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Angst vor dem Jobwechsel überwinden: Tipps für den mutigen Neustart

· 7 min

Circa 55 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind laut einer Umfrage unzufrieden mit ihrem Job und nur noch etwa 10 Prozent der Arbeitnehmer haben laut einer anderen Erhebung eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Ein Jobwechsel kann hier Wunder wirken und einen frischen Wind ins Arbeitsleben bringen. So einfach ist es aber oft nicht, denn viele Menschen haben Angst, zu kündigen. Wenn auch Sie Angst vor dem Jobwechsel haben, machen Sie sich deswegen bitte keine Vorwürfe und auch keine zu großen Sorgen, denn vielen anderen geht es genauso und hier finden Sie Hilfe. Im heutigen Artikel geht es nämlich darum, wie Sie mit der Angst davor zu kündigen umgehen können, wie Sie Fehler beim Jobwechsel vermeiden und wann Jobwechsel sinnvoll sind. Atmen Sie also ruhig durch und lassen Sie erst einmal die Informationen auf sich wirken. 

Jobwechsel trotz Angst – Warum Zweifel völlig normal sind

Ein Jobwechsel ist ein Neuanfang und das Unbekannte macht Menschen oft Angst. Das ist evolutionär bedingt und zuerst einmal kein Problem, denn es schützt uns oft und sichert unser Überleben. Sie können nicht genau sagen, was Sie im unbekannten Territorium erwartet, und es ist sogar sinnvoll, dass Sie sich nicht überstürzt in ein neues Abenteuer wagen. Dennoch ist die Angst bei einem Jobwechsel oft irrational und sollte nicht überbewertet werden, denn aus Veränderungen entstehen auch neue Chancen und es ist allemal besser, etwas zu wagen, als dauerhaft unter unbefriedigenden Umständen weiterzuleben. 

Wann ein Jobwechsel wirklich sinnvoll ist

In jedem Job werden Sie Momente haben, in denen Sie am liebsten alles hinschmeißen würden. So ein Moment alleine ist also noch kein Grund zu kündigen. Folgende Anzeichen hingegen sind einige mögliche Indikatoren dafür, dass ein Jobwechsel sinnvoll sein kann: 

  • Sie sind dauerhaft genervt, frustriert und unzufrieden, wenn Sie an Ihre Arbeit denken oder sie ausführen. 
  • Sie sind dauerhaft über- oder unterfordert. 
  • Das Arbeitsklima in Ihrem Unternehmen ist sehr schlecht und Sie leiden darunter. 
  • Sie werden deutlich schlechter bezahlt, als es für Ihre Position üblich ist. Einen allgemeinen Gehaltsvergleich nach Jobtitel finden Sie ebenfalls bei Jooble. 
  • Sie haben jobbedingt gesundheitliche Probleme. 

Wenn Sie sich hingegen gerade in einer allgemeinen emotionalen Extremsituation befinden, sollten Sie nicht umgehend kündigen, sondern sachlich einordnen, ob diese Schieflage jobbedingt ist. Außerdem sollten Sie nicht kündigen, bevor Sie einen neuen Job in Aussicht haben, bzw., wenn Sie nicht über die finanziellen Rücklagen verfügen, um einen Zeitraum ohne Gehaltszahlungen zu überbrücken. Bei Kündigen durch den Arbeitnehmer  gibt es nämlich in der Regel eine Sperrzeit von drei Monaten für den Bezug von Arbeitslosengeld. 

Die häufigsten Ängste beim Jobwechsel – und was dahinter steckt

Viele Menschen wünschen sich eine berufliche Veränderung, denken aber gleichzeitig: “Ich habe Angst zu kündigen.” Das kann viele Gründe haben und ist völlig normal. Typische Gründe sind: 

  • Angst vor Kontrollverlust – Wenn Sie den Job wechseln, verlassen Sie Ihre Komfortzone. Im bekannten Umfeld kennen Sie die Kollegen, Vorgesetzten, den typischen Ablauf und die Erwartungen, die an Sie gestellt werden. Im neuen Job hingegen betreten Sie Neuland. Viele entscheiden sich daher, lieber in unbefriedigenden Verhältnissen zu leben, als einen Neustart zu wagen. 
  • Angst davor, die falsche Entscheidung zu treffen – Was, wenn Sie sich verschlechtern? Was, wenn es im neuen Job noch viel unangenehmer wird als im Bisherigen? Diese Angst davor, die falsche Entscheidung zu treffen, ist ein häufiger Grund, warum der Job nicht gewechselt wird. Ein Teil davon sind auch mögliche finanzielle Risiken und die Angst vor einem Statusverlust. Zumindest finanziell sieht die Realität allerdings in der Regel anders aus. Nach einem Jobwechsel können Sie statistisch von einem Gehaltsplus zwischen 3,6 und 6,9 Prozent ausgehen. 
  • Angst, davor, andere zu enttäuschen – Viele haben Angst, zu kündigen wegen des Chefs oder der Kollegen und haben das Gefühl, das Unternehmen im Stich zu lassen oder Vorgesetzte und Kollegen zu enttäuschen. 

