sie müssen sich also darauf einstellen, im Schichtdienst zu arbeiten und auch an Wochenenden oder nachts eingesetzt zu werden, wenn es der Fahrplan erforderlich macht.
- Sie müssen über die gesundheitlichen Voraussetzungen verfügen, die Sie als Straßenbahnfahrer brauchen. Dazu gehören ein gutes Seh- und Hörvermögen und ausreichende Konzentrationsfähigkeit. Sie müssen körperlich und psychisch gesund und belastbar sein und in der Lage sein, im Zweifelsfall schnell und angebracht zu reagieren.
- Sie müssen freundlich im Umgang mit den Fahrgästen sein und es auch in Stresssituationen bleiben.
- Sie müssen zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Dazu gehört auch, dass Sie pünktlich auf der Arbeit erscheinen und Abfahrtszeiten natürlich einhalten.
- Sie müssen in schwierigen Situationen ruhig bleiben. Gerade, wenn es zu einem Notfall kommen sollte, ist es notwendig, dass Sie angemessen und besonnen reagieren und die Situation auflösen.
Straßenbahnfahrer ist ein herausfordernder Job, vor allem auch durch den Schichtdienst und die damit verbundenen unregelmäßigen Arbeitszeiten. Außerdem können Personalausfälle und Zugverspätungen zu Überstunden führen. Lassen Sie sich von den vergleichsweise geringen Eingangshürden also nicht täuschen und seien Sie sich bewusst, dass die Arbeit herausfordernd sein kann. Wenn Sie unter diesen Bedingungen arbeiten können und wollen und Freude am Führen von Fahrzeugen haben, finden Sie in Straßenbahnfahrer einen sicheren Job mit guten Perspektiven und einer soliden Bezahlung.

So läuft die Ausbildung zum Straßenbahnfahrer ab
Bei der Ausbildung zum Straßenbahnfahrer handelt es sich in aller Regel um eine betriebsinterne Schulung. Folgende Dinge lernen Sie konkret in der Schulung:
- Sie lernen praktisch das Fahrzeug zu fahren. Dafür nehmen Sie Fahrstunden und lernen die Steuer- und Bedienelemente des Fahrzeugs kennen.
- Sie lernen die Fahrzeugtechnik kennen.
- Sie lernen die Grundlagen des Verkehrsrechts kennen.
- Sie lernen Streckennetze kennen.
- Sie lernen, wie Sie sich in Notfallsituationen verhalten müssen.
Am Ende der Ausbildung gibt es eine Abschlussprüfung. Wenn Sie diese bestehen, sind Sie berechtigt, eine Straßenbahn zu fahren. Die Ausbildung ist darauf ausgerichtet, dass Sie die Prüfung bestehen, und wenn Sie motiviert und lernbereit sind, sollten Sie keine Probleme dabei haben, sie erfolgreich abzuschließen.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Wie lange die Ausbildung zum Straßenbahnfahrer dauert, hängt davon ab, bei welchem Verkehrsunternehmen Sie arbeiten. In der Regel dauert die Schulung drei bis sechs Monate. In Ausnahmefällen kann es auch bis zu neun Monate dauern. Im Gegensatz zu einer dreijährigen Berufsausbildung sind Sie als Straßenbahnfahrer damit schnell einsatzfähig und können in wenigen Monaten einen attraktiven Job erlernen.
Wie hoch sind Gehalt und Zusatzleistungen?
Was verdient ein Straßenbahnfahrer? Unsere Auswertungen von Jooble haben einen Durchschnittswert von 34.512 Euro ergeben. Dabei handelt es sich um das deutschlandweite Bruttojahresgehalt. Das Gehalt unterscheidet sich anhand verschiedener Faktoren von Fall zu Fall maßgeblich und kann ggf. auch deutlich höher ausfallen. Wenn Sie beispielsweise mehr Berufserfahrung mitbringen, können Sie oft auch höhere Gehälter erzielen, als wenn Sie Berufseinsteiger sind. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt natürlich von Unternehmen zu Unternehmen, obwohl viele Unternehmen ihre Arbeitsverträge an den jeweils geltenden Tarifvertrag anlehnen. Das Straßenbahnfahrer-Gehalt netto wiederum hängt von Faktoren wie der Steuerklasse und den Sozialversicherungsbeiträgen ab. Deshalb ist es schwierig, die Frage “Wie viel verdient ein Straßenbahnfahrer netto?” zu beantworten. Wenn wir von den durchschnittlichen 34.512 Euro ausgehen, werden Sie aber ein Nettogehalt von 20.000 Euro im Jahr zur Verfügung haben. Es gibt neben der Abgabenlast aber noch weitere Faktoren, die das Nettogehalt beeinflussen. Ein entscheidender Faktor sind die Zuschläge, die Sie steuerfrei für die Arbeit in der Nacht oder am Wochenende bekommen können. Wenn Sie nachts oder am Wochenende arbeiten, bekommen Sie oft einen 30-Prozent-Zuschlag abgabenfrei auf das Gehalt obendrauf. Es können auch mehr oder weniger hohe Zuschläge vereinbart werden.
Außerdem gibt es in vielen Betrieben Zusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld und weitere Anreize wie vergünstigte oder kostenfreie Fahrkarten. Auch betriebliche Altersvorsorge und eine langfristige Arbeitsplatzsicherheit sind Vorzüge der Arbeit als Straßenbahnfahrer. Viele Arbeitgeber locken Bewerber mit attraktiven Konditionen und auch das Gehalt muss nicht unattraktiv sein.
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Warum der Beruf heute bessere Perspektiven bietet als viele denken
Der öffentliche Nahverkehr ist eine Lebensader der modernen Großstadt und wächst weiter kontinuierlich an. Gleichzeitig gehen viele ältere Fahrer in Rente, während nicht im gleichen Maß neue nachkommen. Das bedeutet für Berufseinsteiger, dass sie oft die freie Wahl des Arbeitgebers haben und fast immer einen Job finden. Außerdem profitieren sie von tariflich geregelten Löhnen und Bonusleistungen. Sie können sich oft intern weiterbilden und bekommen in vielen Fällen schon während der Ausbildungsphase ein Gehalt. Auch nach der Grundausbildung gibt es viele Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln und intern aufzusteigen. Die Arbeitszeiten können zwar für die eine oder andere Person belastend sein, aber ansonsten finden viele als Straßenbahnfahrer einen Job, der ein sicheres Gehalt und eine angenehme Arbeit mit sich bringt. Außerdem sind die Zugangshürden relativ gering und Sie sind in vergleichsweise kurzer Zeit in der Lage, den Job professionell auszuüben und Geld mit Ihrer Arbeit zu verdienen.