Es gibt natürlich viele weitere Ursachen, die panische Angst zu kündigen auslösen können. Diese sind aber in der Regel nicht analytisch, sondern emotional bedingt. Wenn Sie also unzufrieden sind, lassen Sie sich von dem Zweifel nicht zu sehr aus dem Konzept bringen, sondern treffen Sie eine fundierte Entscheidung. Weitere Informationen dazu, wie der Entscheidungsprozess und die berufliche Neuorientierung ablaufen können, finden Sie auch in unserem Blog. 

Jobwechsel planen – So reduzieren Sie das Risiko

Wann ist ein Jobwechsel sinnvoll? Bevor Sie den Job wechseln, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen. Sinnvolle Schritte sind zum Beispiel folgende: 

  • Fragen Sie sich ehrlich und konkret, was Sie an Ihrem aktuellen Job stört und was Sie sich für Ihre berufliche Zukunft wünschen. Außerdem sollten Sie genau die Marktlage und Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt analysieren. Bei diesem Schritt kann Ihnen unter anderem auch die SWOT-Analyse helfen. 
  • Suchen Sie sich vor der Kündigung einen neuen Job oder schaffen Sie sich eine finanzielle Rücklage, um eine verdienstfreie Zeit überbrücken zu können. Wenn Sie einen neuen Arbeitgeber suchen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kriterien erfüllt werden, und nicht nur auf das Gehalt, sondern auch auf weitere Faktoren achten, die Ihnen in Bezug auf einen Arbeitsplatz wichtig sind. 
  • Beachten Sie die Kündigungsfristen, die für Ihr aktuelles Arbeitsverhältnis gelten. 

Wenn Sie sich fragen “Jobwechsel – wann?” gibt es kein Richtig und kein Falsch. Aber Sie sind klar im Vorteil, wenn Sie dies nicht aus einer Laune heraus tun und Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt kennen. 

Tipps, um Angst vor dem neuen Job zu überwinden

Um Ihre Jobwechselangst zu überwinden, hilft es, sich klarzumachen, dass es sich in der Regel nicht um eine sachlich begründete, sondern um eine emotionale Reaktion handelt. Machen Sie sich klar, dass fast alle Menschen Angst vor Veränderung haben. Außerdem gewichtet die menschliche Psyche Sorgen und Ängste häufig stärker als mögliche Chancen. Auch das gilt es zu relativieren. Sie können zudem konkret daran arbeiten, Vertrauen in Ihre Entscheidungen zu gewinnen. Setzen Sie sich kleine Ziele, die unabhängig von Ihrem Berufsleben sein können. Wenn Sie beispielsweise regelmäßig Sport treiben wollen, tun Sie es. Ihr Gehirn lernt auf diese Weise, dass Sie Pläne erfolgreich umsetzen können. Zudem hilft es, nicht gleich eine große Entscheidung wie eine Kündigung zu treffen. Besser ist es, sich erst einmal nach einem neuen Job umzuschauen. Die positive Motivation, Ihre neue Stelle anzutreten, ist dann oft größer als die Angst, zu kündigen. Schließlich ist zu beachten, dass Sie sich mit der Faktenlage auseinandersetzen sollten, anstatt im hypothetischen Bereich zu bleiben. Bewerben Sie sich bei einem anderen Unternehmen und schauen Sie, ob Sie ein Angebot bekommen. Prüfen Sie, was für ein Gehalt Ihnen angeboten wird. So bewegen Sie sich weg von Horrorszenarien und hin zu einer überprüfbaren Realität und können Ihre Jobwechselangst überwinden. 

Häufige Fehler beim Jobwechsel

Folgende Fehler sollten Sie beim Jobwechsel verhindern: 

  • Kündigen Sie nicht aus einer Laune heraus. 
  • Nehmen Sie nicht das nächstbeste Angebot an, sondern prüfen Sie, ob dieser Job wirklich besser zu Ihnen passt als der aktuelle. 
  • Verlieren Sie sich nicht in Ängsten, sondern schaffen Sie sich eine solide Faktenlage. 
  • Missachten Sie keine geltenden Kündigungsfristen. 

Wenn Sie sich fragen: “Was tun gegen die Angst zu kündigen?” gehören eine gute Vorbereitung und eine rationale Entscheidungsfindung zu den wichtigsten Faktoren. 

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Woran Sie erkennen, dass Sie bereit für den Neustart sind

Wenn Sie merken, dass Sie in Ihrem alten Job unglücklich sind und dieser Umstand nicht von der Tagesform abhängig ist, ist das das erste klare Zeichen. Sie sollten aber nicht darauf warten, dass Sie keine Angst mehr vor dem Wechsel haben, denn ein bisschen bleibt vermutlich immer. Wenn Sie sich allerdings aktiv Stellenangebote anschauen oder sogar bereits bewerben, haben Sie die Entscheidung innerlich vermutlich bereits getroffen. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und Ihrer Entscheidung. Ein letzter Punkt noch: Es ist nie zu spät für einen Jobwechsel und auch, wenn sich viele fragen: “Wann ist man zu alt für einen Jobwechsel?” lautet die Antwort: Niemals. Auch mit über 50 gibt es noch Perspektiven und Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und sogar neu zu erfinden.